Weinfelden
Kampfwahl um die Synodale: An der Kirchgemeindeversammlung stehen acht Kandidaten für fünf Sitze zur Verfügung

An der Budgetsitzung der Evangelischen Kirchgemeinde Weinfelden soll die Pfarrwahlkommission bestimmt und die fünf Synodalen gewählt werden. Weiter steht das Budget 2022 der Kirchgemeinde sowie des Altersheims Bannau auf der Traktandenliste.

Sabrina Bächi
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Die Versammlung der evangelischen Kirchgemeinde findet in der Kirche statt.

Die Versammlung der evangelischen Kirchgemeinde findet in der Kirche statt.

Bild: Mario Testa

Es wird eine Versammlung der Wahlen. Und das, obwohl eigentlich das Budget Hauptthema ist. Wenn sich der Souverän der Evangelischen Kirchgemeinde Weinfelden am 17. Januar in der Kirche trifft, gibt es acht Traktanden zu besprechen. Zwei davon betreffen die Protokolle der ordentlichen und ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung. Danach geht es bereits um die Wahlen. Bei den Synodalen gar um eine Kampfwahl. Denn die Kirchgemeinde Weinfelden hat fünf Plätze in diesem kantonalen Kirchenrat zur Verfügung. Für diese haben sich jedoch insgesamt acht Personen zur Wahl gestellt.

Mit Daniel Bühler sowie Hans Peter Niederhäuser treten zwei Bisherige an. Neu zur Wahl stellen sich Sandra Güttinger, Michael Mente, Felix Romann, Monika Schuppli, Ursi Senn-Bieri sowie Samuel Zaugg. «Wir haben nicht grossartig nach Synodalen gesucht, vielmehr war es so, dass sich die Personen gemeldet haben. Daher haben wir nun auch die Situation einer Kampfwahl um die fünf Plätze», sagt Thomas Siegfried, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Weinfelden. Er könne sich vorstellen, dass die designierte Kirchenpräsidentin Christina Aus der Au den Effekt auslöste, dass sich nun so viele zur Wahl als Synodale stellen.

Pfarrwahlkommission soll Nachfolge suchen

Unter Traktandum drei legen die Stimmberechtigten die Zusammensetzung der Pfarrwahlkommission fest. Denn Pfarrer Richard Häberlin wird Ende Monat Weinfelden verlassen. Häberlin wird der neue evangelische Spitalpfarrer in Frauenfeld.

Die Pfarrwahlkommission soll aus vier Mitgliedern aus der Kirchenvorsteherschaft, einem Mitglied aus dem Diakonieteam und vier externen Mitgliedern bestehen. «Wenn die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger diese Zusammensetzung genehmigen, geht es um die Wahl der Personen», erklärt der Präsident der evangelischen Kirchgemeinde, Thomas Siegfried, das Vorgehen. Man habe glücklicherweise entsprechend den vorgesehenen Sitzen die Anzahl Personen gefunden.

Längerfristig ein jüngeres Pfarrteam

Thomas Siegfried, Präsident der evangelischen Kirchgemeinde.

Thomas Siegfried, Präsident der evangelischen Kirchgemeinde.

Bild: PD

Nebst den beiden Pfarrern Esther Baumgartner und Daniel Bühler haben sich auch Edgar Schuppli sowie Benjamin Buser aus der Kirchenvorsteherschaft zur Verfügung gestellt. Claudia Zaugg vertritt das Diakonieteam und als externe Mitglieder stellen sich Petra Reubi, Matthias Bolliger, Ramona Ambühl sowie Lea Bührer zur Wahl. «Natürlich können sich auch an der Versammlung noch Personen zur Wahl stellen, aber wir sind froh, dass wir die derzeit vorgesehenen Mitglieder beisammen haben», sagt Siegfried. Die Vorsteherschaft hat in den vergangenen Monaten intensiv daran gearbeitet, wie der Stellenbeschrieb aussehen soll. Als Hauptfrage stand dabei «Was braucht die Gemeinde?» im Raum.

«Wir wollen längerfristig sicher ein etwas jüngeres Pfarrteam. Dies ist jedoch nicht schon jetzt zwingend notwendig», sagt der Präsident. Denn die beiden anderen Pfarrer würden in absehbarer Zukunft in Pension gehen. Als Schwerpunktthema könne sich die neue Pfarrerin oder der neue Pfarrer selbst einbringen. Ob sie oder er das Thema Erwachsenenbildung von Richard Häberlin fortführt, bleibt offen. «Wir gehen davon aus, dass es etwa ein Jahr dauern wird, bis wir eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger haben.»

Budget schliesst mit kleinem Gewinn

Häberlins Stelle werde mit einem 40-Prozent-Pensum in der Seelsorge mit Pfarrer Peter Keller und einer Erhöhung im Sekretariat um zehn Prozent aufgefangen. «Wir werden Richard Häberlin an der Versammlung gebührend verabschieden», sagt Siegfried.

Beim Budget 2022 rechnet die Kirchgemeinde mit einem kleinen Gewinn von 1720 Franken bei einem Aufwand von 2,16 Millionen und Einnahmen von 2,17 Millionen Franken. «Wir werden Rückstellungen für die Sanierung des Pfarrhauses machen, da dort die neue Pfarrperson einziehen wird. Bis das so weit ist, steht das Haus, bis auf die Büroräumlichkeiten, leer.»

Kein Coronatoter in der Bannau

Das Altersheim Bannau, welches der Evangelischen Kirchgemeinde Weinfelden gehört, rechnet im Budget 2022 mit einem Gewinn von 127'000 Franken bei einem Aufwand von 1,54 Millionen und Einnahmen von 1,66 Millionen Franken. Der Souverän hat auch dieses Budget zu genehmigen. Der Gewinn ist vor allem der Erhöhung der Taxe geschuldet, wie Heinz Schadegg, Präsident der Bannau, auf Anfrage erklärt. «Ich will auch gerüstet sein für allfällige Investitionen», sagt er. Dennoch sei die Taxe immer noch sehr moderat. Und wenn ein Pflegeplatz in der Bannau nicht ersetzt werden könne, dann sei es finanziell auch schnell schwierig. «Wir hatten bisher aber immenses Glück. Auch vor Corona wurden wir verschont, wir hatten keinen einzigen Todesfall in Zusammenhang mit Covid-19», sagt Schadegg. Man habe auch das Möglichste getan, um die 28 Bewohner der Bannau zu schützen. Etwa das Besuchszimmer nennt er als Massnahme. Man habe die Besuche sonst sehr stark eingeschränkt, betont er. (sba)

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