Weinfelden
Eine neue Anstellung, ein Defizit und nach fünfzig Minuten war Schluss: so verlief die Budgetversammlung der katholischen Kirchgemeinde

Am Mittwochabend trafen sich 55 Stimmberechtigte im Saal des Pfarreizentrums zur Versammlung. Haupttraktandum war das Budget 2022.

Sabrina Bächi
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Die katholische Kirche Weinfelden.

Die katholische Kirche Weinfelden.

Bild: Reto Martin

Nach fünfzig Minuten war bereits alles vorbei und die Versammlung der Katholischen Kirchgemeinde Weinfelden geschlossen. Die Anwesenden stimmten den Anträgen der Vorsteherschaft mit Präsident Roger Häfner-Neubauer einstimmig zu. 24 Frauen und 31 Männer fanden sich am Mittwochabend zur Budgetversammlung ein. Knapp eine Handvoll waren Stimmberechtigte, die aufgrund des neuen Kirchengesetzes zum ersten Mal teilnehmen konnten.

Haupttraktandum war das Budget 2022 welches Kirchenpfleger Martin Lüthy erklärte. «Die Kirchgemeinde hat ein Eigenkapital von knapp einer Million. Wir können entsprechend ein Defizit verkraften», sagt er. Der Voranschlag sieht ein Minus von 46’460 Franken vor. Der Steuerfuss soll jedoch bei 17 Prozentpunkten belassen werden.

«Wir haben den Steuerfuss vergangenes Jahr schon um zwei Prozentpunkte gesenkt, das sind rund 200’000 Franken weniger Einnahmen.»

Man wolle auch hinsichtlich der Kirchensanierung kein Risiko eingehen und den Steuerfuss belassen, da man nie wisse, was für Überraschungen noch zum Vorschein kämen.

Kirchenpflege wird aufgeteilt in zwei Funktionen

In eigener Sache erklärt er, dass aus dem Budget ebenfalls hervorgeht, dass sein Amt als Kirchenpfleger aufgrund der Gesetzesänderungen anders abgerechnet werde. «Ab der neuen Legislatur wird die Kirchenpflege in eine Behördenfunktion und eine Verwaltungsfunktion mit einer Anstellung aufgeteilt. In unserem Fall werde ich beide Funktionen innehaben.» Die Stelle als Verwalter wird er in einem 15 Prozent-Pensum und einem Jahreslohn von 13’000 Franken wahrnehmen.

Kirchenpräsident Roger Häfner, Pfleger Martin Lüthy und Gemeindeleiter Armin Ruf.

Kirchenpräsident Roger Häfner, Pfleger Martin Lüthy und Gemeindeleiter Armin Ruf.

Bild: Mario Testa (Mai 2021)

Weiter muss die Gemeinde 17’000 Franken aufbringen, um die Truhenorgel zu ersetzen. «Wir dachten, dass wir den gesamten Betrag für die Orgel aus der Jahrzeitkasse beziehen können», erörtert der Kirchenpfleger. «Allerdings hat das Bistum entschlossen, dass wir lediglich 15’000 Franken daraus beziehen dürfen.» Den Rest muss nun die Gemeinde berappen, weshalb der entsprechende Betrag budgetiert wurde.

Ehre für den Hauswart

Unter Traktandum drei werden drei Mitarbeitende der Kirchgemeinde geehrt. Markus Schweiss arbeitet bereits seit 25 Jahren als Hauswart. «Es gibt nichts, was du nicht kannst», sagt Gemeindeleiter Armin Ruf in seiner Rede. Das grosse Engagement schätze nicht nur er, sondern die gesamte Gemeinde. «Nicht zuletzt möchte ich dir auch für die gute Nachbarschaft danken. Wir verstehen uns sehr gut, obwohl du Hund und Katz und ich mindestens einen Vogel habe», sagt Ruf scherzhaft. Katechetin Judith Geyer wird für 20 Jahre und Gabriela Herzog vom Sekretariat für 10 Jahre Mitarbeit verdankt.

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