Wider den Balzverkehr: Die Stadt Romanshorn trifft strikte Massnahmen gegen Autoposer

In der Hafenstadt hat man die Nase voll. Und zwar von meist jungen Männern in aufgemotzten Schlitten mit dem Ziel, sich optisch und akustisch in Szene zu setzen. Deshalb greift die Behörde jetzt durch - mit Pollern, einer Barriere und Eingangstoren.

Tanja von Arx
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Auf dem blau markierten Abschnitt sollen strikte Massnahmen zum Tragen kommen.

Auf dem blau markierten Abschnitt sollen strikte Massnahmen zum Tragen kommen.

PD

Romanshorn hat die Nase voll. Und zwar von Autoposern: Meist junge Männer in aufgemotzten Schlitten mit dem Ziel, sich optisch und akustisch in Szene zu setzen. Stadtpräsident Roger Martin hat bereits an einer Einfachen Anfrage mitgewirkt, die sein Arboner Amtskollege Dominik Diezi im Grossen Rat zu dem Ärgernis eingereicht hat. Auch eine Schranke hat man laut angedacht (unsere Zeitung berichtete). Und scheinbar reicht dies der Hafenstadt noch nicht.

Dem Romanshorner Stadtpräsidenten Roger Martin gefallen die Autoposer so gar nicht.

Dem Romanshorner Stadtpräsidenten Roger Martin gefallen die Autoposer so gar nicht.

Donato Caspari

«Hoher Handlungsbedarf bezüglich Sicherheitsdefiziten»

Wie einer Medienmitteilung vom Mittwoch zu entnehmen ist, hat der Stadtrat eine provisorische Verkehrsanordnung mit beschränkenden Massnahmen für die Tempobolzer beschlossen. Im Oktober soll einiges an der unteren Hafenstrasse passieren. Die Stadt konstatiert denn einen «hohen Handlungsbedarf bezüglich Sicherheitsdefiziten»: Bei vier Einfahrten sei wegen der Längsparkierung keine Sicht gewährleistet, was Velofahrer gefährde. Ausserdem gestalte sich die Querparkierung beim Ortsmuseum ungünstig.

Konkret soll die Fahrbahn zwischen der Barriere an der Bankstrasse und dem Restaurant Panem für die Poser unattraktiv gemacht werden. Der Zugang in den neu gestalteten Strassenabschnitt erfolgt durch ein Eingangstor beim Brunnen vor dem Restaurant Schiff.

Dazu setzen die Verantwortlichen vorhandene Pflanzentröge und allenfalls eine Schwelle ein. Auf der anderen Seite lassen sie die Strassenverengung beim«Panem» weiter nach Osten verschieben. Dadurch sei der Bodenseeradweg besser erkennbar. Ein blauer, breiter Radstreifen begrenzt den Strassenraum, und versetzt angeordnete Poller markieren den Platz für Velofahrer.

Keine Querparkierung und keine« Knotensituation beim Brunnen»

Die Querparkierung auf der stadteigenen Parzelle vor dem Ortsmuseum wird aufgehoben. Das kommt laut der Stadt Spaziergängern zugute. Die «Knotensituation beim Brunnen» soll zudem vereinfacht werden, um Velofahrer sicher in Richtung Bahnhof zu leiten. Schliesslich ist vorgesehen die Direktverbindung an der Hafenstrasse vor der Schulturnhalle für den normalen Autoverkehr zu schliessen und über die neu gestaltete Kreuzung Hafen-/Bankstrasse zu leiten.

Die Massnahmen erfolgen abgestimmt auf die Auswasserung der Boote.

«Die Stadt ist bestrebt, Einschränkungen für Bewohner, Gewerbetreibende und Bootsbesitzer möglichst gering zu halten.»

Die Zufahrten zu den Liegenschaften seien sichergestellt, heisst es im Communiqué. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe hatte unter anderem in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Thurgau «mögliche Ansätze zur Eindämmung» ausgearbeitet.