Weinfelden
Halbzeit für die Exekutive: Positive Bilanz nach den ersten zwei Jahren Stadt

Seit 2019 arbeitet der Weinfelder Stadtrat in der jetzigen Zusammensetzung. Die ersten zwei Jahre der jungen Stadt waren vor allem geprägt durch die Pandemie, trotzdem konnten viele Ziele erreicht werden.

Mario Testa
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Der Weinfelder Stadtrat zieht Halbzeitbilanz seiner Legislaturziele vor der frisch sanierten Sporthalle Güttingersreuti: Stadtschreiber Reto Marty, Daniel Engeli, Thomas Bornhauser, Stadtpräsident Max Vögeli, Ursi Senn-Bieri, Valentin Hasler und Hans Eschenmoser.

Der Weinfelder Stadtrat zieht Halbzeitbilanz seiner Legislaturziele vor der frisch sanierten Sporthalle Güttingersreuti: Stadtschreiber Reto Marty, Daniel Engeli, Thomas Bornhauser, Stadtpräsident Max Vögeli, Ursi Senn-Bieri, Valentin Hasler und Hans Eschenmoser.

Bild: Mario Testa

100 Punkte umfassen die Legislaturziele des Weinfelder Stadtrats. Bis 2023 sollten diese erledigt sein. In der Mitte ihrer jetzigen Amtszeit haben die Mitglieder der Exekutive Bilanz gezogen – und sie fällt positiv aus. «Wir sind gut unterwegs, haben viele Ziele bereits erreicht», sagt Stadtpräsident Max Vögeli.

«Wir sind auf gutem Weg, die restlichen Ziele auch noch zu erreichen.»

Betrachtet man die Zahlen, sind von den 100 gesetzten Zielen zehn erledigt. 71 hat der Stadtrat zur Halbzeit als «Daueraufgabe mit positiven Fortschritten» markiert. «In Arbeit» sind 16 Aufgaben und noch nicht in Angriff genommen oder zurückgestellt wurden drei. Zwei dieser drei rot markierten Punkte betreffen das Ressort Gesellschaft und Gesundheit.

Ein Meilenstein: Fachstelle Gesellschaft und Gesundheit

So wurde das Konzept Quartierarbeit noch nicht erstellt und ebenso das Jugendkonzept aus dem Jahr 2010 noch nicht neu evaluiert. Die zuständige Stadträtin Ursi Senn-Bieri sagt: «Wir möchten die Quartierarbeit im partizipativen Prozess erarbeiten, mit den Menschen ins Gespräch kommen und uns frei begegnen. Wir machen das sobald es wieder möglich ist, Corona hat uns da bislang einen Strich durch die Rechnung gemacht.» Das Jugendkonzept nehme sie in der zweiten Legislaturhälfte in Angriff.

Positives berichtet Senn-Bieri hingegen von der neu geschaffenen Fachstelle Gesellschaft und Gesundheit. Anhand eines Tagesablaufs der Fachstellenleiterin Jacqueline Baumann zeigt sie auf, wie vielen Akteure dies koordiniert: der Nachbarschaftshilfe-Verein Zeitgut, das Jugendprogramm Midnight Fun, die Anlaufstelle für Altersfragen und viele mehr.

«Der Aufbau und die Besetzung dieser Fachstelle ist ein Meilenstein. Endlich stehen auch angemessene Ressourcen zur Verfügung.»

Der dritte noch nicht in Angriff genommene Punkt betrifft das Ressort Hochbau von Stadtrat Thomas Bornhauser: Die Überarbeitung der Energiestrategie 2015: «Wir müssen noch warten, bis der Energierichtplan in Kraft gesetzt wird. Dazu kommen Verzögerung wegen fehlender personeller Ressourcen.» Er sei jedoch zuversichtlich, dass diese Arbeit bald in Angriff genommen werden könne.

Im April 2021 hat die Stadt Weinfelden das Label «Energiestadt Gold» erhalten.

Im April 2021 hat die Stadt Weinfelden das Label «Energiestadt Gold» erhalten.

Bild: Andrea Stalder

Als grossen Erfolg bezeichnet Bornhauser hingegen das Erlangen des Labels Energiestadt Gold. «Es war ein anspruchsvolles Ziel. Erst vor 13 Jahren wurde die Energiekommission gegründet und in dieser Zeit sind wir von Null bis zum Gold-Label gekommen.» Ebenfalls gelungen sei die Sanierung der Sporthalle Güttingersreuti.

Gespräche wurden eingebremst

Allgemein stellen die Stadträte und die Stadträtinnen fest, dass Corona die bisherige Legislatur stark geprägt hat. «Diverse Gespräche wurden dadurch ausgebremst», sagt beispielsweise Tiefbauchef Daniel Engeli. «Wir mussten deshalb auch einige Themen zurückstellen.» Dass die zeitweisen Schliessungen von Restaurants und sonstigen Unterhaltungsmöglichkeiten auch zu mehr Lärm im öffentlichen Raum geführt haben, bilanziert Hans Eschenmoser, Leiter des Ressorts Sicherheit.

«Die Strapazierung des öffentlichen Grunds hat zugenommen.»

Zur Bahnhofs-Problematik sagt er, dass die Stadt die Firma EBP Schweiz aus Zürich mit der Erarbeitung einer Kriminalpräventiven Beurteilung beauftragt habe. «Wir haben bereits einen Workshop gemacht. Mich hat sehr gefreut, dass da auch Asylsuchende, Anwohner und Detaillisten dabei waren und ihre Interessen kund taten. Die Auswertung wird nun auch von der Fachhochschule Ostschweiz begleitet.»

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