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Weinfelder Zwillinge auf der Suche nach dem Bösen

Jyoti Guptara nimmt an den Solothurner Literaturtagen zum Thema Digitalisierung teil. Mit seinem Zwillingsbruder Suresh Guptara hat er eine Trilogie verfasst – und analog veröffentlicht
Janine Bollhalder
Suresh und Jyoti Guptara haben mit elf Jahren begonnen, eine Fantasy-Tilogie zu schreiben. (Bild: Andrea Stalder)

Suresh und Jyoti Guptara haben mit elf Jahren begonnen, eine Fantasy-Tilogie zu schreiben. (Bild: Andrea Stalder)

Es ist ein sonniger aber kalter Tag. Es herrscht keine mystische Stimmung, wie man es bei einem Treffen mit zwei Fantasy-Autoren erwarten würde. Mit elf Jahren haben die Zwillingsbrüder Jyoti und Suresh Guptara begonnen, ein Buch zu schreiben. Aus dem Roman wurde eine erfolgreiche Trilogie und machte die Beiden zu den wohl bekanntesten Zwillingen Weinfeldens. Hier sind beide inzwischen wieder sesshaft und verheiratet.

An einem Buch arbeiten sie allerdings zur Zeit nicht gemeinsam, die Welt der Literatur hat sie aber noch immer in ihrem Bann: Etwa bei den Solothurner Literaturtagen, bei denen Jyoti Guptara am 31. Mai im Branchengespräch über das Rollenbild der Autoren im digitalen Zeitalter diskutiert.

Fantasie und Realität

Mit ihrer Bücherserie «Calaspia» haben die Brüder Fragen politischer, philosophischer, theologischer und gesellschaftlicher Natur aufgeworfen:

«Wir haben uns mit dem Monster im Menschen beschäftigt.»

Im Zentrum gehe es in der Trilogie um die Frage, was das Böse ist. «Es ist die Verdrehung des Guten», sagt Suresh Guptara erklärend, «wenn etwas seinem Zweck entfremdet wird.»

Die beiden Weinfelder Autoren sind sehr dankbar darüber, wie ihre Eltern damals auf das Buchprojekt «Calaspia» reagierten: «Sie haben sich für unser Vorhaben interessiert, aber nicht proaktiv eingemischt», sagt Jyoti Guptara. Trotz anfänglicher Misserfolge fanden die Guptara-Zwillinge schliesslich einen Verlag, der sie unterstützte. «Auch werbetechnisch war dies eine grosse Hilfe», sagt Jyoti Guptara.

Berufs- und Fantasiewelt

Er hat sich besonders mit dem Wirken als Autor identifiziert und ist seinen eigenen Weg gegangen: Mit 15 Jahren hat Jyoti Guptara die Schule verlassen, um vollberuflich Schriftsteller zu werden. Er arbeitet gegenwärtig an mehreren Büchern:

«Schreiben ist eine Entdeckungsreise. Man hat eine Landkarte und kann die Richtung bestimmen. Aber wenn unterwegs etwas Unerwartetes passiert, muss man die Richtung anpassen.»

Der 30-Jährige liebt es, Geschichten zu erzählen. Als zweite Tätigkeit engagiert er sich als Storytelling-Berater: «Ich möchte den Leuten helfen, eine überzeugende Geschichte zu erzählen, um ihr Produkt oder ihre Marke bekannter zu machen.» Sein Bruder Suresh Guptara hat in London studiert und mit einem Master in Geopolitik und Sicherheit abgeschlossen. Heute arbeitet er bei der Schweizer Armee in Bern.

Sein Berufsleben hat nicht mehr viel mit der Tätigkeit eines Schriftstellers zu tun. Trotzdem schätzt er die Welt der Wörter: «Beim Lesen kann man selbst entscheiden, wie schnell, langsam und was man liest.» Genauso passioniert spricht Suresh Guptara auch über das Schreiben. Selbst, wenn sich sein Beruf stark in der Realität bewegt:

«Sogar in der fiktiven Welt müssen Grenzen gesetzt und Regeln aufgestellt werden, denn nur auf diese Weise sind eine gewisse Logik und Realitätsnähe gewährleistet.»

Als eine Flucht vor der realen Welt bezeichnet Suresh Guptara das Schreiben eines Fantasie-Buches aber nicht. Vielmehr als eine Möglichkeit, neue Perspektiven zu gewinnen.

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