Weinfelden
«Mein Herz blutet»: Auch dieses Jahr findet die Wega nicht statt

Wegen der Coronapandemie und der vom Bund vorgegebenen Vorschriften kann die Wega auch dieses Jahr nicht durchgeführt werden. Auch auf eine Ersatzveranstaltung verzichten die Organisatoren.

Sabrina Bächi
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Ein Wechselbad der Gefühle: Das ist auch die Organisation der Wega in Zeiten der Pandemie.

Ein Wechselbad der Gefühle: Das ist auch die Organisation der Wega in Zeiten der Pandemie.

Bild: Andrea Stalder (Weinfelden, 28. September, 2019)

«Ich muss immer das Gleiche sagen und das schmerzt.» Wega-Präsident Heinz Schadegg ist konsterniert. In den vergangenen Tagen haben er und das gesamte Wega-Team ein Wechselbad der Gefühle durchgemacht. Zunächst die Hoffnung aufgrund der vom Bund angekündigten Normalisierungsphase. Die Anmeldungen der Aussteller konnten starten. Und dann das: «Die für Messen erlassenen Bedingungen würden eine Wega, wie wir sie kennen, unmöglich machen», sagt Schadegg.

Allen Ausstellern und auch dem Vorstand und der Geschäftsleitung hat er das gesagt. Von den normalerweise 450 Ausstellern haben sich denn auch nur 250 bisher angemeldet. «Wir spüren schon auch die Zurückhaltung der Aussteller», sagt Schadegg.

Zutrittskontrollen und Beschränkungen machen es unmöglich

Die Gründe, welche zur Absage führten, konkretisieren Schadegg und Messeleiter Gregor Wegmüller wie folgt: Der Bund fordert Zutrittsbeschränkungen sowie die Kontrolle von Impfzertifikaten oder Testresultaten. Das bedeutet für die Wega, dass man das Gelände einzäunen müsste. «Das ist in Weinfelden schlicht unmöglich, wir können nicht das Dorf absperren», sagt Gregor Wegmüller.

Gregor Wegmüller, Messeleiter.

Gregor Wegmüller, Messeleiter.

Bild: Sabrina Bächi
«In der Wega-Kernzone gibt es Anwohner, Menschen, die zu ihrem Arbeitsplatz müssen, einkaufen oder zum Arzt gehen müssen. Eine Beschränkung des Zugangs zum Stadtzentrum ist daher nicht umsetzbar.»

Ausserdem verlangt der Bund für Messen zehn Quadratmeter Platz pro Person. Als Beispiel führen die Wega-Organisatoren die Halle zwei auf dem Pestalozzi-Schulhausplatz an. Dort dürften sich mit diesen Vorgaben gerade mal 73 Personen aufhalten – Aussteller eingerechnet.

«Der Bund macht auch keine Unterscheidung, ob sich die Personen draussen oder drinnen aufhalten. Auf der mittleren Rathausstrasse könnten sich deshalb auch nur 40 Personen aufhalten», sagt Wegmüller. «Wir müssen auch an die Aussteller denken, das sind unsere Kunden», sagt Schadegg. Mit so wenig Besuchern würde das für sie keinen Nutzen bringen.

Keine Ersatzveranstaltung in diesem Jahr

Man habe sich deshalb entschieden, dass die derzeitige Perspektive für Grossveranstaltungen, wie es die Wega mit über 20'000 Besuchern pro Tag ist, abzusagen. «Der gesunde Menschenverstand lässt nichts anderes zu», sagt Schadegg. Das zweite Mal in Folge die grösste Thurgauer Messe abzusagen, sei sehr hart.

«Mit den Vorschriften zeigt sich einfach, dass unser Plus, dass wir eine Messe im Stadtzentrum sind, somit unser grösstes Manko wird», sagt Wegmüller. Andere Messen, die ein abgegrenztes Gelände hätten, könnten diese Vorgaben sicherlich besser einhalten.

Von einer Ersatzveranstaltung sehen die Wega-Macher dieses Jahr ab. Die Vorschriften bestünden auch bei einer Wega-light oder einem Marktplatzfest. Hinzu komme die Unsicherheit mit dem Wetter. Bereits vergangenes Jahr musste die geplante Ersatzveranstaltung abgesagt werden, weil es wie aus Kübeln goss.

Heinz Schadegg, Wega-Präsident.

Heinz Schadegg, Wega-Präsident.

