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Weinfelder Schüler bauen ihren eigenen Spielplatz

Beim neuen Schulhaus Elisabetha Hess in Weinfelden packen derzeit Schüler und Eltern an, um den neuen Spielplatz fertigzustellen. Rund 80 Schüler stehen täglich auf der Baustelle und helfen fleissig mit.
Sabrina Bächi
Alle packen an: Der Spielplatz beim neuen Schulhaus in Weinfelden wird von den Schülern selbst gebaut. (Bild: Reto Martin)

Alle packen an: Der Spielplatz beim neuen Schulhaus in Weinfelden wird von den Schülern selbst gebaut. (Bild: Reto Martin)

Es wuselt wie auf einem Ameisenhaufen. Rund 80 Kinder stehen in dieser Woche jeden Tag auf dem neuen Hof des Elisabetha Hess Schulhauses und helfen mit, die Baustelle zu einer Spieloase zu verwandeln. In der Sonderwoche bauen die Kinder unter Anleitung von Landschaftsgärtnern der Firma Allemann Naturgärten ihren eigenen Spielplatz.

Derzeit muss vor allem das Kies aufgeschüttet und die Pflanzen eingepflanzt werden. Einige Kinder stossen die Schubkarren voll Kies über das Gelände. Andere verteilen dieses gekonnt und gleichmässig auf dem Spielplatz. Weiter hinten wird mit Meissel auf Steine gehauen und den Sand für den späteren Sandkasten umgeschaufelt. Das Stimmengewirr wird durchbrochen durch die Motorsäge, die dröhnend verkündet, dass wieder ein Stamm kürzer ist. Wo gesägt wird, dürfen die Kinder nicht hin. Profis sind dort am Werk und fertigen den Kletterturm, der als höchstes Objekt von weitem zu sehen ist.

Eltern helfen mit

Auch viele Erwachsene tummeln sich auf dem Gelände. Genau wie bei den Kindern leuchten auch ihre Köpfe rot vor Anstrengung und die Kleider sind voller Staub. Sie unterstützen und motivieren die Schülerinnen und Schüler, helfen, wo es nötig ist und packen an, wenn es schwere Sachen zu tragen gibt. «Es ist toll, dass sich so viele Eltern zur Mitarbeit gemeldet haben», sagt Eva Noger, Schulleiterin im neuen Schulhaus. Der Spielplatz ist viel mehr als ein Beschäftigungsprogramm in der Sonderwoche. «Die Kinder durften im Voraus ihre Wünsche und Ideen anbringen», erklärt sie.

Der Spielplatz befindet sich direkt vor dem Schulhaus. (Bild: Reto Martin)

Der Spielplatz befindet sich direkt vor dem Schulhaus. (Bild: Reto Martin)

So entsteht zwischen den Schaukeln und der Arena einen Naschgarten mit Heidel-, Johannis- oder Himbeeren. Einen Wunsch der Kinder, der nun in Erfüllung geht. «Es war uns wichtig, die Wünsche der Kinder aufzunehmen, umzusetzen und sie all das nun auch selbst bauen zu lassen.» Es sei eine unheimlich produktive Arbeit. Es fördere zudem den Zusammenhalt und die Identität, ist Noger überzeugt. «Wenn wir nach den Sommerferien ins neue Schulhaus kommen, dann ist es mit dem Spielplatz auch schon belebt», sagt sie.

Landschaftsgärtner Andreas Gehrig baut nicht zum ersten Mal einen Spielplatz mit Kindern für Kinder. «Den Überblick zu behalten und alle zu beschäftigen ist wahrscheinlich die grösste Herausforderung», sagt er. Die Kinder wünschen sich in der ganzen Ostschweiz, wo er tätig ist, in etwa die gleichen Spielelemente. «Speziell hier ist, dass es kein Umbau, sondern ein Neubau ist, das lässt mehr Freiheiten in der Gestaltung», sagt Gehrig.

«Es ist unglaublich anstrengend»

Währenddessen pflanzen im künftigen Naschgarten drei Schülerinnen einen kleinen Himbeerstrauch ein. «Das Loch muss tief genug sein, und bevor wir die Pflanze mit Erde bedecken, müssen wir die Wurzeln etwas auseinanderziehen», sagt eine der Drei. Sie freuen sich auf ihren neuen Spielplatz, sagen sie und graben weiter. «Wir haben natürlich ideales Wetter», sagt Noger. Auch wenn es nachmittags etwas heiss werde. «Aber es ist unglaublich anstrengend», sagt sie lachend. Davon lassen sich die Kinder noch nicht viel anmerken.

Rund 80 Kinder stehen täglich auf der Baustelle. Eltern unterstützen die Kinder freiwillig. (Bild: Reto Martin)

Rund 80 Kinder stehen täglich auf der Baustelle. Eltern unterstützen die Kinder freiwillig. (Bild: Reto Martin)

Fleissig kippen sie Schaufel um Schaufel – bis oben hin beladen mit Kies – in die Schubkarre, hämmern auf den Steinen, buddeln Löcher oder pflanzen die Sträuche ein. Das Stimmengewirr wird unterbrochen von der dröhnenden Säge. Lachen aus der hinteren Ecke. Verschwitzte Gesichter überall. Aber glücklich scheinen sie zu sein. Über ihren neuen Spielplatz, den sie selber bauen.

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