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Weinfelder Winterdienst salzt keine Quartierstrassen

Wenn es schneit, gibt es im Dorf eisige Strassen. Die Einwohner reklamieren die ungenügende Räumung. Gemeinderat Walter Strupler bestätigt: Nicht überall wird gesalzen.
Sabrina Bächi
Um die Kurve mit dem Velo kann auf Weinfeldens Strassen gefährlich sein. Der Winterdienst salzt nur die Hauptstrassen. (Bild: Sabrina Bächi)

Um die Kurve mit dem Velo kann auf Weinfeldens Strassen gefährlich sein. Der Winterdienst salzt nur die Hauptstrassen. (Bild: Sabrina Bächi)

Schnee auf den Dächern, den Bäumen und Sträuchern. Das Bild der weissen Winterlandschaft ist im Thurgau allgegenwärtig. Doch in Weinfelden liegt die weisse Pracht auch auf den Strassen, zaubert dort aber eher verärgerte als romantisch-verklärte Mienen auf die Gesichter.

Denn die Gemeinde geht sparsam mit dem Salz um. Der Umwelt zuliebe, wie der zuständige Gemeinderat Walter Strupler erklärt. «Umweltschutz ist ein wichtiges Thema. Wenn man das will, muss man auch mit den Konsequenzen umgehen können.»

In Weinfelden werden nur die Trottoirs sowie die Hauptachsen und die Strassen an Hanglage frei geräumt und gesalzen. Alle Strassen in der Ebene werden nur mit dem Pfadschlitten bearbeitet, was zur Folge hat, dass zentimeterdicke Eisschichten auf den Strassen liegen bleiben.

Lange Arbeitstage bei Schneefall

Wer mit dem Velo unterwegs ist, muss besonders aufpassen. Rutschige Flächen oder verhärtete Fahrrinnen erschweren die Fahrt. Selbst manche Autos spulen auf den rutschigen Oberflächen. Der für die Räumung zuständige Winterdienst arbeitet an Schneetagen besonders lange. Rolf Peterer, stellvertretender Werkhofleiter, erzählt, dass das Werkhofteam meist in den frühen Morgenstunden vom Kanton aufgeboten wird.

«Am Donnerstag haben wir etwa um 4.30 Uhr bis 17 Uhr die Strassen frei geräumt. Das sind lange Tage, aber dafür sind wir ja da.» Zum einen sind die Werkhofmitarbeiter mit kleinen Lastwagen und Pflugvorrichtungen auf den Strassen. Zum anderen müssen sie aber auch mit Schaufeln alle Fussgängerstreifen räumen. Rund zehn Fahrzeuge sind für den Winterdienst auf Weinfelden Strassen unterwegs. «Wir versuchen jedoch das Beste aus der Situation zu machen», sagt Peterer.

Walter Strupler, Gemeinderat Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Walter Strupler, Gemeinderat Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Um alles schwarz zu räumen, würden jedoch die Salzstreuer fehlen. Gemeinderat Strupler hört immer wieder von Reklamationen wegen des Winterdienstes. «Allen kann man es nie Recht machen», sagt er. Mittlerweile könne er die Kritik gelassener nehmen. «Zudem hat der Schnee auf den noch ungesalzenen Trottoirs zumindest den Vorteil, dass die Kinder mit dem Schlitten in die Schule können», sagt der Gemeinderat.

Wenn die Gemeinde alle Strassen so pfaden müsste, dass sie schwarz sind, müsste sie investieren. Es müssten weitere Salzstreuer, etwa drei zusätzliche Fahrzeuge angeschafft und mehr Personal eingestellt werden. «Das ist aber unverhältnismässig», sagt er.

Nur zehn Tage im Einsatz

Über den Daumen gerechnet komme der Winterdienst in Weinfelden nur an etwa zehn Tagen pro Winter zum Einsatz. «Dafür lohnt sich die Anschaffung und auch der Unterhalt solcher Maschinen nicht. Das ist nicht wirtschaftlich.» Er finde, im Winter müssten alle ihre Fahrweise den Verhältnissen anpassen.

Auch auf der Maienrainstrasse hat es Eis. (Bild: Sabrina Bächi)

Auch auf der Maienrainstrasse hat es Eis. (Bild: Sabrina Bächi)

«Ausserdem will ich auch mal sagen, dass unsere Männer vom Winterdienst das sehr gut machen. Es ist auch nicht immer angenehm, so früh bei Schneetreiben und der Kälte die Strassen und Fussgängerstreifen frei zu räumen. Die machen das sehr gut», sagt Gemeinderat Walter Strupler.

Letzten Endes bleibt allen, die sich über schwierige Strassenverhältnisse aufregen, der Trost, dass der Spuk meist schnell wieder vorbei ist. Bereits am Sonntag wird die Natur Weinfeldens Strassen auf die natürlichste und günstigste Weise frei räumen, nämlich mit Regen.

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