Wigoltingen
Geborstene Leitungen kosten viel Geld

Am Dienstagabend haben die Stimmberechtigten die Jahresrechnung der Gemeinde Wigoltingen bewilligt. Sorgen haben der Gemeinde vergangenes Jahr vor allem die vielen Leitungsbrüche und Einsprachen gemacht.

Manuela Olgiati
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Zwei Bauarbeiter ersetzen eine der geborstenen Wasserleitungen in Wagerswil.

Zwei Bauarbeiter ersetzen eine der geborstenen Wasserleitungen in Wagerswil.

Bild: Manuela Olgiati

Gemeindepräsidentin Sonja Wiesmann führt am Dienstagabend vor 24 Stimmberechtigten durch die Gemeindeversammlung. Diese beinhaltet Information und viele Zahlen. Ihr zur Seite steht der neue Gemeindeschreiber, Robin Geisser. Den Dialog in der Mehrzweckhalle führen zum Schluss einzelne Stimmbürger.

Sonja Wiesmann Schätzle, Gemeindepräsidentin Wigoltingen.

Sonja Wiesmann Schätzle, Gemeindepräsidentin Wigoltingen.

Bild: Manuela Olgiati

«Die Überarbeitung der Ortsplanung ist in vollem Gange», sagt Wiesmann. Die Entwürfe werden der Bevölkerung im dritten Quartal 2021 mit Richtplan, Zonenplan und Baureglement vorgestellt. Die Bautätigkeit verursache Mehraufwand. Gemäss Wiesmann sind im Jahr 2020 in der Gemeinde 80 Baugesuche eingegangen. In diesem Jahr liegt der Zwischenstand jetzt schon bei 50. Auffallend viele Einsprachen gingen im letzten Jahr ein. So viele wie zuvor in fünf Jahren zusammen. Die Finanzen für das vergangene Jahr stehen gut. «Das Rechnungsergebnis ist erfreulich», sagt die Gemeindepräsidentin (siehe Kasten).

Augenmerk aufs Leitungsnetz

Bei der Wasserversorgung schenkt das Konto Unterhalt des Leitungsnetzes ein und wird mit einem Aufwand von 570'000 Franken ausgewiesen. «Zum schlechteren Ergebnis in der Wasserversorgung führten vor allem die zahlreichen Wasserleitungsbrüche», sagt Wiesmann. Die Rechnung 2020 schliesst mit einem Defizit von 270'000 Franken ab, anstelle eines budgetierten Gewinnes von 37'000 Franken. Die Rechnung der Wasserwerke heissen die Stimmbürger dennoch einstimmig gut, ebenfalls die Deckung des Defizits aus dem Eigenkapital, das nun noch knapp 690'000 Franken beträgt.

Wegen der Arbeiten am Wasserleitungsnetz ist die Ortsdurchfahrt in Wagerswil momentan gesperrt.

Wegen der Arbeiten am Wasserleitungsnetz ist die Ortsdurchfahrt in Wagerswil momentan gesperrt.

Bild: Manuela Olgiati

Zustimmung finden ebenso Abschlüsse und Verwendung des Verlustes respektive des Gewinnes des Elektrizitätswerkes Wigoltingen. Die Unterhaltsarbeiten am Niederspannungsnetz haben höhere Kosten verursacht. Für die Netznutzung in der Elektrizität muss ein Defizit von 85'000 Franken dem Eigenkapital belastet werden. Dieses beträgt Ende 2020 rund eine Million Franken. Bei der Energielieferung resultiert ein Gewinn von gut 11'000 Franken. Dieser wird dem Eigenkapital von neu 240'000 Franken zugewiesen.

Abbruch der Jubiläumsfeier

Pandemiebedingt waren die Jubiläumsfestivitäten 25 Jahre Politische Gemeinde gestoppt. Fortsetzung findet indes die Aktion «Schweiz.bewegt»: Am 20. Juni lädt die Gemeinde zum Sportevent auf die Sportanlagen. Zwischen 11 und 15 Uhr finden Turnstunde, Bouleturnier und ein Posten der Pfadi Feuerpfeil Kinder und Erwachsene statt.

In der offenen Diskussion zum Schluss der Versammlung melden sich mehrere Personen zu Wort. Ein Votant beobachtet Postautos auf der Engwangerstrasse mit wenigen Fahrgästen und fordert den Gemeinderat auf, statistische Zahlen über die Nutzung zu besorgen. Ein weiterer Votant macht darauf aufmerksam, alte Strassenschilder, die verblasst und unleserlich sind, zu erneuern. Bemängelt wird der frühzeitige Pflanzenschnitt an Waldrändern. Gerade Blüten und Pflanzen würden im Frühling zur Biodiversität beitragen.

Gewinn

Hohe Steuererträge im Jahr 2020

Die Rechnung 2020 der Politischen Gemeinde Wigoltingen schliesst bei einem Aufwand von 8,32 Millionen und einem Ertrag von 8,99 Millionen mit einem Gewinn von gut 670'000 Franken ab. Dieser Ertragsüberschuss ist auf höhere Steuereinnahmen und mehr Grundstückgewinnsteuern zurückzuführen, zudem wurden 80'000 Franken an Sozialhilfegeldern zurückbezahlt. Die Rechnung heissen die 24 Stimmberechtigten einstimmig und ohne Diskussion gut. Auch die Verbuchung des Gewinnes ins Eigenkapital heissen die Stimmbürger gut. Dieses beträgt neu 3,88 Millionen Franken.