Wigoltingen
Die Rechnung schliesst mit grossem Minus – trotzdem herrscht Einigkeit bei den Stimmbürgern der Volksschulgemeinde

Am Dienstagabend traf sich der Souverän der Volksschulgemeinde Wigoltingen. Die Behörde präsentierte die Rechnung 2020, stellte einen Kredit für neue Beleuchtung und informierte aus dem Schulalltag. Fragen hatten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger keine, alle Geschäfte wurden einstimmig angenommen.

Sabrina Bächi
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Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen führt durch die Rechnungsgemeinde.

Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen führt durch die Rechnungsgemeinde.

Bild: Donato Caspari (Märstetten, 27. April 2021)

Wer die Einladung zur Rechnungsversammlung der Volksschulgemeinde (VSG) Wigoltingen studierte, musste zwei Mal hinschauen. Denn die Veranstaltung fand nicht wie gewohnt in der Mehrzweckhalle in Wigoltingen statt, sondern in der Weitsicht in Märstetten. Es war jedoch kein Verschreiber, sondern so geplant – wegen Corona.

Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen erklärt den Umstand zu Beginn des Abends folgendermassen: «Wegen der Pandemie und der einzuhaltenden Abstände würden in unsere Halle nur 40 Personen reinpassen.» Erfahrungsgemäss sei das jedoch zu wenig. An diesem Dienstagabend jedoch hätte es gereicht. Ins nahe VSG-Ausland nach Märstetten kommen nämlich nur gerade 35 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Die Versammlung birgt denn auch nichts Brisantes und alle Geschäfte werden einstimmig angenommen. Doch der Reihe nach.

Ein Defizit von 188'000 Franken

Das Hauptaugenmerk an diesem Abend liegt auf der Rechnung. Sie schliesst bei einem Aufwand von rund 8,2 Millionen Franken und einem Ertrag von knapp 8,1 Millionen mit einem Defizit von 188'000 Franken. Urs Winistörfer vom Ressort Finanzen erklärt den Aufwandüberschuss in einigen Punkten genauer. Mit über 100'000 Franken Mehraufwand schlägt der Bereich Unterhalt Hochbauten zu Buche. «Das Budget 2020 wurde ja zurückgewiesen und in der Überarbeitung haben wir hier zu sehr eingespart, was sich nun als falsch erwiesen hat», erklärt Winistörfer.

Behördenmitglied Urs Winistörfer erläutert die Rechnung 2020.

Behördenmitglied Urs Winistörfer erläutert die Rechnung 2020.

Bild: Donato Caspari

Aber auch einen Mehraufwand bei den Löhnen fürs Lehrpersonal muss die Gemeinde verkraften. Mehr Schüler und höhere Stellvertretungskosten wegen Corona-Ausfällen führen zu 96'000 Franken Mehrausgaben in diesem Bereich. Fragen oder Anmerkungen gibt es keine, die Rechnung wird einstimmig angenommen.

Neue Leuchten für die Sekundarschule

Ebenso ungenutzt bleibt die Fragerunde bei der Investitionsrechnung, welche mit Ausgaben von 1,1 Millionen rechnet. Auch hier geben die Stimmberechtigten im Saal ihre Zustimmung und recken die Stimmkarten in die Höhe.

Mit den Stimmkarten bezeugten die Bürger ihre Zustimmung.

Mit den Stimmkarten bezeugten die Bürger ihre Zustimmung.

Bild: Donato Caspari

Im Anschluss daran genehmigen die Schulbürgerinnen und Schulbürger einen Kredit von 280'000 Franken für eine neue LED-Beleuchtung im Sekundarschulhaus und wählen drei neue Mitglieder in die Rechnungsprüfungskommission sowie zwei Ersatzmitglieder. In globo werden ebenso die Urnenoffizianten gewählt, hier gibt es zwei neue Mitglieder und vier Bisherige, die sich zur Wahl stellten.

Informationen aus dem Schulbetrieb gibt es ebenfalls. Man habe etwa bei der Überprüfung des Systems mit pädagogischer und organisatorischer Schulleitung festgestellt, dass es nicht überall Sinn ergibt, dass die Leitung so strikt getrennt wird. «Vor allem bei der Personalführung mussten wir die pädagogische Leitung entlasten», erklärt Nathalie Wasserfallen. Neu sind deshalb beide Schulleiter in einem 100-Prozent-Pensum angestellt und teilen die Verantwortung bei der Primar- und Oberstufe auf.

Es herrscht Raumnot

Seit Jahren herrsche in der VSG eine Raumnot, wie Behördenmitglied Markus Werner ausführt. Mit Spezialisten in der Schulraumentwicklung wurden deshalb alle Schulhäuser auf ihren Istzustand analysiert. Klar sei, dass vor allem auch die Schulverwaltung unter dieser Raumnot leide und dass das Behindertengleichstellungsgesetz bei fast allen Schulhäusern nicht eingehalten ist. «Bei den meisten scheitert es bereits am Eingang, der oft mit Treppen versehen ist», sagt Werner.

Weiter stehen die Elternzusammenarbeit sowie das pädagogische Konzept in der Abschlussphase. Nach rund eineinhalb Stunden kann Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen die Versammlung beenden, da auch die Umfragerunde ungenutzt bleibt.