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«Eine tolle Woche»: Weinfelder Schüler berichten über ihre Wanderung in das Tessin

24 Schülerinnen und Schüler vom Pestalozzi-Schulhaus Weinfelden sind in ihrer Projektwoche 200 Kilometer nach Bellinzona gewandert. Was bleibt sind nicht nur Blasen.
Sabrina Bächi
Am Ziel angekommen: Die 24 Schülerinnen und Schüler sowie ihre Begleitpersonen auf dem Castelgrande in Bellinzona. (Bild: PD)

Am Ziel angekommen: Die 24 Schülerinnen und Schüler sowie ihre Begleitpersonen auf dem Castelgrande in Bellinzona. (Bild: PD)

Geschafft. Nach einer Woche Wanderung quer durch die Schweiz kamen die 24 Schüler und vier Begleiter am Dienstagabend vor Pfingsten mit dem Zug in Weinfelden an. Der Empfang ist grösser als erwartet: Nebst den Eltern wartet auch Schulleiter Michael Bürgi auf die Sekundarschülerinnen und Schüler, die in ihrer Projektwoche 200 Kilometer von Weinfelden nach Bellinzona gewandert sind.

Auf den Spuren von Weinfeldern, die 1771 wegen der Hungersnot Getreide vom Tessin nach Weinfelden brachten, schritten die Jugendlichen denselben Weg ab. Statt der schweren Getreidesäcke in Bellinzona, gab es in Weinfelden bei der Heimkehr einen Brotsack und eine Urkunde. Ein tolles Erlebnis, da sind sich alle Beteiligten einig.

Sieben der Jugendlichen erzählen nun, nach ihren Pfingstferien, von der Wanderung. Gejammere oder gar von schlechten Erfahrungen hört man von den 15-Jährigen nicht. «Das Schlimmste war, dass es irgendwann vorbei war», sagt David, die anderen Lachen und nicken zustimmend.

Klar, auch Schmerzen und Blasen an den Füssen gehörten dazu. Doch alles in allem hätten sie die Wanderwoche sehr gut überstanden. «Es war gar nicht so streng. Am Abend war ich schon kaputt, aber morgens ging es immer wieder», erzählt Gloria.

Eine mutige Entscheidung

Vom Zusammenhalt der Gruppe und auch mit den Leitern schwärmen die Jugendlichen. «Wir wollten alle dasselbe, das hat man gemerkt», sagt David. Und auch Projektleiter Urs Keller hat für die Jugendlichen viel zum Gelingen der Projektwoche beigetragen. «Er ist immer so begeistert», sagt Nico. Gian-Luca findet:

«Es war auch mutig von ihm, uns diese Wanderung zuzutrauen. Viele sagten im Voraus, dass es eh nicht klappen würde.»

Das hätten sie auch von ihren Kollegen gehört. «Sie dachten, ich sei gestört», sagt Carina und lächelt. Wie sich nun herausstellt, war es eines der besten Erlebnisse für die Jugendlichen. Eine abenteuerreiche und lustige Woche sei es gewesen. Auch Urs Keller, Sekundarlehrer und Projektleiter, ist begeistert von der Woche. «Kein einziges Mal hat jemand gejammert», sagt er.

Die Schüler hätten eine unglaubliche Leistung gebracht und seien über sich hinaus gewachsen. «Wir waren nicht mehr Schüler und Lehrer, sondern sind zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen.» Er und seine Begleiter sind «riesig stolz» auf die Schüler. So gab es denn auch am Ziel in Bellinzona auf dem Castelgrande ein herzlicher Händeschlag für alle und ein breites Lächeln auf dem Gesicht von Lehrer Urs Keller.

Suppe im Kloster

1771 herrschte in Weinfelden eine Hungersnot. Getreide gab es nur noch im Tessin. So machten sich eine Handvoll Weinfelder damals auf, um zu Fuss in den Tessin zu laufen und mehrere 65 Kilogramm schwere Getreidesäcke in die Heimat zu bringen. Auf ihrem Weg marschierten sie über das Kloster Fischingen und baten um Brot. Damals wurden sie «lähr abgewiesen». 250 Jahre später gab es für die 24 Schüler und vier Begleiter nach sieben Stunden Wanderung eine Pilgersuppe – und erst noch gratis. (sba)

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