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Weltrekord in Strohwilen: Grösster Holzdackel vor dem Feuer gerettet

50 Dackel, über 200 Besucher und ein Weltrekord trafen am 31. Juli am Burning-Ass-Festival in Strohwilen zusammen. Der Anlass wird alljährlich vom Thurgauer Arschkartenclub organisiert. Dieses Jahr lockte das Festival auch den Inhaber eines deutschen Dackelmuseums an.
Amy Douglas
Burnie brennt - Dackel Waldi nicht. Er kommt ins Dackelmuseum in Passau. (Bild: Andrea Stalder)

Burnie brennt - Dackel Waldi nicht. Er kommt ins Dackelmuseum in Passau. (Bild: Andrea Stalder)

Die Landstrasse zum Festplatz bei Strohwilen bei Bissegg ist am Abend des 31. Julis von Autos der ganzen Ostschweiz gesäumt. Thurgauer, St. Galler, Appenzeller, Bündner, Zürcher und Schaffhauser Kennzeichen verraten die vielfältige Herkunft der Besucher des dritten Burning-Ass-Festivals.

Der Anlass ist beinahe so aussergewöhnlich wie sein Name. Es geht hier aber nicht etwa um heisse Hintern, sondern um das alljährliche Vereinsfest des Thurgauer Arschkartenclubs.

Dani Schmid, der sich ab und zu über eine «Arschkarte» im Leben ärgern musste, gründete diesen Verein vor drei Jahren mit ein paar Gleichgesinnten. Jedes Jahr treffen sich die rund 200 Mitglieder und lassen eine grosse Holzfigur namens «Burnie» und eine symbolische Arschkarte in Flammen aufgehen. Doch dieses Jahr ist aussergewöhnlich: «Burnie» hält einen Weltrekord an der Leine.

Arschkartensong und Dackellied

Während 1000 Arbeitsstunden haben vier Männer des Arschkartenclubs einen Dackel aus Holz erbaut. «Waldi» ist drei Meter hoch, über fünf Meter lang, eineinhalb Meter breit und verfügt über einen Brustumfang von über viereinhalb Metern.

Damit ist er der grösste Holzdackel der Welt.

«Burnie» und «Waldi» vor dem Abbrennen. (Bild: Andrea Stalder)

«Burnie» und «Waldi» vor dem Abbrennen. (Bild: Andrea Stalder)

Der einzige Dackel an diesem Festival ist er aber nicht: Schon von weitem hört man Hundegebell und auf der Wiese vor dem Festzelt tummeln sich unzählige Dackel mit ihren Besitzern. Zum diesjährigen «Burning Ass» gesellen sich nämlich 60 Mitglieder des Schweizerischen Dachshund-Club Ortsgruppe Ost mit ihren Hunden.

Der Abend ist geprägt von der neuen Freundschaft dieser beiden Vereine. Neben dem Arschkartensong wird das Dackellied gesungen und ein Dackelrennen veranstaltet.

Silberpokal mit Hundefutter

Besitzer oder Hund – Es ist schwer zu sagen, wer nervöser ist. Die Herrchen bringen ihr Tier zur Startposition, wo sie festgehalten werden. Dann marschieren sie bis zum Ende der Rennbahn. Nun heisst es «Auf die Plätze, fertig, los» und die Dackel werden paarweise losgelassen. Rennen tun sie nur, weil sie ihren Besitzer suchen. Es sieht putzig bis witzig aus, wie die Dackel mit ihren kurzen Beinchen über die Bahn flitzen.

Bei zwei Kontrahenten bricht ein kleiner Kampf aus. Statt einem Wettrennen liefern sie sich eher einem Schwingkampf.
Am Ende gewinnt eine dreijährige Dackeldame namens Syra das Rennen. Sie erhält einen silbernen Pokal, der von der Besitzerin sogleich mit Hundefutter aufgefüllt wird.

Rettung in letzter Sekunde

Unter den Feiernden weilt ein besonderer Gast. Sepp Kübelbeck, der Inhaber des Dackelmuseums im deutschen Passau, hat vor knapp zwei Wochen eine E-Mail von Leo Hess, dem Präsidenten des Ostschweizer Dachshund-Clubs, erhalten. Darin hiess es:

«Dieser Dackel soll am 31. Juli in der Schweiz verbrannt werden.»

Hess wandte sich mit der Bitte an Kübelbeck, dieses Vorhaben zu verhindern. Die beiden Herren waren sich einig: Der Dackel gehört ins Museum nach Passau. Von den Besitzern der Holzfigur, dem Arschkartenclub, hatte Kübelbeck noch nie gehört.

Er kontaktierte deren Präsidenten Dani Schmid und bat ihn, den Dackel nicht zu verbrennen und ihn stattdessen ins Museum nach Passau bringen zu lassen.

Schmid konnte nichts versprechen, hatte das Verbrennen doch Tradition und war bereits der Öffentlichkeit mitgeteilt worden. Doch zwei Tage später meldete er sich mit positiven Neuigkeiten – der Dackel sei gerettet. «Wir haben geweint vor Freude und konnten unser Glück kaum fassen», sagt Sepp Kübelbeck.

Um 23:23 Uhr wird «Waldi» also von der Leine gelassen – verbrannt wird nur sein Herrchen «Burnie».

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