Weinfelder Gemeindemitarbeiter fahren mit Hybridantrieb durchs Dorf

Nach 15 Jahren hat sich die Gemeinde vom Mobility-Auto als offiziellem Fahrzeug verabschiedet. Neu steht ein Hybrid auf dem Parkplatz vor dem Gemeindehaus.

Sabrina Bächi
Drucken
Teilen
Walter Reinhart und Reto Marty freuen sich über das neue Dienstfahrzeug mit Hybridantrieb. (Bild: Sabrina Bächi)

Walter Reinhart und Reto Marty freuen sich über das neue Dienstfahrzeug mit Hybridantrieb. (Bild: Sabrina Bächi)

Auf leisen Rädern kommt das neue Auto daher. Kein Wunder, denn es ist ein Toyota mit Hybridantrieb, den Gemeindeweibel Walter Reinhart gekonnt ins Parkfeld manövriert. Bis Freitag stand auf dem Parkplatz zwischen Rat- und Gemeindehaus noch das rote Mobility-Auto. Nun prägt die silberne Karosserie mit Hybridbetrieb unter der Haube das Bild.

«Die Firma Mobility hat für Business-Kunden einen Aufschlag von rund 58 Prozent erwirkt. Als ich Ende Juli die Rechnung sah, bin ich schon erschrocken», erzählt Walter Reinhart. Dieser massive Preisaufschlag veranlasste die Gemeinde, die Nutzung des Mobility-Autos zu überdenken. «Es war das offizielle Auto der Gemeinde», sagt Gemeindeschreiber Reto Marty.

Von 21 auf 33 Franken

Zwischen 7 und 18 Uhr war es ausschliesslich für die Gemeinde reserviert. Täglich zahlte diese dafür 21 Franken. «Seit dem Preisaufschlag kostete es 33 Franken täglich. Hinzu kommt, dass auch der Kilometerpreis aufschlug», sagt Reinhart. «Wir haben die Zahlen aus dem Vorjahr mit den neuen Preisen verglichen und festgestellt, dass ein eigenes Auto günstiger ist», sagt Marty. Aber nicht nur das: Der Hybrid-Antrieb ist umweltschonender als das Dieselauto der Mobility.

Das Auto steht auch zu Randzeiten der Gemeinde zur Verfügung, die Flexibilität ist also grösser und die Kosten sind tiefer. «Wir haben nun ein für uns besseres Angebot zu einem günstigeren Preis», resümiert Marty. Das Auto –selbstverständlich bei einer Weinfelder Autogarage bezogen – liess sich die Gemeinde 25750 Franken kosten. «Einziger Wermutstropfen ist, dass nun der Mobility-Parkplatz verschwunden ist», sagt Marty.

Teil einer ökologischen Strategie

Denn am Wochenende und abends konnte das Auto auf dem Gemeindeparkplatz von allen Mobility-Kunden genutzt werden. «Wir haben der Firma angeboten, den Parkplatz weiterhin zu behalten, aber die Auslastung sei zu gering.»  Die Antriebsart sei entscheidend gewesen, bestätigen Reinhart und Marty. Denn das Gemeindeauto ist nicht einfach nur ein Fahrzeug. Es ist Teil einer ökologischen Strategie.

«Alle Mitarbeiter der Gemeinde können das Auto zu Geschäftszwecken nutzen», sagt Marty. So fallen für die Gemeinde weniger Spesenentschädigungen an. Auch Mitarbeitende, welche mit dem ÖV zur Arbeit kommen, können für einen Termin das Dienstauto benutzen. Ebenso die Velofahrer oder Fussgänger, wie etwa Max Vögeli, die für Termine ausserhalb darauf zurückgreifen können. «Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter mit dem ÖV, dem Velo oder zu Fuss kommen», sagt der Gemeindeschreiber.

Deshalb stelle die Gemeinde auch keine Parkplätze für die Mitarbeiter zur Verfügung. Bis das Logo der Stadt Weinfelden feststeht, wird das Dienstfahrzeug noch ohne Aufschrift durch das Dorf fahren. Vom neuen Modell sind beide überzeugt. «Ich hätte gerne einen Tesla gehabt», sagt Walter Reinhart und lacht. «Aber der Toyota Auris mit Hybridantrieb ist das optimale Auto.»

Weinfelder Ortsbus muss einen Umweg nehmen

An der Versammlung am Donnerstagabend hat das Weinfelder Parlament über das Budget 2019 der Gemeinde und den Ortsbus abgestimmt. Nach wortreichen Diskussionen folgte ein überraschender Schluss.
Sabrina Bächi

Der Ortsbus ist in Weinfelden ein heisses Eisen

Am Donnerstag kommt das erarbeitete Konzept zum Ortsbus vors Parlament. Abgeholt wird aber lediglich eine Empfehlung. Das Stimmvolk soll über die Versuchsphase zum Bus das letzte Wort haben.
Sabrina Bächi