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Unternehmer in Hefenhofen hat schon wieder ein «Gschiss» mit Fahrenden

Bereits das achte Mal in diesem Jahr seien Fahrende auf dem Nachbargrundstück, sagt Bruno Straub. Er fühlt sich von der Gemeinde Hefenhofen im Stich gelassen. Die könne kaum was machen, sagt deren Präsident Andreas Diethelm.
Manuel Nagel
Fahrende auf dem Grundstück von Ulrich Kesselring. Bruno Straubs Firma (unterer Bildrand) und seine Christbaumkultur (linker Bildrand) liegen in unmittelbarer Nachbarschaft. (Bild: Manuel Nagel)

Fahrende auf dem Grundstück von Ulrich Kesselring. Bruno Straubs Firma (unterer Bildrand) und seine Christbaumkultur (linker Bildrand) liegen in unmittelbarer Nachbarschaft. (Bild: Manuel Nagel)

Bruno Straub ist sichtlich genervt und hat schon mit dem Gedanken gespielt, aus Hefenhofen wegzuziehen. «Schon das achte Mal in diesem Jahr sind die hier», rechnet er vor. Mit «die» sind Fahrende gemeint, die auf dem Nachbarsgrundstück von Ulrich Kesselring ihr Lager aufgeschlagen haben. Straub will gar keine grossen Worte verlieren. Er meint nur, dass man einfach ein Stück weiter gehen müsse, «und bereits nach den ersten Metern im Wald sehen Sie, was mich nervt», sagt er. Er spielt auf die Kothaufen an, welche tatsächlich überall herumliegen, beim einen Haufen liegt noch eine leere Rolle Haushaltspapier daneben.

Im Juni wurden Autovignetten geklaut

«Ich musste sogar meine Christbäume elektrisch einzäunen, damit man mir nicht dorthin scheisst.»Bruno StraubUnternehmer

«Ich musste sogar meine Christbäume elektrisch einzäunen, damit man mir nicht dorthin scheisst.»
Bruno Straub
Unternehmer

Um das «grosse Geschäft» ging es auch schon Mitte Juni, als Fahrende ebenfalls auf dem Gelände von Ulrich Kesselring campierten. Von Straubs Fahrzeugen wurden Vignetten geklaut und schon damals gab es auf Straubs Grundstück Kothaufen. Doch weder Diebstahl noch Verunreinigung konnten den Fahrenden nachgewiesen werden, weshalb auch der Polizei damals die Hände gebunden waren.

Und nun also wieder das «Gschiss» mit den temporären Nachbarn. «Ich musste sogar meine Christbäume mit einem elektrischen Zaun einhagen, damit man mir nicht zwischen die Bäume scheisst», erzählt Straub. Doch genützt habe es nichts, sagt der Unternehmer. Gemeindepräsident Andreas Diethelm hat «Verständnis für Herrn Straub, wenn es dort neben seinem Wohnhaus bis spät am Abend lärmig ist», wie er sagt. Aber es sei Sache des Grundeigentümers, hier für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Die Gemeinde könne kurzfristig nicht auf die Situation einwirken. «Unser Weg ist sehr träge und langwierig. Doch das will niemand hören. Am Ende heisst es einfach, die Gemeinde mache nichts», sagt Andreas Diethelm und tönt dabei ähnlich konsterniert wie Bruno Straub.

Gemeinde kann nicht einfach Bussen ausstellen

Im Dorf erzählt man sich zudem, dass die Polizei Platzverbot bei Ulrich Kesselring habe und deshalb auch nichts machen könne. Dem widerspricht Mario Christen von der Medienstelle der Kantonspolizei. Die Kapo habe einen Grundauftrag zu erfüllen und würde selbstverständlich auch auf das Grundstück von Ulrich Kesselring, wenn es polizeilich erforderlich oder gar notwendig sei – beispielsweise um Personenkontrollen vorzunehmen.

«In der Regel 14 Tage»

In einem Merkblatt des Kantons steht, «. . . dass Wohnwagen und Zelte der Fahrenden für einen ­sogenannten ‹spontanen Halt› in der Regel von 14 Tagen ohne Baubewilligung aufgestellt werden dürfen. (. . .) Solche Aufenthalte können zudem mit einer Betriebsbewilligung durch die zuständige Gemeindebehörde geregelt werden. Auf öffentlichen Plätzen (. . .) bedarf es hingegen der Zustimmung der Gemeindebehörde. (. . .) Für längere Aufenthalte als 14 Tage, oder in kurzen Zeitabständen wiederholte Aufenthalte auf demselben Platz, bedarf es jedoch vorgängig immer eines Baubewilligungsverfahrens.» (red)

«Unser Weg ist sehr träge und langwierig. Am Ende heisst es, die Gemeinde ­mache nichts.»Andreas DiethelmGemeindepräsident

«Unser Weg ist sehr träge und langwierig. Am Ende heisst es, die Gemeinde ­mache nichts.»
Andreas Diethelm
Gemeindepräsident

«Zu Beginn hat Herr Kesselring die Gruppen von Fahrenden noch angemeldet», sagt Andreas Diethelm und die Gemeinde habe eine Betriebsbewilligung ausgestellt. Doch diese brauche der Grundeigentümer eigentlich gar nicht, und auch das Merkblatt des Kantons (siehe Kasten) sei bezüglich Fristen sehr schwammig formuliert. «Auch sind wir als Gemeinde ohne vorgängiges Verfahren nicht befugt, irgendwelche Bussen auszustellen», sagt Diethelm. Und bis ein solches überhaupt in die Wege geleitet wurde, seien die Fahrenden meistens wieder verschwunden.

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