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Weinfelderin kämpft gegen die Ausreden der Frauen

CVP-Lokalpolitikerin Nicole van Rooijen hat sich in einem Interview enttäuscht über die Frauen gezeigt. Das weibliche Geschlecht habe zu viele Ausreden, um nicht in die Politik zu müssen.
Sabrina Bächi
Setzt sich für Frauen ein: Nicole van Rooijen vor dem Weinfelder Rathaus. (Bild: Andrea Stalder)

Setzt sich für Frauen ein: Nicole van Rooijen vor dem Weinfelder Rathaus. (Bild: Andrea Stalder)

«Ich habe die Nase voll.» Mit diesem Satz hat sich die Weinfelderin Nicole van Rooijen durch eine SRF-Radiosendung schweizweit ins Gespräch gebracht. Sie wurde zum Thema Frauen in der Politik interviewt.

Denn die CVP-Lokalpolitikerin hat selbst versucht, mehr Frauen in die Weinfelder Politik zu bringen. Als Wahlkampfleiterin setzte sie sich das Ziel, 40 Prozent Frauen auf die CVP-Kandidatenliste für das Stadtparlament zu setzen. Doch ihr Plan ist gescheitert und van Rooijen genervt – und zwar von den Frauen.

Nur vier Frauen gefunden

Nebst ihr kandidieren nur drei CVP-Frauen für die Wahlen im kommenden Frühling. Kein Grund, um aufzugeben, aber ein Grund zum Aussteigen. Zumindest für van Rooijen. «Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch», sagt sie von sich selbst. Im Sommer hat sie sich deshalb entschlossen, mit der Politik aufzuhören. Aber nur insofern, als dass sie keine parteiinternen Ämter mehr übernehmen will.

Zunächst wollte sie sich auch von den Parlamentswahlen zurückziehen. «Aber dann wären nur noch drei Frauen auf der Liste gestanden. Gegenüber elf Männern.» Das wollte sie noch weniger.

«Ich bleibe in der CVP, will ins Stadtparlament, aber ich suche nun für mich das passende Gefäss, wie ich politisieren kann»

Engagement für die Alleinerziehenden

Als alleinerziehende Mutter dreier Kinder liegt ihr die Ein-Eltern-Familie ebenso am Herzen wie die Frauen. In die Politik ist die 48-Jährige erst vor sieben Jahren. «Die Partei hat mir ein sehr gutes Netzwerk geboten, dafür bin ich sehr dankbar», sagt sie. Zu Beginn wollte sie einfach nur helfen. Nur nicht in den Vordergrund.

«Genau diese Argumente höre ich nun von den Frauen, die ich anfrage.» Doch gerade weil sie sich selbst so lange nicht traute, will sie Frauen umso mehr motivieren und ihnen Mut machen. Dass sie damit scheitert, nervt sie. «Weil den Frauen der Mut fehlt, sind sie auch in der Politik nicht vertreten.» Wenn dann mal eine Frau hin stehe, werde sie eher belächelt oder verurteilt.

«Eine Frau in der Öffentlichkeit wird schnell für arrogant oder narzisstisch gehalten», bemängelt sie. Die Solidarität unter den Frauen fehle. Sie sagt:

«Es beginnt in den Köpfen der Frauen»

Mehr Engagement wünscht sie sich. «Die Ein-Eltern-Familie ist eine gesellschaftliche Realität. Alleinerziehende sind in der Politik aber so gut wie gar nicht vertreten.» Ihr persönlicher Kampf, dem entgegenzuwirken, hat sie nun an ihre Grenzen und vielleicht auch darüber hinaus gebracht. Es hat ausgelöst, dass sich van Rooijen anders orientieren will. «Ich will etwas bewegen», sagt sie.

Denn trotz Enttäuschung ist sie nicht ausgebrannt, sondern kämpferisch. Sie ist sich bewusst, dass sie polarisiert. Will es auch gar nicht anders. Auch die Ortspartei steht hinter der Weinfelderin. Denn wer Nicole van Rooijen kennt, dem ist klar, diese Frau passt nicht in ein Schema.

«Ich habe einen unglaublichen Freiheitsdrang, fahre beispielsweise Harley. Da werde ich auch immer komisch angeschaut. Aber das ist mir egal.»

Schliesslich liegt ihr hauptsächlich eines am Herzen: «Ich möchte vor allem auch für meine Tochter eine Welt, in der es völlig egal ist, ob man eine Frau oder ein Mann ist», sagt sie.

Lob für träfe Aussagen

Dieses Ziel will sie erreichen. Wie genau, weiss sie noch nicht. Auf die Unterstützung ihrer Kinder kann sie zählen. Ein Frauentreff, oder Podium hat sie sich auch schon angedacht. «Ich habe viele Ideen», sagt sie und lächelt. Auf ihren Radiobeitrag hat sie zahlreiche Nachrichten erhalten, die sie nun zusätzlich motivieren. «Vor allem Männer finden es gut, dass ich mich einsetze», sagt sie.

Aber auch viele Frauen sagten ihr, «du hast es auf den Punkt gebracht». Am Ende sei aber wichtig, dass Frauen, wenn sie auch nicht kandidieren, wenigstens wählen gehen sollten. «Ich motiviere die Frauen immer, dass sie wählen und an die Urne gehen», sagt Nicole van Rooijen.

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