Bild: Sabrina Bächi
«Wir haben wirklich hin und her überlegt, verschiedene Szenarien diskutiert, aber am Ende sind wir immer zum gleichen Resultat gekommen: Die Wega ist nur Wega, wenn wir sie so durchführen, wie sie alle kennen», sagt Wega-Präsident Heinz Schadegg.

Am Ende sei es auch die planerische Unsicherheit und die Finanzen, welche zu diesem Entscheid beigetragen hätten. «Es war einstimmig im Vorstand und der Geschäftsleitung», sagt Schadegg.

Die Hoffnung starb immer wieder

Von der vom Bund angekündigten Normalisierungsphase habe man sich täuschen lassen. Nun habe man die Tatsachen und man nehme die Verantwortung auch nicht auf die leichte Schulter, betont Wegmüller. Mental sei es aber sehr belastend. Heinz Schadegg mag nicht lächeln an diesem Morgen. «Mein Herz blutet», sagt er. Und es tue ihm auch leid für die Aussteller. Er würde sofort eine Wega durchführen, aber so dann doch nicht.

«Wir hatten in den vergangenen Monaten immer wieder einen Hoffnungsschimmer und dann bamm war alles wieder kaputt», sagt er. Nun hoffe man auf das nächste Jahr, sagt Wegmüller vorsichtig. Doch der Wega-Präsident ist sich sicher: «Nächstes Jahr gibt es eine Wega, anders geht’s nicht.»

So war die letzte Wega im Jahr 2019:

Die neue Apfelkönigin heisst Larissa Häberli aus Mauren Berg. (Bild: Andrea Stalder)
119 Bilder
Larissa Häberli ist 20 Jahre alt. (Bild: Andrea Stalder)
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Die Wahl wurde von Reto Scherrer (ganz links) moderiert. (Bild: Andrea Stalder)
Gewinnerin Larissa Häberli. (Bild:Andrea Stalder)
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Sechs Kandidatinnen stellten sich zur Wahl. (Bild: Andrea Stalder)
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Sichtlich erfreut über ihre Wahl: Larissa Häberli. (Bild: Andrea Stalder)
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Im Bauernzelt gibt es nun einen Streichelzoo. (Bild: Andrea Stalder)
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Das KKE hat an einem Stand Gerätschaften, um die Arbeit des Katastrophenschutzes zu erklären. (Bild: Andrea Stalder)
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Apfelkönigin Melanie Maurer verteilt am Stand der Thurgauer Zeitung frische Äpfel. Am Wega-Samstag wird ihre Nachfolgerin gewählt. (Bild: Andrea Stalder)
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(Bild: Andrea Stalder)
Einige Besucher geniessen in der Dorfbeiz Haxen-Kasper eine feine Haxe. (Bild: Andrea Stalder)
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(Bild: Andrea Stalder)
Vor der Villa Optik gibt es Strassenkunst zu sehen. (Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
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Diepholzer-Gänse gibt es im Bauernhofzelt zu sehen. (Bild: Andrea Stalder)
Ein Muni zieht die Blicke mit seinem gewaltigen Erscheinungsbild auf sich. (Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
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(Bild: Andrea Stalder)
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(Bild: Andrea Stalder)
Auch Degustieren ist an der Wega Pflichtprogramm. (Bild: Reto Martin)
(Bild: Reto Martin)
(Bild: Reto Martin)
(Bild: Reto Martin)
Regierungsrat Walter Schönholzer und Thomas Ahlburg, CEO der Stadler Rail Group, bei der Taufe des neuen Giruno-Zuges. Im Rahmen der Wega-Eröffnungsfeier wurde der Zug auf den Namen Thurgau getauft. (Bild: Reto Martin)
(Bild: Reto Martin)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
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(Bild: Andrea Stalder)
Der Weinfelder Reto Scherrer ist auch an der Wega und begeistert vom Angebot in der Gwerblerhalle 11. (Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
Die Füürwehrbeiz mit den Güggeli ist neu in der Halle 7 zu finden. Reto Scherrer gefällt das feine Angebot. (Bild: Andrea Stalder)
Auch bei der Pfadi muss Scherrer vorbei. Schliesslich war er selbst mal Pfader in Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)
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Scherrer nimmt sich Zeit für seine Fans. (Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
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Einen Wega-Batzen gibt es noch für Scherrers Kinder von seiner besten Freundin Miriam. (Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)

Die neue Apfelkönigin heisst Larissa Häberli aus Mauren Berg. (Bild: Andrea Stalder)