Wie ein junger Hund aus Kreuzlingen die Herzen seiner Fans bei Instagram erobert

Michael Bosshard und Svenja Bühler machen ihren ungarischen Vizsla Jaro zu einem kleinen Social-Media-Star. 

Martina Eggenberger Lenz
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Die Besitzer Michael Bosshard und Svenja Bühler spazieren mit ihrem Hund Jaro dem Waldrand entlang.

Die Besitzer Michael Bosshard und Svenja Bühler spazieren mit ihrem Hund Jaro dem Waldrand entlang.

(Bild: Andrea Stalder)

Der eineinhalbjährige Rüde wirbelt auf dem Waldweg herum. Die Schnauze unten, die Rute in der Höhe. Jaro ist mit seinem rotbraunen Fell inmitten des gleichfarbigen Laubes von weitem fast nicht zu erkennen. Ganz Jagdhund schnüffelt er seine Umgebung ab, nimmt hier einen kleinen Ast zwischen die Zähne, hält dort eine Pfote in den Bach.

Das hübsche Tier sprüht nur so vor Leben. Immer wieder bleibt es kurz stehen, sucht mit seinem Blick seine Menschen. Vielleicht ist es jeweils ein kleiner Liebesanfall, vielleicht die Lust auf ein Guetzli – Jaro sucht die Nähe zu Michael Bosshard und Svenja Bühler. Das Paar hat den Hund im Herbst 2018 als Welpen zu sich genommen.

Der Kleinste im Wurf hat das Herz erobert

Die beiden hatten sich gerade erst ineinander verliebt, schon kam das Thema Hund auf. Michael hatte sich schon länger damit beschäftigt. Er ist mit einem Schäfer aufgewachsen. Der Vizsla hat ihm optisch sehr gut gefallen. «Und er ist auch ein idealer Familienhund», begründet Svenja den Entscheid für die Rasse. Jaro haben die beiden aus einer Zucht in Bayern. «Er war der Kleinste im Wurf», erinnert sich Michael Bosshard. Bis heute ist der Rüde von feiner Statur, auch wenn er nach Angaben der Besitzer überaus gerne frisst. «Das gefällt uns aber auch. Wir wollten nicht so ein Kraftpaket», sagt Svenja Bühler.  

Am 18. September 2018 posten die Kreuzlinger erstmals ein Bild von Jaro bei Instagram. Der Hund bekommt seinen eigenen Account, jaro.the.vizsla. Er ist als knuddeliger Welpe zu sehen. Das gibt schnell viele Likes. Und mit dem Hund wächst die Zahl seiner Fans. Michael Bosshard, der im Vertrieb arbeitet und etwas Marketing affin ist, erzählt, es habe ihn einfach interessiert, wie weit man auf Instagram kommt, wenn man den Hund geschickt inszeniert.

«Dass es so schnell so viele Abonnenten werden, hätte ich nie gedacht.»

Heute hat Jaro mehr als 5000 Follower und ist damit ein Micro-Influencer. Die Besitzer könnten mit ihm wahrscheinlich bereits etwas Geld verdienen oder mindestens Kooperationen eingehen - sie sehen aber davon ab. «Für uns ist es ein Hobby und der Spass im Vordergrund», erklärt die Hündelerin, die in einer Kinderkrippe arbeitet. Nichtsdestotrotz nehmen sie Jaros Profil so ernst, dass sie mindestens jeden zweiten Tag einen Beitrag veröffentlichen.

Fotografiert wird der Vizsla mit einem Smartphone. «Dieses Gerät kennt er», sagt Svenja Bühler und zieht ihr iPhone aus der Tasche. In der Tat macht der Hund beim Posieren brav mit. Fast scheint es so, als würde ihm das Stillhalten für das perfekte Bild Spass machen. Mittlerweile wird der Vierbeiner auch in der Stadt erkannt. «Neulich sind wir über den Boulevard spaziert. Da hat einer gefragt: Ist das nicht Jaro?»

Die Hundeerziehung ist ihnen wichtig

Ab und zu darf der Hund auch in eine Bar mit, wo er dann ebenfalls freudig begrüsst wird. Die Besitzer betonen aber, dass ihnen das Wohlergehen ihres Tieres am wichtigsten sei. Sie legen daher viel Wert auf eine gute Ausbildung ihres Hundes. Zum Beispiel besucht Michael Bosshard mit ihm einen Man­trailing-Kurs beim Suchhundezentrum. «Für uns ist Jaro mehr als ein Hund. Er fordert viel Zeit ein, ja, aber er ist eben auch ein Familienmitglied.»

«Mach mal Erdmännchen»: Svenja Bühler und Michael Bosshard bringen Jaro ein Kunststück bei.

«Mach mal Erdmännchen»: Svenja Bühler und Michael Bosshard bringen Jaro ein Kunststück bei. 

(Bild: Andrea Stalder)
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