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Weinfelder Thurfeldsiedlung: Häuser sind asbestbelastet

Die Häuser an der Thurfeldstrasse sind asbestbelastet. Arbeiter tragen Schutzanzüge, um die Bauteile abzutragen. Die Gemeinde gibt jedoch Entwarnung: Für die Anwohner bestehe keine Gefahr.
Sabrina Bächi
Ein Arbeiter demontiert an der Thurfeldstrasse ein asbestbelastetes Dach. Dafür trägt er einen Schutzanzug und Gesichtsmaske. (Bild: Andrea Stalder)

Ein Arbeiter demontiert an der Thurfeldstrasse ein asbestbelastetes Dach. Dafür trägt er einen Schutzanzug und Gesichtsmaske. (Bild: Andrea Stalder)

«Es ist eine Katastrophe», sagt eine Anwohnerin. Die 80-Jährige schüttelt den Kopf, kämpft gegen die Tränen. Wenn sie zum Küchenfenster rausschaut, sieht sie die Gitter und hört, wie rund um sie herum Stück um Stück der Häuser abgebaut werden. Seit 30 Jahren wohnt sie an der Thurfeldstrasse.

Der Ort in Weinfelden, an dem die Gegensätze nicht grösser sein könnten. Zum einen gibt es Häuschen, in deren Gärten summen die Bienen, die Grillen zirpen. Auf der anderen Seite jedoch liegen Wassertröge und Bauschutt auf den Vorplätzen. Grosse blaue Container stehen bereit. Dächer sind teilweise abgedeckt. Es ist eine Art Geistersiedlung geworden und mutet surreal an.

Der Abriss der Thurfeldsiedlung hat begonnen. Ohne das Abwarten der Volksinitiative. Nun wurde auch noch Asbest in den Häusern gefunden. (Bild: Andrea Stalder)
Bauschutt liegt auf den Vorplätzen der Häuser. (Bild: Andrea Stalder)
Im blauen Container sammeln sich Fensterläden und Bauschutt. (Bild: Andrea Stalder)
Aufgrund der Asbestbelastung müssen die Arbeiter Vorsicht walten lassen und tragen Schutzanzüge und Gesichtsmasken. (Bild: Andrea Stalder)
Mit einem grossen Kran werden Arbeiten am Dach erledigt. (Bild: Sabrina Mente)
Die Häuser, welche abgebrochen werden, sind umzäunt. (Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
An einigen Stellen ist zu sehen, dass teilweise schon länger niemand mehr im Haus wohnt. (Bild: Andrea Stalder)
9 Bilder

Der Abbruch der Thurfeldsiedlung in Weinfelden

Ob sie denn vom Asbest in den Häusern wisse. Sie schüttelt den Kopf. «Nein, aber ich bin ja schon alt, da kommt es jetzt auch nicht mehr darauf an», sagt sie. Ihre Sorge gilt nicht den feinen Asbestfasern, die krebsgefährdend sind. Sie sorgt sich um die Wohnungssuche. Urs Koller, Initiant zum Schutz der Thurfeldsiedlung, äussert Bedenken. «Wenn hier Asbest abgebaut wird, könnte das für die Nachbarn gefährlich sein», sagt Koller.

Wenn ein Eternit-Wellblech abgeschraubt und bearbeitet werde, könne es durchaus sein, dass geringe Mengen in die Luft gelangen, mutmasst er. Die Arbeiter tragen denn auch weisse Schutzanzüge und Gesichtsmasken.

Gemeinde gibt Entwarnung

«Für die Anwohner der Thurfeldsiedlung besteht keine Gefahr», sagt Peter Keller vom Bauamt Weinfelden. Es sei schon lange bekannt, dass es Asbest in diesen Häusern gebe. «Derzeit wird nur starkgebundener Asbest abgetragen. Die Schutzanzüge sind reine Vorsichtsmassnahme», sagt Peter Keller. Der Abbruch der Thurfeldsiedlung wäre gar nicht bewilligt worden, wenn nicht ein Konzept bestehen würde, wie der Asbest aus den Häusern ausgebaut wird.

«Es hat vorab eine Schadstoffuntersuchung gegeben. Des Weiteren gibt es ein vom Departement für Bau und Umwelt genehmigtes Entsorgungskonzept für die Teile mit schwachgebundenem Asbest – die gefährlich sind.» Eine Spezialfirma übernehme dann den Abbau der gefährlichen Hausteile.

Bauamtschef Martin Belz hat sich am Freitag selbst vor Ort ein Bild gemacht. «Ich kann sagen, dass auf der Baustelle alles so abläuft, wie es auch von der Suva Vorschrift ist.» Asbestbelastete Wellblech-Dächer würden etwa sorgfältig rückgebaut und fachgerecht entsorgt. «Diese Dächer werden eben nicht zusammengeschlagen, sodass die Gefahr von asbestbelasteter Luft entsteht», sagt Belz. «Wir haben da ein Auge drauf, dass alles seine Richtigkeit hat», versichert er.

Die Kibag arbeitet zerstörungsfrei

Bauherr Dominic Meyerhans nimmt zur Asbestbelastung Stellung mit einem Schreiben der Kibag AG. Das Unternehmen ist derzeit mit dem Rückbau an der Thurfeldstrasse beschäftigt. Eric Gerber, Leiter Logistik und Werkhof bei der Kibag, schreibt: «Am Montag, 17 September, fand mit dem Abfallinspektorat vom Amt für Umwelt eine Begehung statt.» In den Häusern, welche derzeit abgebrochen werden, wurden Schadstoffanalysen vorgenommen.

Das Resultat dieser sei seit dem Mittwochnachmittag bekannt. Einen Tag später, also am 20. September, wurden die Häuser von einer SUVA-anerkannten Sanierungsfirma begutachtet. «Für die Bevölkerung besteht keine Gefahr», schreibt Gerber. Die Arbeiten an den asbestbelasteten Faserzementplatten werden von der Kibag zerstörungsfrei ausgeführt.

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