Quiz

Weinfelder verschmähten den TKB-Neubau

Vor 50 Jahren weihte die TKB ihr neues Bankgebäude ein. Doch der Neubau gefiel nicht allen.

Sabrina Bächi
Drucken
Teilen
Das neu gebaute Bankgebäude kurz nach der Einweihung 1969. (Bild: Privatarchiv Martin Sax)

Das neu gebaute Bankgebäude kurz nach der Einweihung 1969. (Bild: Privatarchiv Martin Sax)

Heute vor 50 Jahren stand Bankdirektor Max Haffter am Rednerpult und begrüsste Besucher aus dem ganzen Kanton zur Einweihung des neuen Gebäudes der Thurgauischen Kantonalbank (TKB). Der wuchtige Betonbau strahlte ein modernes Flair aus. Der altehrwürdige Bau davor musste weichen. Zu wenig Platz, zu viele Mängel, zu schlechte Infrastruktur.

Die TKB früher und heute

(Bild: Archiv Martin Sax)

Das waren die Gründe, die für einen Neubau sprachen, auch wenn der Altbau «mit seinen massiven Mauern und seinen dicken Gittern vor den Parterre-Fenstern Vertrauen einflösste», wie Haffter es in seiner Ansprache sagte. «Der Abbruch des Bankgebäudes war in Weinfelden ein viel diskutiertes Thema», sagt Martin Sax, ehemaliger Gemeindeschreiber und Dorfhistoriker, «der Neubau wurde lange von den Weinfeldern verschmäht».

1966 begann der Abbruch

Lange trauerten die Weinfelder dem Bankgebäude nach. Allzu lange hatte es aber nicht dort gestanden. Erst 1905 zog die TKB in das damals neu gebaute Gebäude.

Der neue TKB-Hauptsitz, so umstritten er war, wurde vom bekannten Architekturbüro Tanner und Lötscher entworfen. 64 Projekte wurden eingereicht, dieses hat den ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen. Im April 1966 begannen die Abbrucharbeiten. Im Juni ging dann der Aufbau los.

Die riesige Baustelle lockte manchen Besucher an. Es gab sogar einen Ausguck, durch den man in das tiefe Loch sehen konnte. «Das Loch war gewaltig, denn die Tresore wurden weit unter der Erde eingebaut.» Gut drei Jahre dauerten die Bauarbeiten, bis dann im August 1969 der Umzug vom Provisorium im Volkshaus in den Neubau beginnen konnte.

Testen Sie Ihr Wissen über die Thurgauer Geschichte

Das Quiz starten

Mängel am Neubau

Ende August selbigen Jahres dann die Einweihung. Doch das Glück des neuen Gebäudes währte nicht lange. Bald zeigten sich erste Mängel am Gebäude. «Kurz nach dem Einzug bemerkte die Informatikabteilung, die unter dem Dach untergebracht war, dass ebenjenes Dach nicht ganz dicht war», sagt Sax. Ein Wintergarten wurde deshalb aufs Dach gebaut, «dafür war es danach immer viel zu heiss im Sommer».

Martin Sax, ehemaliger Gemeindeschreiber. (Bild: Mario Testa)

Martin Sax, ehemaliger Gemeindeschreiber. (Bild: Mario Testa)

Weiter Probleme gab es im Laufe der Jahre mit dem Sichtbeton. «Die Schicht war zu dünn, weshalb von aussen Regen in den Beton lief und die Armierungen rosten liess», erklärt Sax. Es ging so weit, dass der Beton absprengte.

«Um ein Haar hätte man den Neubau wieder neu bauen müssen.»

Doch so weit kam es nicht. Das Gebäude wurde mit einer Aluminiumschale versehen. Dadurch konnte auch die Isolierung gewährleistet werden, welche in den 60er-Jahren noch kein Thema gewesen sei, sagt Sax.

Am 25. März 2020 wird Sax einen Vortrag zur gesamten Geschichte der TKB im Rathaussaal halten.

Das älteste Buch Weinfeldens ist 500-jährig

Im Keller des Bürgerarchivs lagert der wertvollste Schatz: ein kleines Buch mit Rechnungen und Protokollen aus dem 16. Jahrhundert. Es birgt Geheimnisse längst vergangener Zeiten.
Sabrina Bächi