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Widerstand gegen Wohntürme am Arboner Seeufer

Die HRS will das Hotel Metropol zugunsten einer Überbauung abbrechen. Mindestens zwei ablehnende Stellungnahmen und die eine oder andere Einsprache liegen dem Stadtrat vor.
Tanja von Arx
Das Gebäude aus den 60er Jahren nahe dem Bahnhof ist vermutet bald Geschichte. (Bild: Max Eichenberger)

Das Gebäude aus den 60er Jahren nahe dem Bahnhof ist vermutet bald Geschichte. (Bild: Max Eichenberger)

«Wir wollen keine Hochhäuser! Und auch keine Zonenplanänderung!» Diese Zeilen gegen das Bauvorhaben der HRS auf dem Areal des brachen Hotel Metropol, zwei vierzig Meter hohe Wohntürme zu bauen (siehe Kasten), lesen sich auf Facebook. Gleich mit dem Aufruf, dagegen Einsprache zu machen.

«Warum muss man alles verwüsten!»

Und es sind vor dem Hintergrund gerade noch die freundlicheren.

Wohnungen, Hotelzimmer und Restaurant am See

Das Hotel Metropol mit Baujahr 1964 ist seit November 2016 geschlossen. Der Eigentümer und Generalunternehmer HRS plant das Gebäude abzubrechen. Das Projekt Riva soll realisiert werden, Sieger aus einem Architekturwettbewerb. Angedacht sind nebst zwei über 40 Meter hohen Türmen mit Wohnungen und Hotelzimmern im gehobenen Stil bodeneben Gewerberäume, ein Saal für 150 Personen und ein Restaurant mit Seeterrasse. Auf städtischem Gebiet soll es eine öffentliche Parkanlage geben. Eine Tiefgarage ist möglich. Wenn die HRS das Projekt Riva realisieren kann, will sie als Entgegenkommen auf dem SaurerWerkZwei ein Hotel bauen. Das sogenannte WerkZwei soll unterhalb der Casa Giesserei zu stehen kommen. Die Arboner können nächstes Jahr über den Gestaltungsplan abstimmen, der die Details der Riva-Überbauung wie Erschliessung oder Nutzung der Gebäude regelt. (tva)

«Das Bauprojekt ist widerrechtlich»

Bereits im Vorfeld schlug das Projekt hohe Wellen. Eine Mehrheit der Arboner wolle nichts davon wissen, hiess es an einer Infoveranstaltung. Das «Metropol» solle abgerissen und im gleichen Stil wieder aufgebaut werden. Und jetzt sei an dieser Stelle doch möglich, was laut Statement des Stadtrats vor kurzer Zeit noch unmöglich gewesen wäre. Gemäss Ansicht von Architekten ist das Bauprojekt gar widerrechtlich, es lasse sich etwa nicht mit dem Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz vereinen. Kurzum sei ein Stadtrat, der nach der Pfeife von Investoren tanze und das kurz vor Legislaturende, unwürdig.

IG wartet auf neuen Stadtrat

Andrea Vonlanthen, Sprecher der IG Metropol. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Andrea Vonlanthen, Sprecher der IG Metropol. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Die Situation hat sich mittlerweile so zugespitzt, dass die «IG Metropol» ihre Aktivitäten intensiviert. Wie der Medienmitteilung von vorgestern zu entnehmen ist, hat diese im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens «eine deutlich ablehnende» Stellungnahme eingereicht. «Mit weiteren Schritten wartet die IG ab, bis sich der völlig neu zusammengesetzte Stadtrat ausreichend mit dem Dossier ‹Riva› und der Zonenplanänderung vertraut gemacht hat.»

Die IG erwartet eine unvoreingenommene Prüfung des Dossiers durch den neuen Stadtrat und eine verstärkte Aufmerksamkeit für den Erhalt des Ortsbildes sowie der einzigartigen Uferlandschaft vom Bahnhof bis zum Seemoosriet.

«Jetzt hoffen wir auf zahlreiche Einsprachen zur daraus resultierenden Zonenplanänderung mit einer Zone ‹Höhere Häuser/Hochhäuser›.»

Erica Willi-Castelberg, Präsidentin Natur- und Vogelschutz Meise. (Bild: PD)

Erica Willi-Castelberg, Präsidentin Natur- und Vogelschutz Meise. (Bild: PD)

Auch der Natur- und Vogelschutzverein Meise äussert sich ablehnend. In einem offenen Brief wirft er dem Stadtrat vor, jetzt noch ein Ja erzwingen zu wollen. «Die Leute sind der Sache müde, das wird nun ausgenützt.» «Daneben» findet der Verein eine «Zwängerei, ja Erpressung» durch die HRS, im Gegenzug ein Hotel im WerkZwei zu bauen. «Da müssen wir uns fragen, wer denn tatsächlich ein solches Hotel will und braucht?»

Dass sich der Stadtrat in der Angelegenheit auf die Seite der Bevölkerung schlage, könne man nach den bisherigen Erfahrungen nicht erhoffen.

«Der Druck auf das winzige, sehr empfindliche Restgebiet des Schlickbereichs vom Aachbrüggli bis zum Hafen darf nicht steigen.»

Dieses sei immerhin noch ein Limikolenschutzgebiet von nationaler Bedeutung.

Einsprachefrist abgelaufen

Die Einsprachefrist in Zusammenhang mit der Ortsplanungsrevision ist vorgestern abgelaufen. Laut Stadtpräsident Andreas Balg sind insgesamt zwischen 50 und 100 Einsprachen eingegangen, die eine oder andere im Wortlaut des Mitwirkungsverfahrens zum Gestaltungsplan auch gegen das Projekt Riva. «Allerdings gilt das Datum des Poststempels. Um eine seriöse Auskunft geben zu können und den Überblick zu haben, ist es noch zu früh.» Die Details würden in den nächsten Tagen bekannt gegeben.

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