TKB-Millionen
Messen Weinfelden werben mit Prominenz für die erhoffte Eventhalle

127 Millionen Franken liegen im Thurgau bereit für Projekte jeder Grösse und Art. Um diese TKB-Millionen buhlen bereits viele, auch die Messen Weinfelden. Nun haben sie über ein Dutzend Prominente ins Boot geholt, die sich für das geplante Kultur- und Erlebniszentrum in Weinfelden starkmachen.

Mario Testa
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Im Oktober 2020 haben die Vertreter der Messen Weinfelden und der Stadt Weinfelden ihr Projekt eines Thurgauer Kultur- und Erlebniszentrums vorgestellt.

Im Oktober 2020 haben die Vertreter der Messen Weinfelden und der Stadt Weinfelden ihr Projekt eines Thurgauer Kultur- und Erlebniszentrums vorgestellt.

Bild: Mario Testa

Lara Stoll will es krachen lassen. «Endlich könnte ich auch im Thurgau mit meiner Laser-Drohnen-Seiltanz-Pyro-Feuerwerk-Show auftreten», sagt die Slam-Poetin. «Im Kultur- und Eventzentrum würden auch die zweihundert Tänzer und die drei Big Bands sicher Platz finden.» Mit ihrer gewohnt überzeichneten Aussage reiht sich die Wortakrobatin in eine Reihe von über einem Dutzend prominenter Unterstützer für das Thurgauer Kultur- und Eventzentrum ein, das in Weinfelden entstehen soll.

Etwa so könnte das Kultur- und Eventzentrum mit Thurgau-Markt aussehen.

Etwa so könnte das Kultur- und Eventzentrum mit Thurgau-Markt aussehen.

Bild: PD

Die Prominenz aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport angegangen ist Geschäftsführer Gregor Wegmüller und sein Team von den Messen Weinfelden. «Wir haben die Unterstützer selber gesucht und befragt», sagt Wegmüller.

«Es sollten aber nicht einfach Prominente sein, sondern Personen, die etwas zum Thema beitragen können aus den Bereichen Kultur, Sport und Events.»

Wichtig sei ihm gewesen, mit den Stimmen der Prominenten nochmals hervorzuheben, was eine solch grosse Eventhalle für den Thurgau bedeuten würde. «In vielen Gemeinden gibt es Säle mit ein paar hundert Plätzen. Unser Projekt soll diese auch nicht konkurrenzieren, sondern noch grössere Anlässe bis 6000 Leute ermöglichen. Damit wollen wir auch Acts in den Thurgau holen, für die das bis heute kein Thema ist.»

Prominenz aus Kultur, Sport, Politik und Wirtschaft

So kommt es, dass unter den 14 Fürsprechern mit Sepp Silberberger, Pepe Lienhard, Lara Stoll und Sarah Lüthy vier Personen aus der Kultur vertreten sind. Aus der Wirtschaftswelt sind es TKB-CEO Thomas Koller und René Ramseier, Präsident des Gewerbevereins Weinfelden und Umgebung. Seitens Politik melden sich Ständerat Jakob Stark, Nationalrätin Edith Graf-Litscher, Kantonsrätin Kristiane Vietze, Kantonsrat Hermann Lei und der Weinfelder Stadtpräsident Max Vögeli zu Wort. Auch Rolf Müller, Geschäftsführer von Thurgau Tourismus, Christoph Kamber, Präsident der Expo Event Swiss LiveCom Association, und Rainer Schalch, Co-Präsident der Vereinigung Thurgauer Sportverbände, sprechen sich für das Zentrum aus.

Rolf Müller, Geschäftsführer Thurgau Tourismus.

Rolf Müller, Geschäftsführer Thurgau Tourismus.

Bild: Andrea Stalder
«Mit einer solchen Infrastruktur kann der Geschäfts- und Kongress-Tourismus im Kanton Thurgau gesteigert und Einnahmen für Hotellerie und Gastronomie erzielt werden», sagt Thurgau-Tourismus-Geschäftsführer Rolf Müller.
Kantonsrätin Kristiane Vietze.

Kantonsrätin Kristiane Vietze.

Bild: PD
«Den Thurgau spürbar machen – dafür ist das Thurgauer Kultur- und Erlebniszentrum mit seinem Standort in der Messe-Stadt Weinfelden in Ergänzung zu Einrichtungen an anderen Standorten im Kanton ideal. Neben den wirtschaftlichen Aspekten gefallen mir insbesondere die kulturellen Möglichkeiten, die emotionale Erlebnisse schaffen», sagt Kantonsrätin Kristiane Vietze.
Ständerat Jakob Stark.

Ständerat Jakob Stark.

Bild: Donato Caspari
«Eine flexibel nutzbare Markt- und Eventhalle und ein Thurgau-Markt sind ganz konkrete Massnahmen aus der Strategie Thurgau 2040, mit denen der Thurgau sich ‹mehr in Szene› setzen kann», sagt Ständerat Jakob Stark.
Nationalrätin Edith Graf-Litscher.

Nationalrätin Edith Graf-Litscher.

Bild: Reto Martin
«In der neuen Eventhalle können zukünftig im Thurgau auch grössere Kulturveranstaltungen, Kongresse und nationale Veranstaltungen stattfinden. Damit gewinnt der Thurgau für die eigene Bevölkerung und für Gäste an Attraktivität», sagt Nationalrätin Edith Graf-Litscher.

Gregor Wegmüller ist vom Thurgauer Kultur- und Erlebniszentrum in Weinfelden überzeugt. Und dank der vielen prominenten Fürsprecher ist er auch optimistisch, dass das 18-Millionen-Projekt in die Kränze kommt, zwölf Millionen sollen dafür aus dem TKB-Topf kommen, drei könnte die Stadt Weinfelden beisteuern und nochmals drei die Messen Weinfelden. «Mit dieser Grössenordnung sind wir unter den grossen Projekten ein kleines. Wir glauben, dass es seine Berechtigung hat», sagt er.

Erst wenige Projekte sind bekannt

Gegen welche andere Projekte sich das Kultur- und Erlebniszentrum zum Schluss durchsetzen muss, ist noch offen. «Noch nicht einmal die Kantonsräte kennen alle Projekte. Aber die ganz grossen Projekte sind doch schon oft in der Zeitung gewesen», sagt Wegmüller. «Klar gibt es da auch einen gewissen Konkurrenzkampf.»

Gregor Wegmüller, Geschäftsführer Messen Weinfelden.

Gregor Wegmüller, Geschäftsführer Messen Weinfelden.

Bild: Andrea Stalder

Bis zum Stichtag im Sommer vergangenen Jahres sind beim Kanton 95 Ideen für Projekte eingegangen, welche von den 127 Millionen Franken profitieren wollen, die der Kanton beim Börsengang der TKB verdient hat. Eine Projektgruppe, eingesetzt von der Regierung, hat diese analysiert. Der Regierungsrat wird nun eine Liste erstellen von den Projekten, welche die Voraussetzungen erfüllen. Er wird die verbliebenen Projektideen zuhanden des Gossen Rates in der Form eines Berichts verabschieden. Die parlamentarische Beratung kann bis im Herbst erfolgen. Das letzte Wort dürfte dann das Thurgauer Stimmvolk an einer Abstimmung haben in rund einem Jahr.