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Weinfelder Männerchor Frohsinn löst sich auf

Ende August löst sich der Männerchor Frohsinn Weinfelden auf. Nur noch sieben Sänger zählt der Verein.
Sabrina Bächi
WDer Männerchor Frohsinn mit Präsident Walter Knill (2. v. r.) bei den Proben für ihre letzte Unterhaltung im Jahr 2015. (Bild: Reto Martin)

WDer Männerchor Frohsinn mit Präsident Walter Knill (2. v. r.) bei den Proben für ihre letzte Unterhaltung im Jahr 2015. (Bild: Reto Martin)

Mit Wehmut werden die letzten Noten verklingen. Am 28. August löst sich der Männerchor Frohsinn aus Weinfelden auf. Die Gründe für das Ende sind vielfältig. Doch für alle verbleibenden sieben Mitglieder ist klar: Sie haben keine Kraft mehr.

Walter Knill ist seit rund 15 Jahren Präsident des Männerchors Frohsinn. Als er in den 1990er-Jahren zum Verein stiess, zählte dieser noch gut 20 Sänger. Seither ging es mit den Mitgliederzahlen nur in eine Richtung – abwärts. «Im Jahr 2013 starben gleich drei unserer Mitglieder. Damals waren wir noch zwölf und die Todesfälle ein schwerer Verlust», sagt er.

Walter Knill, Präsident Männerchor Frohsinn Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Walter Knill, Präsident Männerchor Frohsinn Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Seit 2016 keine Auftritte mehr

In den folgenden beiden Jahren konzertierte der Chor an seiner Unterhaltung mit Verstärkung durch Gastsänger aus anderen Vereinen. Im Januar 2016 fand die letzte Unterhaltung statt. «Damals wussten wir noch nicht, ob es die letzte ist, das haben wir an der Vereinsversammlung im Frühling 2016 dann so beschlossen», sagt Knill. Seither hat der Männerchor Frohsinn keine Auftritte mehr bestritten. Nur noch im stillen Kämmerlein haben die Sänger ihrer Leidenschaft gefrönt.

«Wir machten das, weil wir alle gerne singen.» Dennoch: Der Durchhaltewille der Mitglieder schwand. Geblieben bis zum bitteren Ende ist Dirigentin Bianca Schiegg. «Obwohl sie so jung ist, hat sie ein gutes Gespür für uns und unsere Anliegen», sagt Knill. Sie habe zudem gesagt, sie bleibe, bis der Chor sich auflöst.

Nächstes Jahr könnte der Männerchor sein 150-jähriges Bestehen feiern. Das wollten die sieben verbliebenen Männer nicht mehr. Der Aufwand wäre zu gross, gibt Knill zu bedenken. «Es war daher klar, dass wir 2019 den Verein auflösen.»

Öpfelchüechli-Verkauf geht an jüngere Mannschaft

Ebenfalls aufgehört haben die Männer mit dem Öpfelchüechli-Verkauf am Adventsmarkt. Ab diesem Jahr wird das eine jüngere Mannschaft übernehmen. «Sie nennen sich Öpfel ohni Bitzgi.» Knill lacht. Auch wenn ihm wehmütig ums Herz ist. Eine Vereinsgründung sei ein schöner Akt, eine Auflösung dagegen ganz und gar nicht. «Aber es bringt nichts mehr», sagt er nüchtern.

Neue Sänger hätten sie jahrelang gesucht. Ohne Erfolg. Heute bräuchten sie zudem nicht nur einen oder zwei neue Sänger, sondern eher fünf, noch besser zehn. Das sei nicht realistisch. In so einer kleinen Gruppe müsse dann auch jeder Verantwortung tragen. Alle sieben hätten einen Job im Vorstand oder als Suppleant oder Revisor.

Mit dem Chor verschwindet auch das Theater

«Das Publikum war uns immer sehr treu», sagt Knill. Drei Mal hätten sie jeweils ihre Unterhaltung gezeigt. Jedes Mal war der Traubensaal voll. Zusätzlich zum Männerchor zeigte jeweils die Theatergruppe ihre Produktion. Das sei auch vorbei. Ein Schulterzucken. Knill selbst hat rund 30 Jahren in der Theatergruppe gespielt.

Am Abend der Vereinsauflösung wird Walter Knill ein wahres Prunkstück aus dem Bürgerarchiv holen: die alte Fahne des Vereins. «Ich habe sie erst kürzlich entdeckt. Nun ist sie im Bürgerarchiv untergebracht.» Nach der Vereinsauflösung per 31. August wird zum Abschluss das Lied «Der neue Zapfenstreich» erklingen.

Eine passende Verabschiedung des Vereins in das Reich der Historie und Erinnerungen. «Ich schaue dem Datum nachdenklich entgegen. Der Verein hat für mich hohen Stellenwert. Wir hatten viele schöne Stunden miteinander.»

Überall sind Sänger gesucht

Bei den Männerchören in der Region geben Mitgliederschwund und fehlender Nachwuchs Anlass zur Sorge. Überalterung sei ein Riesenproblem. Das Vereinssingen sei nicht mehr gefragt, finden die Präsidenten der Chöre Märstetten, Liederkranz am Ottenberg und Chor Wyfelde. Vor einem Jahr löste sich der Männerchor Weinfelden auf und schloss sich mit dem Damenchor zusammen. Das Problem: Immer noch fehlen Männerstimmen. Rund 20 Sänger weisen die Chöre auf. (sba)

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