Wigoltinger Fasnacht vereint Meeresgott und Abfallmann

Am Sonntag, dem 10. März fand zum 37. Mal die Wigoltinger Buure-Fasnacht statt. Diesmal ganz unter dem Motto: «Underwasserwält». Dies lockte sogar Meeresgott Poseidon zum Umzug.

Maria Keller
Merken
Drucken
Teilen
Trotz des stürmischen Wetters wurde in der Fasnachtsumzug 2019 in Wigoltingen samt Böögverbrennung durchgeführt. (Bild: Reto Martin)

Trotz des stürmischen Wetters wurde in der Fasnachtsumzug 2019 in Wigoltingen samt Böögverbrennung durchgeführt. (Bild: Reto Martin)

Ob Petrus ein Fasnächtler ist, bleibt nach diesem Nachmittag ungewiss. So regnete es beim diesjährigen Wigoltinger Fasnachtsumzug phasenweise nicht nur Konfetti.

Trotz Platzregen und Sturmböen strömten die Wigoltinger und Fasnachtsfreunde für die fünfte Jahreszeit aus ihren Häusern und trieben ihr Unwesen.

Kätzchen trotzen dem «Huddelwetter». (Bild: Reto Martin)
10 Bilder
Das Motto der diesjährigen Fasnacht in Wigoltingen war «Underwasserwält» (Bild: Reto Martin)
Trotz des stürmischen Wetters gab es wetterfeste Rehe und Rüeblis (Bild: Reto Martin)
Aber auch kleine Drachen und Cowboys (Bild: Reto Martin)
(Bild: Reto Martin)
Gott des Meeres: Poseidon herrschte über die Wigoltinger «Underwasserwält » (Bild: Reto Martin)
Für musikalische Unterhaltung war natürlich gesorgt (Bild: Reto Martin)
(Bild: Reto Martin)
Der Böög wurde nach dem Umzug traditionell den Flammen übergeben (Bild: Reto Martin)
Ein spektakulärer Abschluss (Bild: Reto Martin)

Kätzchen trotzen dem «Huddelwetter». (Bild: Reto Martin)

An der Spitze des Umzugs führte die «Karawatschler »Gruppe Frauenfeld die Narrengruppen von der Bahnhofstrasse in zwei Runden zum Primarschulhaus. Dort geht traditionsgemäss der Böög – diesmal in Form eines Drachen – in Flammen auf.

Wikinger feiern im ganzen Thurgau

Das Thema der diesjährigen Festivität: «Underwasserwält». So feiern neben dem Turnverein oder dem Männerchor Wigoltingen auch glitzernde Fische und ein bärtiger Poseidon mit Dreizack.

Eine als grimmige Wikinger verkleidete Gruppe fährt mit Traktor und Anhänger mit. «Letzte Woche waren wir in Frauenfeld, in einer Woche gehen wir nach Amriswil. Feiern, Trinken und Zeit mit Freunden verbringen: Das ist für uns Fasnacht», sagt einer der Wikinger.

Mitten im Partyzelt steht ein mannshoher Abfallberg mit einem Bier in der Hand. Darunter ist kaum mehr das Gesicht des Kostümierten zu erkennen.

Abfallkostüm mit Botschaft

Seine Aufmachung besteht aus angeklebten Abfallfetzen: alte Kaffeebechern, Nudelpackungen, Müllsäcke – alles Abfälle, die der Fasnächtler abseits der Abfalleimer eingesammelt hat. «Den Müll hatte ich erschreckenderweise schnell beisammen», sagt er.

Seine Botschaft: Abfall, der achtlos weggeworfen wird, kommt irgendwann zu einem zurück.


Nach dem Umzug strömt der Wienerliduft über das Gelände. Das Partyzelt ist besetzt und auf der Toilette sieht man vor lauter Konfetti den Boden nicht mehr.

Das Schulhaus verwandelt sich in ein surreales Gemisch von euphorischen Kindern, trinklustigen Kostümverweigerern und durchgedrehten Maskenträgern.

Am Ende des Tages soll der Böög brennen. Trotz Sturmböen und Schauerregen. Und brennen, das tut er. Lichterloh und schneller als man hinschauen kann. Bis von dem grünen Drachen nur noch ein Gittergestell übrig ist.