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Weinfelder Sekschüler gewinnen Selbstvertrauen für die Berufswelt

In der Sekundarschule wird dieses Jahr das Projekt LIFT eingeführt. Es soll Jugendlichen den Einstieg in die Erwachsenenwelt erleichtern. Am Projekt beteiligt sich auch das lokale Gewerbe.
Mario Testa
Schulleiter Andy Prinzing und Sekundarschulpräsident Beat Gähwiler freuen sich über die Einführung des Projekts LIFT. (Bild: Mario Testa)

Schulleiter Andy Prinzing und Sekundarschulpräsident Beat Gähwiler freuen sich über die Einführung des Projekts LIFT. (Bild: Mario Testa)

Besser spät als nie. Auch die Sekundarschule Weinfelden führt in diesem Schuljahr das Programm LIFT ein, das in vielen weiteren Thurgauer Schulgemeinden bereits erfolgreich läuft. Hinter dem Projekt steckt die Idee, dass Jugendliche ab der 1. Sekundarschule in ihrer Freizeit erste Erfahrungen im Arbeitsmarkt sammeln können und so ihre Scheu oder Berührungsängste gegenüber der Berufswelt ablegen. «Vom LIFT können Jugendliche profitieren, die sonst durch die Maschen fallen und kaum eine Lehrstelle finden würden», sagt Andy Prinzing.

Der Schulleiter der Thomas-Bornhauser Sekundarschule ist verantwortlich dafür, dass der Lift nun auch in Weinfelden fährt. «Ich hatte LIFT an meiner früheren Wirkungsstätte in St. Gallen vor über zehn Jahren eingeführt und gute Erfahrungen damit gemacht. Ich denke in Weinfelden wird es pro Jahrgang etwa von einer Handvoll Schüler genützt werden.»

Die Schüler arbeiten am schulfreien Nachmittag

Beat Gähwiler, Präsident der Sekundarschule Weinfelden, betont, dass es auch in den vergangenen Jahren ein Programm für Sekundarschüler gab, mit dem sie erste Erfahrungen in der Berufswelt sammeln konnten. «Wir hatten bislang unser eigenes Programm <Step in>», sagt Gähwiler. «Beim Projekt LIFT profitieren wir nun von umfangreichen Erfahrungen und Unterlagen.» Den Ausschlag dazu, Lift einzuführen habe vor allem die Anstellung von Andy Prinzing gegeben. «Als er von seinen Erfahrungen aus St. Gallen berichtete, haben wir in der Behörde beschlossen, Lift auch bei uns einzuführen.»

Jugendliche, die am Projekt teilnehmen, gehen einmal pro Woche an einem schulfreien Nachmittag, frühen Abend oder Samstagmorgen einer Arbeit in einem lokalen Gewerbe- oder Industriebetrieb (siehe Kasten) nach. «Sie arbeiten zwei bis vier Stunden und erledigen dabei ungefährliche, einfachere Arbeiten», sagt Prinzing, der das Programm koordiniert. Die Arbeitseinsätze beginnen im Januar. Bis nach den Herbstferien wird nun ermittelt, welche 1.-Sekundarschüler ins Programm aufgenommen werden sollen. «Dann folgt ein Gespräch mit deren Eltern. Sie sollen ins Boot geholt werden. Schlussendlich ist die Teilnahme für die Jugendlichen am LIFT-Programm freiwillig», sagt Prinzing.

Wenn die Teilnehmenden bestimmt sind und mitmachen wollen, werden sie in Modulkursen von den Schulsozialarbeitern auf ihre Arbeitseinsätze vorbereitet. Diese Kurse finden während der Schulzeit statt. «Da lernen sie beispielsweise den richtigen Umgang mit Arbeitskollegen oder dem Chef. Es fängt bei einfachen Dingen an, wie etwa, dass man sich bei der Begrüssung die Hand gibt und in die Augen schaut.»

Positive Entwicklung dank Arbeitseinsätzen

Während drei Monaten bleiben die Jugendlichen für ihre Arbeitseinsätze beim gleichen Gewerbebetrieb. Sie bekommen zwischen fünf und acht Franken Stundenlohn. Dann wechseln sie zum nächsten Betrieb. «Wir hören dann auf, wenn wir anhand der Rückmeldungen sicher sind, dass es gut klappt am Arbeitsplatz oder ein Lehrvertrag zu Stande kommt.» Es sei erstaunlich, wie viele Jugendliche sich sehr positiv entwickelten dank des LIFT-Programms. «Sie gewinnen an Selbstvertrauen, lernen pünktlich, fleissig und zuverlässig zu sein», sagt Prinzing. «In St. Gallen gab es sogar einige Jugendliche, die wir nicht auf der Liste hatten, aber von sich aus am Lift teilnehmen wollten.»

Das Weinfelder Gewerbe beteiligt sich

Um den Schülern Arbeitsplätze fürs Projekt LIFT anbieten zu können, ist die Sekundarschule auf das Mitwirken des lokalen Gewerbes angewiesen. «Mein Ziel ist es, pro Woche einen Betrieb mehr für das Projekt zu gewinnen», sagt Andy Prinzing, Nach den Sommerferien hat er angefangen mit der Suche, zwei Zusagen hat er bereits, weitere sollen folgen. «Das Netzwerk in Weinfelden ist sehr gut. Bei jedem teilnehmenden Betrieb bekomme ich auch immer gleich Tipps, wo ich sonst noch nachfragen könnte.» Prinzing nimmt auch Angebote direkt von Firmen entgegen.

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