Weinfelder Eishockeyspieler trainiert nun auf dem Parkett statt auf dem Eis

Der SC Weinfelden startet diese Woche mit der Saisonvorbereitung. Die Spieler sorgen zu Hause für ihre Fitness nach Angaben des Trainers.

Mario Testa
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Fussballerin Fabienne Buser und Eishockeyspieler Nico König trainieren gemeinsam in ihrer Wohnung in Weinfelden.

Fussballerin Fabienne Buser und Eishockeyspieler Nico König trainieren gemeinsam in ihrer Wohnung in Weinfelden. 

(Bild: Mario Testa)

Nico König kommt zu Hause ganz schön ins Schwitzen. «Die Übungen sehen am Anfang immer so leicht aus, sie sind aber streng», sagt der 24-jährige Center des SC Weinfelden. «Ich habe schon etwas Mühe, mich fürs Heim-Training zu motivieren.» Er trainiere viel lieber mit dem Team. 

«Meine Freundin pusht mich und macht die Trainings auch gleich mit, das hilft mir. Zudem kann man ja sonst auch gar nicht so viel unternehmen.»

Nico König und seine Teamkollegen wären diese Woche wieder in die Vorbereitungen für die neue Saison gestartet. Corona verhindert jedoch die drei Trainings pro Woche mit dem Team in der Halle. Also gab es vom neuen Headcoach Gordon Walter einen Trainingsplan und ein ganzes Dossier voller Übungen, die nun jeder seiner Spieler für sich zu Hause machen muss.

Training mit einem Dutzend Übungen

«Wir können unser Programm selber zusammenstellen. Es soll drei Aufwärmübungen beinhalten, und dann je etwa drei Übungen für Beine, Rumpf und Oberkörper. Ich notiere mir jeweils zuvor, welche ich machen will», sagt König, der als Sachbearbeiter im Kantonalen Amt für Handelsregister und Zivilstandswesen arbeitet. «Das Trainingsdossier finde ich gut. Wir haben Spieler im Alter von 18 bis fast 40 Jahren in unseren Reihen. Gerade die jüngeren sind sicher froh um die Anleitungen.»

Nico König und Fabienne Buser wärmen sich auf dem Balkon auf, mit Blick an den Ottenberg.

Nico König und Fabienne Buser wärmen sich auf dem Balkon auf, mit Blick an den Ottenberg.

(Bild: Mario Testa)

Nach dem Aufwärmen auf dem Balkon nimmt sich König mit seiner Freundin Fabienne Buser – die Gemeindeschreiberin von Braunau spielt in der ersten Frauenmannschaft des FC Weinfelden-Bürglen – einer Beinübung auf dem Parkett in der Stube an. «Hierbei geht es um die Muskeln, die wir fürs Eislaufen brauchen», sagt König und streckt langsam seinen rechten Fuss auf einem Tuch nach hinten, winkelt das andere Bein an, hält die Position und stellt sich langsam wieder auf.

«Es ist halt kein Eis, aber das Parkett tut es auch.»

Die Übung ist streng, König kommt ins Schwitzen. Er spürt noch die Pause, die er und seine Teamkollegen seit dem Saisonende genossen haben. «Etwa eineinhalb Monate habe ich gar nichts Sportliches gemacht. Erst seit Mitte April bin ich wieder dran.» Er ging Joggen, Inlineskaten oder machte Kraftübungen mit, welche das Fitnesscenter, das seine Freundin besucht, live übers Internet streamte.

Eine erfolgreiche Saison mit abruptem Ende

Nico König schaut auf die vergangene Saison mit gemischten Gefühlen zurück. Er selbst hatte einen Lauf, verbuchte in seiner siebten Saison in der 1. Mannschaft des SC Weinfelden am zweitmeisten Scorerpunkte seines Teams. Trotz erstem Platz nach der Qualifikation und gelungenem Start in die Playoffs reichte es den «Trauben» dieses Jahr dann aber doch nur bis in den Viertelfinal, wo sie gegen den EHC Bassersdorf ausschieden. Die Saison endete für die Spieler und das Coachingteam Ende Februar.

«Es ist schade, wir waren gut drauf diese Saison. Aber am Ende haben wir es selber verspielt, weiterzukommen.»

Er hofft, dass die auf vielen Positionen unveränderte Mannschaft bald wieder die gewohnten Trainings aufnehmen kann und die neue Saison wie geplant im September beginnt. Die ersten fünf Trainingsspiele in der Eishalle Güttingersreuti hat der Verein bereits für August und September organisiert.

Konstanz im Kader

Start mit neuem Cheftrainer

In der kommenden Saison steht beim SC Weinfelden ein neuer Headcoach an der Bande. Wie der Verein mitteilt, tritt Gordon Walter die Nachfolge vom bisherigen Cheftrainer Christian Schuster an. Das Kader bleibt weitgehend bestehen, fünf Abgängen stehen vier Neuzuzüge gegenüber. Mit 19 Spielern hat der Verein den Vertrag verlängert, drei von ihnen sind Zuzüge aus der eigenen Nachwuchsabteilung. 

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