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Widerstand gegen geplante Entlastungsstrasse in Bischofszell

Der Quartierverein Schützengütli macht gegen die vom Stadtrat vorgeschlagenen Varianten für eine Verkehrsentlastung der Altstadt mobil. Mit zwei Dutzend Transparenten wirbt er für ein Nein.
Georg Stelzner
Franz Eugster und Pascal Mächler zeigen das an der Espenstrasse platzierte Transparent. (Bild: Georg Stelzner)

Franz Eugster und Pascal Mächler zeigen das an der Espenstrasse platzierte Transparent. (Bild: Georg Stelzner)

Mittwoch, 1. Mai, Tag der Arbeit: Mitglieder des Quartiervereins Schützengütli sowie Sympathisanten und Gleichgesinnte verstehen das Motto dieses Tages im wortwörtlichen Sinn und stellen in ihrer Freizeit über 20 Transparente her, auf denen ein Nein zur vorgeschlagenen Stadtentlastung propagiert wird. Rund 50 Leute sind an der Aktion beteiligt.

Auffallend: Jedes Transparent ist ein Unikat, keines gleicht einem anderen und jedes ist auf seine eigene Art originell. Was auf den ersten Blick eingedenk der jahrzehntelangen Bemühungen um ein solches Projekt paradox erscheinen mag, ist für Vereinsmitglied Franz Eugster durchaus plausibel.

Transitverkehr durch Wohngebiete

«Die vom Stadtrat vorgeschlagenen Varianten bewirken keine Entlastung der Stadt, sondern eine Verlagerung des Verkehrs», argumentiert Eugster. Als besonders störend empfindet er, dass unter dieser Verlagerung ausgerechnet Wohnquartiere leiden würden. Er sehe nicht ein, warum gewisse Stadtteile auf Kosten anderer entlastet werden sollen.

«Wir wollen mit unserer Aktion ein Zeichen setzen und zum Ausdruck bringen, dass es kritische Stimmen gibt», erläutert Eugster. Hinweis auf die Finanzen der Stadt

Als zweiten Kritikpunkt führt Eugster die Kosten an. Bischofszell könne sich keine der beiden Varianten finanziell leisten, ist er überzeugt und erinnert daran, dass die Rosenstadt bereits jetzt den dritthöchsten Steuerfuss im Kanton Thurgau habe.

Stadtpräsident ist nicht überrascht

Keine der ursprünglich über 20 Varianten für eine Entlastungsstrasse sei finanzierbar. Alle seien ungenügend, sprich unbrauchbar. «Ich bin unter solchen Voraussetzungen dagegen, dass eine neue Strasse gebaut wird», sagt Eugster, der hofft, dass viele Einwohner diese Meinung teilen und am 19. Mai ein «Nein» in die Urne legen werden.

Wichtig ist Eugster auch eine gute Stimmbeteiligung. Das Ergebnis solle eine hohe demokratische Legitimität haben und möglichst repräsentativ sein.

Stadtpräsident Thomas Weingart reagiert auf den Bürgerprotest gelassen: «Ich bin nicht überrascht, zumal sich die selben Personen schon in der Vernehmlassung kritisch geäussert haben.» Leute, die sich von einem Projekt benachteiligt fühlen, neigten dazu, es abzulehnen.

Stadtrat stellt zwei Varianten zur Diskussion

Mit der Konsultativabstimmung vom 19. Mai möchte der Stadtrat die Stimmbürger zu einem Grundsatzentscheid veranlassen. Er stellt zwei Fragen: «1. Wollen Sie, dass längerfristig ein Korridor für eine Stadtentlastungsstrasse der Varianten ZO1 im Osten oder DZW1 im Westen gesichert wird? 2. Welche Variante wird bevorzugt? (ZO1 im Osten oder DZW1 im Westen).

Variante ZO1 (Kosten: 78 Mio. Franken): Der Zentrumstunnel Ost ist eine möglichst direkte östliche Umfahrung der Altstadt. Sie beginnt im Norden an der Amriswilerstrassse, führt über das Gelände Bruggwiesen, eine neue Sitterbrücke bis zur Hangkante und in einem Tunnel unter dem Bitziquartier in die Espenstrasse und von dort in die Steigstrasse. Eine Untervariante würde vom Kreisel Schiff entlang der Tennisplätze bis zur Hangkante und dort in den gleichen Tunnel geführt.

Variante DZW1 (71 Mio. Franken): Die Variante Dispers Zentrum West 1 umfährt das Stadtgebiet westlich. Sie beginnt im Norden am Knoten «Drei Eidgenossen» und führt über eine neue Sitterbrücke zur Fabrikstrasse, verläuft auf dieser bis zur Thurbruggstrasse und führt der Hangkante folgend zur Niederbürerstrasse. In Richtung Stadt mündet die Niederbürerstrasse in einen Kreisel Post-/Türkei-/Schützengütlistrasse und nutzt eine neue Bahnunterführung zur Schützengütlistrasse. Im Bereich Bergstrasse mündet sie in die Steigstrasse. Der Bahnübergang Steigstrasse wird geschlossen. (st)

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