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Weinfelder entsorgen ihr Altpapier lieber selber – sehr zum Ärger von zwei Vereinen

Seit der Eröffnung des Regionalen Annahmezentrums entsorgt die Bevölkerung vermehrt ihr Altpapier selbst. Das merken die Vereine, welche die Strassensammlung durchführen – sie verdienen weniger damit.
Sabrina Bächi
Vor der Eröffnung des Regionalen Annahmezentrums in Weinfelden sammelten die Vereine 110 Tonnen Altpapier pro Sammeltag. Nun ist es noch die Hälfte. (Bild: PD)

Vor der Eröffnung des Regionalen Annahmezentrums in Weinfelden sammelten die Vereine 110 Tonnen Altpapier pro Sammeltag. Nun ist es noch die Hälfte. (Bild: PD)

«Wir wollen an die Weinfelder appellieren», sagt Ernst Tanner. Seit über 20 Jahren ist er beim Turnverein zuständig für die Altpapiersammlung. Doch so etwas wie im vergangenen Jahr hat er noch nie erlebt: «Wir konnten nur noch die Hälfte dessen sammeln, was normal ist», sagt er.

Tobias Herrmann, Zuständiger für die Altpapiersammlung beim SC Weinfelden, nickt. Normal, sagen die beiden, seien etwa 110 bis 120 Tonnen, die sie alle zwei Monate auf den Strassen von Weinfelden einsammeln.

Ernst Tanner, TV Weinfelden. (Bild: Sabrina Bächi

Ernst Tanner, TV Weinfelden. (Bild: Sabrina Bächi

Seit der Eröffnung des Regionalen Annahmezentrums (RAZ) in Weinfelden ist die Sammelmasse massiv eingebrochen. «Im September 2018 haben wir nur 57 Tonnen gesammelt», sagt Tanner. Den Vereinen reisst das ein grosses Loch in die Vereinskasse.

Es fehlen 10'000 Franken

Denn wie Walter Reinhart, Entsorgungsbeauftragter der Gemeinde Weinfelden, sagt, verdienen die Vereine an jedem Kilo Altpapier 10 Rappen. «Die KVA bezahlt der Gemeinde 8 Rappen pro Kilo und die Gemeinde erhöht diesen Betrag um 2 Rappen», sagt Reinhart.

Der SC Weinfelden zahlt mit dem Geld aus der Altpapiersammlung die Eismiete. Der Turnverein begleicht damit Leiterentschädigungen oder kauft sich neue Ausrüstung. Im Schnitt fehlen mit den neuen Zahlen den Vereinen je 10'000 Franken.

Tobias Herrmann, SC Weinfelden (Bild: Sabrina Bächi)

Tobias Herrmann, SC Weinfelden (Bild: Sabrina Bächi)

«Wir wissen, dass es einfacher ist, das Altpapier im RAZ zu entsorgen», sagt Herrmann. Dadurch gehen aber wichtige Arbeit und finanzielle Unterstützung für die Vereine verloren. «Auch andere Ortschaften haben dieses Problem, dass die Leute ihr Papier selbst entsorgen», sagt Herrmann.

Genereller Papierschwund

Lorenz Lipp, Bereichsleiter Wertstoffe bei der KVA, kennt das Problem. Die Möglichkeiten, heutzutage Altpapier zu entsorgen, seien vielfältiger geworden. «Zudem ist generell ein Papierschwund zu beobachten, da vieles heute digital konsumiert wird und nicht mehr auf Papier. Die Altpapiermenge geht permanent zurück», sagt Lipp.

Den Vereinen bleibt nur zu hoffen, dass das derzeitige Sammeltief einen Aufwärtstrend vermeldet. Denn beide sind sich einig: «Irgendwann lohnt es sich einfach nicht mehr.»

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