Weinfelden
Theagovia spielt «Zukunftsmusik» und erzählt die Geschichte einer Genwunderpille

Die Theatergruppe Theagovia zeigt ihr neustes Bühnenstück «Zukunftsmusik» im Theaterhaus Thurgau. Dabei wird klar: Die Zukunft ist funktional, Kommunikation läuft über einen Knopf an der Schläfe, aber sie passt längst nicht allen.

Manuela Olgiati
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Manuel Schweiss spielt im Stück «Zukunftsmusik» des Theagovia Theaters den Hacker Jojo.

Manuel Schweiss spielt im Stück «Zukunftsmusik» des Theagovia Theaters den Hacker Jojo.

Bild: Manuela Olgiati

In der Vergangenheit leben und schon die Gegenwart verpassen oder doch einen Blick in die Zukunft wagen. Der Verein Theagovia zeigte dazu das passende Bühnenstück «Zukunftsmusik» eingeladen. Das über 40-jährige Bestehen des Vereins ist Grund genug, um in die Zukunft zu schauen. Das Bühnenstück spielt im Jahr 2060. Und doch bleibt vieles beim Alten.

Theater brauche es, sagt Regisseurin Michaela Bauer. Ganz egal welche Situationen und widrigen Umständen die Menschen aushalten müssen. Bauer liess sich für das Stück «Zukunftsmusik» von Science-Fiction inspirieren. Dazu tauschte sie sich auch mit den Darstellern aus. «Es sind talentierte Laienschauspieler», sagt Bauer freudig. Obwohl die Idee für das Spiel bereits vor Corona feststand, beeinflusste der Lockdown und das aktuelle Geschehen das Programm stark.

Die Zukunft ist funktionell

Ursprünglich weisse Overalls wurden beispielsweise umgefärbt. Die Zuschauer erhalten mit moderner Technik Livestreams über jung machende Produkte von «Dr. Lofo». Die Zukunft ist funktionell. Metallkübel dienen als Sitzmöbel und Stauraum.

Das Publikum wird am Samstagabend im Theaterhaus Thurgau während 80 Minuten bestens unterhalten. Viele Lacher sind aus den Sitzreihen zu vernehmen. «Zukunftsmusik» als kurzweilige Komödie zeigt das Leben von Tante Lotti (Patricia Venturini) im abgespacten Kleid. Im Gegenzug stehen die Agentinnen von Dr. Lofo, die gegen das herrschende System vorgehen.

Ewig jung dank einer Genwunderpille

Aber auch vom hundertjährigen Adrian, gespielt von Manfred Küttel, handelt das Stück. Dank einer Genwunderpille hält er sich seit Jahrzehnten jung. Die Erfindung des Memoriums macht es möglich, dass er Kontakt zu seiner verstorbenen Frau halten kann. Als Einziger hat er all die Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte miterlebt. Doch diese durchorganisierte Welt scheint nicht allen zu gefallen. Beispielsweise Hacker Jojo (Manuel Schweiss), Adrians Nachbar, versucht mit Adrians Computer Doktor Lofo zu entlarven.

Kommunikation läuft im Jahr 2060 über einen silbernen Knopf an der Schläfe. Der Terminkalender ist voll und es wird demonstriert - gegen die Gentechnik und eine Human-Design-Diktatur. Happy-End? Von wegen. Jeder Zuschauer darf sich frei fühlen, zu interpretieren, wie die Geschichte weitergehen könnte.

Schwarzhumorig und heiter spielt «Zukunftsmusik» mit dem «Was wäre wenn ...?». Sechs Aufführungen hat der Verein mit seinem aktuellen Programm «Zukunftsmusik» im Theaterhaus geplant. Die Premiere hat am 30. Oktober stattgefunden. Es folgen noch zwei weitere Auftritte am kommenden Samstag, um 20.15 Uhr und am Sonntag die Dernière um 16.15 Uhr im Theaterhaus Thurgau in Weinfelden.

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