Werken statt Sonnenbaden: Ein Kreuzlingen Schulhaus soll einen Aufbau erhalten

Ein Erweiterungsbau am Schulhaus Bernegg liegt am 9. Februar zur Abstimmung vor. Die Schulleitung freut sich über eine kostengünstige Lösung.

Judith Schuck
Drucken
Teilen
Aus der Dachterrasse sollen zwei Klassenzimmer werden. Ralph Huber, Schulleiter Bernegg und Seraina Perini, Schulpräsidentin.

Aus der Dachterrasse sollen zwei Klassenzimmer werden. Ralph Huber, Schulleiter Bernegg und Seraina Perini, Schulpräsidentin.

(Bild: Judith Schuck)

Anpassungen an den Lehrplan 21, aber auch an die demografische Entwicklung, welche eine steigende Schülerzahl voraussagt, sind Grund für die Botschaft der Primarschulgemeinde Kreuzlingen. Darin geht es um ein Kreditbegehren von 760 000 Franken für die Erweiterung des Schulhauses Bernegg. Schulpräsidentin Seraina Perini sagte bei der Medieninformation am Dienstag: Die Schulleitung wolle Transparenz zeigen, darum käme die Erweiterung am 9. Februar vors Volk.

«Mit den Geldern, die wir zur Verfügung haben, gehen wir wirklich sorgfältig um.»

Geplant ist eine Aufstockung im Nordwestteil des Schulhauses Bernegg. Hier soll die Dachterrasse, die ohnehin saniert und an heutige Sicherheitsvorschriften angepasst werden müsste, einen Aufbau erhalten, durch den zwei zusätzliche Klassenzimmer entstehen. «Für uns war wichtig, dass wir eine gute Form finden, die für den Ort sinnvoll ist», sagt Perini. Ralph Huber, der seit elf Jahren das Schulzentrum Bernegg leitet, ergänzt: «Mit dem Aufbau sparen wir uns die notwendige Sanierung des Flachdachs und verbauen keinerlei Grünflächen.»

Die beiden neuen Klassenzimmer sind für das Fach Textiles Werken vorgesehen. Die Lage im 5. Obergeschoss eigne sich durch die gute Tageslichtsituation besonders für manuelle Arbeiten, heisst es in der Botschaft. Bisher befanden sich die Textil-Werkzimmer im Erd- und 1. Obergeschoss. Diese Räume sollen künftig für den Fremdsprachenunterricht genutzt werden, für den eine zentrale Lage in nächster Nähe zu den übrigen Fachzimmern von Vorteil sei.

An dieser Stelle des Schulhauses soll der Aufbau realisiert werden.

An dieser Stelle des Schulhauses soll der Aufbau realisiert werden.

(Bild: pd)

Das Dreijahresstufenmodell mit der Unterteilung in Kindergarten, Unter- und Mittelstufe wird zum neuen Schuljahr in ein Zyklusmodell umgewandelt. Dadurch fände der Unterricht vermehrt in Halbklassen statt. «Das führt zu einer Verdopplung des Raumbedarfs», erklärt der Schulleiter. Drei Kreuzlinger Architekturbüros hätten bereits zugestimmt, Vorschläge für den Aufbau zu erarbeiten.

Wenn der Kredit genehmigt werde, entscheide ein Gremium aus Schulleitung und Baukommission über das Siegerprojekt. In Anlehnung an den Sichtbetonbau des Architekturbüros Ryf/Scherrer/Ruckstuhl der 1960er-Jahre stellen sich Perini und Huber eine leichte Stahl-/Glas- oder Holz-/Glaskonstruktion vor. Sie erhoffen sich bis August 2020 den Bezug der neuen Zimmer, die dann gleichzeitig mit der Sanierung des Westtraktes fertiggestellt würden.

Noch zwei Baugesuche der Schule

Ebenfalls für 2020 liegen aktuell zwei Baugesuche auf, die im Mai 2019 vom Stimmvolk durchgewunken wurden. Zum einen die energetische Gebäudesanierung der Pestalozzistrasse 9. Zum anderen soll der alte Kinderhort Tannegg abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Mehr zum Thema