Wiederverwendbare Schutzmasken
Gegen den Abfall und für die Natur: Der Dozwiler Pascal Eggmann rettet seine Firma mit nachhaltig hergestellten Masken durch die Coronakrise

Der Geschäftsleiter der Firma Unrepa setzt auf eine pestizidfreie, lokale und nachhaltige Produktion. Seine mehrfach gut bewerteten Schutzmasken verkauft er schweizweit an grosse Kunden wie etwa die SBB. Dennoch geht es ihm dabei nicht nur um Geld, sondern darum, für die Natur und die Menschen zu arbeiten.

Eva Wenaweser
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Der Dozwiler Pascal Eggmann hat sich entschlossen eine Maske zu entwerfen. Die Livipro Maske ist gemäss Eggmann eine der besten auf dem Weltmarkt.

Der Dozwiler Pascal Eggmann hat sich entschlossen eine Maske zu entwerfen. Die Livipro Maske ist gemäss Eggmann eine der besten auf dem Weltmarkt.

Bild: Andrea Stalder

«Nachhaltige, lange haltbare und qualitativ hochwertige Produkte herstellen», das ist das Credo von Pascal Eggmann. Der Geschäftsführer der Firma Universal Reusable Packaging GmbH (Unrepa) aus Tägerwilen hat es sich zudem zur Aufgabe gemacht, wann immer möglich, seine Artikel in der Schweiz anzufertigen. Der Dozwiler Eggmann hat die Firma im Februar 2017 gegründet. Mittlerweile gehört ihr auch Projektleiter Peter Gubser an. Mit Partnern in der Schweiz entwickelt und produziert die Unrepa textile, wiederverwendbare und umweltfreundliche Verpackungen, um Abfall zu vermeiden.

Wie in den meisten Betrieben der Schweiz, ist die Coronakrise auch an der Unrepa nicht spurlos vorbeigegangen: «In den ersten fünf Monaten dieses Jahres hatten wir praktisch keine Einnahmen. Dann habe ich mich entschlossen, eine Schutzmaske zu entwerfen», sagt Eggmann. Für die Entwicklung und Produktion hat sich der 34-Jährige aus Dozwil, trotz der finanziellen Sorgen, Zeit genommen.

«Ich wollte eine Maske entwickeln, die die Menschen schützt und gleichzeitig den Abfall während der Produktion und danach reduzieren.»

Ihm sei es wichtig, für die Natur und die Menschen zu arbeiten, indem er eine Maske herstellt, die lange nutzbar ist und so wenig Abfall wie möglich erzeugt.

Maske hat überall sehr gute Testergebnisse erzielt

Nachdem Eggmann die Maske fertiggestellt hatte, liess er sie von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) prüfen. Dafür habe er das beste Ergebnis erhalten. Die Empa bescheinigte der Maske eine hohe Wirksamkeit in Bezug auf die Filtration, Sitz und Qualität. Die Livipro Schutzmaske (Liquid Virus Protection) habe auch beim Test der Fachhochschule Nordwestschweiz gut abgeschnitten. So gut, dass sie diese sogar für ihre Studenten, Studentinnen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bestellt habe. «Vor kurzem habe ich die Maske noch von Testex prüfen lassen, sie haben im Anschluss ebenfalls Masken bei mir bestellt», sagt Eggmann. Und:

«Auch die SBB zählt zu unseren Kunden.»

Am 25. November hat Testex den Bericht über die Livipro Schutzmaske veröffentlicht. Darin steht, dass die Maske der Unrepa die Prüfung erfolgreich bestanden habe. Zudem: «Die Stoffmaske ist wiederverwendbar und schützt auch nach 20 Waschgängen noch ausreichend vor Viren und Bakterien, indem sie die hohen Sicherheitslevels einer Atemschutzmaske mit einer Hygienemaske kombiniert.»

Die öl- und wasserabweisende Maske verhindert, dass der Speichel und somit die Viren haften bleiben.

Die öl- und wasserabweisende Maske verhindert, dass der Speichel und somit die Viren haften bleiben.

Bild: Andrea Stalder

Im Vergleich zu anderen Masken kann man unter der Livipro Schutzmaske laut Eggmann trotz der dreier Lagen gut atmen, sie ist lange nutzbar und zudem gut verträglich für die Haut. «Durch unsere Maske bekommt die tragende Person ausserdem keinen Ausschlag, weil sie nicht so nah am Gesicht ist und die Bakterien in der Haut somit nicht durch die Bildung von Schweiss gefördert werden.»

Die öl- und wasserabweisende Maske verhindert ausserdem, dass der Speichel und somit die Viren haften bleiben. Die spezielle Aussenbeschichtung und der Filter innen weisen zudem die Aerosole ab. Da die Maske bei 60 Grad gewaschen werden kann, werden dabei – sollten doch Viren haften bleiben – diese dabei zusätzlich zu Beschichtung definitiv unschädlich gemacht.

Eggmann möchte die Menschen sensibilisieren

Eggmann hofft, dass die Infektionszahlen bald sinken und ein Impfstoff zugelassen wird. Bis dahin möchte er mit seiner Maske für die Gesunderhaltung der Menschen sorgen und diese sensibilisieren:

«Die Masken verschlechtern die bereits bestehende Problematik der Umweltverschmutzung erheblich.»
Die Livipro Maske ist gemäss Eggmann gut verträglich für die Haut.

Die Livipro Maske ist gemäss Eggmann gut verträglich für die Haut.

Bild: Andrea Stalder

Viele der Einwegmasken werden nach dem Gebrauch achtlos weggeworfen und auch deren Verpackung sei in vielen Fällen nicht nachhaltig, auch dem will Eggmann mit seinem Produkt entgegenwirken. «Es wäre wünschenswert, dass die Menschen weniger verschwenderisch werden, wieder vermehrt lokal einkaufen und nicht immer nur an sich selbst denken.» Laut Eggmann hat bei der Bevölkerung durch die Pandemie zwar bereits ein Umdenken begonnen, aber in seinen Augen ist die Veränderung noch nicht gross genug.

Ziel ist ein nachhaltiges Wachstum der Firma

Trotz der Anfangsschwierigkeiten im Jahr 2020 sei es für ihn und seine Firma kein schlechtes Jahr gewesen. Der Abschluss liegt zwar noch nicht vor, aber er ist optimistisch, dass sie sich mit dem Verkauf der Schutzmasken einigermassen gut retten konnten. Eggmann sagt:

«Mir ist es nicht wichtig, reich zu werden. Meine Prioritäten liegen darin, als Team vorwärtszukommen und gute Produkte herzustellen, die lange halten.»

Das sei auch sein Ziel für die kommenden Jahre. Er bevorzuge ein nachhaltiges – langsames aber stetiges – Wachstum seiner Firma. Für 2021 sei bereits geplant, dass zwei wissenschaftliche Partner der Firma beitreten. «Zu realisierende Ideen habe ich auf jeden Fall genug», sagt Eggmann.