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Weinfelder Sekschüler wandern über 200 Kilometer in der Projektwoche

24 Schülerinnen und Schüler aus dem Sekundarschulhaus Pestalozzi wandern kommende Woche in sieben Tagen nach Bellinzona. Vorbilder für ihre Projektwoche waren tapfere Männer aus dem Jahr 1771, die dort in der Hungersnot Getreide holten.
Mario Testa
Die Schülerinnen und Schüler auf ihrer Trainingswanderung an den Untersee an einem freien Mittwochnachmittag. (Bild: PD/Urs Keller)

Die Schülerinnen und Schüler auf ihrer Trainingswanderung an den Untersee an einem freien Mittwochnachmittag. (Bild: PD/Urs Keller)

«Wir verreissten also Montags, den 27. Mai 1771, unter vielen thränen und Segenswünschen der Unserigen und vieler Benachbarten, morgens um 4 Uhr von hier ab.» So schrieben es Hans Jakob Schweizer und Joseph Bornhauser in ihrem Bericht «Das mühsam gesuchte Brodt». Sie beschreiben die beschwerliche Reise der tapferen Weinfelder Träger, die sich in der Hungersnot aufmachten, im fernen Tessin Getreide zu holen und es über die Alpen zurück zu tragen.

Urs Keller, Sekundarlehrer

Urs Keller, Sekundarlehrer

Auf die Spuren dieser Männer begeben sich kommende Woche 24 Schülerinnen und Schüler aus dem Sekundarschulhaus Pestalozzi in Weinfelden. Initiiert hat das Projekt Urs Keller. «Ich habe das Thema Weizen, Brot und Grundernährung zum Thema gemacht im Unterricht – auch den Hunger. Bei der Recherche bin ich auf diesen historischen Text gestossen im Bürgerarchiv», sagt der Sekundarlehrer.

«Mich haben diese Männer wahnsinnig beeindruckt. Auch ich als Ausdauersportler hätte das wohl nie geschafft, eine so grosse Last zu Fuss über die hohen Pässe nach Weinfelden zu schleppen.»

Die Geschichte habe ihn dazu inspiriert, mit Schülern in der Projektwoche eine Wanderung auf dem selben Weg wie damals zu unternehmen. Bei Schulleiter Michael Bürge stiess er auf offene Ohren mit seinem Wunsch. «Ich hab zuerst gedacht, das sei ein verrücktes Unterfangen – und hätte nicht gedacht, dass sich Schüler für dieses Projekt anmelden. Ich wurde eines Besseren belehrt. Nun ist es eine Schar von 24 Jugendlichen und vier Begleitern, die am kommenden Mittwoch, ebenfalls um 4 Uhr losmarschieren.»

Ein unvergessliches Abenteuer für die Jugendlichen

Gian-Luca, 2.-Sekundarschüler aus Weinfelden

Gian-Luca, 2.-Sekundarschüler aus Weinfelden

Zwei der Jugendlichen, die an der Wanderung teilnehmen sind Gian-Luca und Jana. «Das wird ein Erlebnis, das ich niemals vergesse. Ich bin sicher, wir schaffen das», sagt Gian-Luca. «Wir trainieren bereits und haben schon mehrere Wanderungen unternommen, um uns auf das Erlebnis vorzubereiten.»

Jana, 2.-Sekundarschülerin aus Weinfelden

Jana, 2.-Sekundarschülerin aus Weinfelden

«Es ist ein riesen Abenteuer. Ein Erlebnis und wir müssen dazu auch psychisch stark sein», sagt Jana. «Zu wissen, dass vor fast 250 Jahren Männer den gleichen Weg gegangen sind, ist sehr beeindrucken.» Auch sie bereite sich mit regelmässigen Wanderungen in der Freizeit auf die beschwerliche Reise vor.

Schule trägt die Zusatzkosten

Ganz günstig ist das Unterfangen mit zwei Begleitfahrzeugen und täglichen Übernachtungen in Matratzenlagern, Zelten oder im Stroh nicht. «Aber wir können es aus unserem Globalbudget finanzieren. Auch die Schulbehörde hat mir dazu grünes Licht gegeben», sagt Bürge.

Urs Keller ist begeistert vom Interesse und der Vorfreude der Schülerinnen und Schüler an der 200-Kilometer-Wanderung. «Sie sind bereit, auf die Zähne zu beissen. Sie trainieren fleissig in ihrer Freizeit und unternehmen selbstständig Wanderungen. Es sind ganz flotte, tüchtige, liebe Schüler», sagt der Sekundarlehrer. «Es ist ein schönes Zeichen, das wir hier erfahren, dass die Jugend nicht immer so schlecht ist, wie ihr Ruf - ganz im Gegenteil.»

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