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Werner Minder ist seit 100 Tagen Gemeindepräsident von Hohentannen

"Ich finde überall offene Türen vor", stellt Werner Minder erfreut fest. Der 56-Jährige zieht eine positive erste Bilanz. Er lobt die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und mit der Verwaltung und freut sich über den guten Draht zur Bevölkerung.
Georg Stelzner
Gemeindepräsident Werner Minder auf dem Platz vor dem Gemeindezentrum Hischeschür in Hohentannen. (Bild: Reto Martin)

Gemeindepräsident Werner Minder auf dem Platz vor dem Gemeindezentrum Hischeschür in Hohentannen. (Bild: Reto Martin)

Werner Minder, wie haben Sie die ersten Monate im Amt empfunden?

Es gab viele Geschäfte, in die ich mich einarbeiten musste, und so war das erste Vierteljahr schnell vorbei. Hat man viel zu tun, vergeht die Zeit wie im Flug. Es waren sehr intensive Wochen.

Intensiv auch deshalb, weil Sie in Sirnach ebenfalls noch angestellt sind?

Richtig, aufgrund der sechsmonatigen Kündigungsfrist bin ich in Sirnach noch bis Ende September als Abteilungsleiter «Bau & Liegenschaften» angestellt. Der Bezug von Ferien und die Kompensation von Überstunden ermöglichen es mir jedoch, in dieser Übergangszeit jeweils am Mittwoch in Hohentannen zu sein. Ich musste allerdings feststellen, dass das nicht reicht. Ich arbeite deshalb manchmal auch abends und an Wochenenden für Hohentannen. Insgesamt bedeutet das ein Arbeitspensum von rund 150 Prozent. So gesehen bin ich froh, wenn diese grosse Belastung demnächst endet.

Und wie wird es ab 1. Oktober weitergehen?

Dann werde ich jeweils am Montag, Dienstag und Donnerstag in Hohentannen sein, was einem 60-Prozent-Pensum entspricht. Bis Ende September 2019 werde ich in Sirnach mit einem 40-Prozent-Pensum noch diverse Projekte, die ich schon lange betreue, zu Ende führen. Wenn dann der Bauverwalter der Gemeinde Hohentannen im Herbst 2019 pensioniert wird, werde ich dessen Aufgaben übernehmen.

Haben Sie das Gefühl, in der Gemeinde bereits richtig «angekommen» zu sein?

Ja, durchaus. Ich hatte schon verschiedentlich Kontakt mit der Bevölkerung. Zum Beispiel anlässlich der Bundesfeier oder im Rahmen der Neuzuzügerbegrüssung. Die vorgängige Teilnahme an Gemeinderatssitzungen in beratender Funktion erweist sich jetzt als grosser Vorteil.

Haben Sie inzwischen für sich schon einen Lieblingsplatz in der Gemeinde entdeckt?

Einen eigentlichen Lieblingsplatz habe ich noch nicht. Aber die Grillstelle und der Obstgarten gefallen mir zum Beispiel sehr gut.

Wie nehmen Sie das politische und das soziale Klima in der Gemeinde wahr?

Ich habe den Eindruck, die sozialen Kontakte in der Gemeinde sind wirklich gut. Es herrscht eine positive Stimmung. Ich selber bin herzlich aufgenommen worden. Man hat für mich sogar einen Maibaum aufgestellt. Ich finde überall offene Türen vor. Die Leute schätzen es, wenn man sich für sie interessiert, und ich glaube, sie sind auch froh, wieder einen Gemeindepräsidenten gefunden zu haben.

Was ist Ihnen beim Einstieg ins Amt leicht gefallen und was eher schwer?

Die Sitzungen mit dem Gemeinderat und die Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung sind problemlos angelaufen. Eine grosse Herausforderung war es für mich, die Akten und Unterlagen zu sichten und mich darin zurechtzufinden. Ich habe alles nach meinen Bedürfnissen neu strukturiert, was viel Zeit in Anspruch genommen hat. Ausserdem habe ich eine Schulung für das hiesige Buchhaltungsprogramm gemacht. Man darf eines nicht unterschätzen: In einer kleineren Gemeinde muss man in meiner Position schon eine Art Generalist sein. Der Umstand, dass ich im Moment noch Aufgaben in zwei Gemeinden zu erfüllen habe, erschwert die Sache zusätzlich. Dieser Spagat ist nicht einfach.

Welches waren die wichtigsten Geschäfte, mit denen Sie bisher zu tun hatten?

Das waren schon einige. So haben wir die Revision der Ortsplanung in Angriff genommen. Es gilt auch die Frage zu klären, ob respektive wie es bei der Wasserversorgung mit dem Zweckverband Felsenholz weitergehen soll. Weitere Geschäfte betreffen die Vorbereitung der Generellen Entwässerungsplanung und die Sanierung der Kantonsstrasse, zumal von der nächsten Etappe im Sommer 2019 das Dorf Hohentannen betroffen sein wird. Und ganz aktuell steht jetzt die Erstellung des Budgets für das nächste Jahr auf dem Programm.

Sirnach machte kürzlich in der Tagespresse positive Schlagzeilen, weil es beim Gemeinderanking an die Spitze vorgerückt ist. Ist Ihr Wechsel in den Oberthurgau also zu früh erfolgt?

Die Entwicklung, welche die Gemeinde Sirnach genommen hat, ist sehr erfreulich. Ich darf für mich in Anspruch nehmen, auch einen Beitrag geleistet zu haben. Andererseits kann man die beiden Gemeinden nicht miteinander vergleichen. Ich verrichte meine Arbeit in Hohentannen sehr gerne und hoffe, hier ebenfalls etwas bewegen zu können.

Sie fühlen sich dem bürgerlichen Lager zugehörig, haben das Amt aber als Parteiloser angetreten. Ist das noch so?

Ja, denn im Moment hat diese Frage für mich keinen vordringlichen Charakter. Ich bin vollauf damit beschäftigt, zu organisieren und zu strukturieren. Es geht um Sachpolitik. Parteien haben in Hohentannen keine allzu grosse Bedeutung. So gehört im Gemeinderat derzeit niemand einer Partei an. Wichtig sind mir hingegen regelmässige Kontakte mit Gewerbebetreibenden aus der Gemeinde und aus der Region.

Bei der Wahl am 4. März war Weinfelden Ihr Wohnsitz. Hat sich daran etwas geändert?

Nein, wobei es auch nicht ganz einfach ist, in der Gemeinde Hohentannen eine Wohnung zu finden. Ich habe inzwischen aber etwas in Aussicht. Der Thurgauer Regierungsrat hat mein Gesuch bewilligt und gewährt mir für den Umzug eine Frist bis Ende November 2019.

Morgen findet in Hohentannen der Herbstmarkt statt. Kennen Sie diesen Anlass?

Ich war noch nie selber dabei, habe aber von der Veranstaltung schon gehört. Ich freue mich darauf, den Herbstmarkt am Samstag erstmals erleben zu dürfen. Es wird eine weitere gute Gelegenheit sein, mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten.

Welchen Stellenwert messen Sie dem Herbstmarkt bei?

Ich denke, der Herbstmarkt ist wichtig, weil er den Namen unserer Gemeinde in der ganzen Region und sogar noch darüber hinaus bekannt macht. Ich begrüsse es, wenn in der Gemeinde für Einwohner und Besucher etwas geboten wird. Man darf es aber auch nicht übertreiben und meinen, Hohentannen bedürfe nun vieler solcher Anlässe. Es gilt, auch auf die Bevölkerung Rücksicht zu nehmen und ein vernünftiges Mass zu finden.

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