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Wie ein Sechser im Lotto: Grosse Erbschaft verhindert Defizit

Glücksgöttin Fortuna meinte es gut mit der Politischen Gemeinde Hauptwil-Gottshaus. Eine Erbschaft trug massgeblich dazu dabei, dass sich der budgetierte Verlust in einen Gewinn von 1 Million Franken verwandelte.
Georg Stelzner
Gemeindepräsident Matthias Gehring mit der Rechnungsbroschüre. (Bild: Georg Stelzner)

Gemeindepräsident Matthias Gehring mit der Rechnungsbroschüre. (Bild: Georg Stelzner)

Die einmalige Zahlung aus einer Erbschaft hat 671000 Franken in die Gemeindekasse gespült und dazu geführt, dass die Rechnung 2017 tiefschwarze Zahlen ausweist. Statt des budgetierten Aufwandüberschusses von 222900 Franken resultiert nun ein fast unwirklich anmutender Gewinn in Höhe von 1,041 Mio. Franken.

«Das war natürlich nicht zu erwarten», sagt Gemeindepräsident Matthias Gehring. Er unterstreicht denn auch, dass dies als singuläres Ereignis betrachtet werden müsse, das jedoch grossen Einfluss auf die Gemeindefinanzen haben werde. Gehring weist aber darauf hin, dass das erfreuliche Rechnungsergebnis nicht ausschliesslich der Erbschaft geschuldet ist. So seien mehrere geplante Projekte wie zum Beispiel der öffentliche Parkplatz an der Hauptstrasse in Hauptwil im Vorjahr nicht wie ursprünglich geplant realisiert worden, und vom Kanton habe man im Rahmen des Finanzausgleichs 100000 Franken mehr erhalten als erwartet.

Soziale Wohlfahrt mit Minderaufwand

Signifikante Abweichungen vom Budget sind in der Jahresrechnung in den Bereichen Umwelt/Raumordnung (- 93000 Franken), Kultur und Freizeit (- 51300 Franken) und vor allem Soziale Wohlfahrt (- 108000 Franken) zu finden. Ein Minderaufwand steht auch bei der Allgemeinen Verwaltung, der Öffentlichen Sicherheit, dem Verkehr sowie der Volkswirtschaft zu Buche. Geringfügig mehr ausgegeben als budgetiert wurde für die Gesundheit. Mit einem Plus von 882000 Franken fällt auch der Mehrertrag im Konto Finanzen und Steuern ins Gewicht.

Dass die Sozialkosten im Unterschied zu vielen anderen Gemeinden in Hauptwil-Gottshaus gesunken sind, ist nach den Worten des Gemeindepräsidenten mehr als e in glücklicher Zufall. «Unsere Sozialhilfekommission macht einen ausgezeichneten Job, nimmt alle Gesuche sehr genau unter die Lupe und lässt auch bei den Rückforderungen nicht locker», führt Gehring aus.

Verwendung des Gewinns

Der Gemeinderat möchte das Geld grossteils für Rückstellungen verwenden. Er schlägt folgende Verteilung vor: 300000 Franken für kommunale Liegenschaften, 345000 Franken für künftige Strassensanierungen, 150000 Franken für Anschaffungen im Bauamt und 50000 Franken für Kultur und Freizeit. Auf diese Weise könnte auch die Attraktivität des Weiherwanderwegs durch diverse Massnahmen nochmals gesteigert werden. Der Restbetrag von 196227 Franken soll dem Eigenkapital zugewiesen werden, das sich damit auf 2156522 Franken erhöhen würde.

Gehring ist der Ansicht, dass für Hauptwil-Gottshaus eine Million Franken ausreichen würden. Er plädiert deshalb dafür, das Eigenkapital in den nächsten Jahren entsprechend abzubauen.

Die Gemeindeversammlung findet am Dienstag, 29. Mai, 20 Uhr, in der Mehrzweckhalle von Hauptwil statt.

Attraktive Gestaltung der Broschüre erhöht den Leseanreiz

Vor Gemeindeversammlungen informieren die Behörden die Einwohner in schriftlicher Form über die zu behandelnden Traktanden. In Hauptwil-Gottshaus wird seit einiger Zeit ein Hauptaugenmerk auf die Gestaltung dieser Broschüre gelegt. Sie hat das leserfreundliche Format A4 und wartet mit farbigen Bildern und Graphiken auf. «Ich möchte eine Botschaft, die gelesen wird und nicht sofort beim Altpapier landet», erklärt Gemeindepräsident Matthias Gehring. Die moderne Gestaltung solle die Bevölkerung animieren, sich mit dem Budget und der Rechnung auseinanderzusetzen. Mit einem attraktiv gestalteten Druckerzeugnis sei das leichter zu erreichen. «Ich bin mir sicher, dass die Leute das schätzen», sagt der Gemeindepräsident. Den finanziellen Mehraufwand beziffert Gehring mit rund 20 Prozent. (st)

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