Weinfelden
Jungregisseur dreht Film über illegale Strassenrennen in der Nacht – Kosten für den Kurzfilm etwa 40’0000 Franken

Mit «Nightracer» kommt am Samstag, 11. Dezember, ein 30 minütiger Film von Noa Röthlisberger auf die Leinwand des Liberty-Kinos.

Johanna Lichtensteiger
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Regisseur Noa Röthlisberger (rechts) instruiert auf dem Filmset einen Schauspieler über seine Vorstellungen der Szene.

Regisseur Noa Röthlisberger (rechts) instruiert auf dem Filmset einen Schauspieler über seine Vorstellungen der Szene.

Bild: PD/Moodfilms, Randy Jost

«Wir verfolgen den Rennfahrer Louis, der in der dunklen Grossstadt Walton gefangen ist. Er ist gezwungen, illegale Strassenrennen zu fahren und kommt nicht mehr aus diesem Teufelskreis heraus. Aber er möchte ausbrechen», sagt Regisseur Noa Röthlisberger zur Handlung seines Kurzfilmes «Nightracer».

Noa Röthlisberger kommt aus Weinfelden.

Noa Röthlisberger kommt aus Weinfelden.

Bild: Mario Testa
«Angefangen hat es mit der Idee, dass ein Auto in einen Spiegel fahren sollte»

Er sei sich bewusst, dass dies absurd klinge, doch der Drehbuchautor und sein Kollege waren überzeugt, diese Idee könnte zu etwas Tollem führen und bauten darauf auf. Dies führte sie zur Geschichte von Louis.

Viele Anfragen für die Drehorte

Gedreht wurde die Geschichte in Weinfelden, Zürich und Frauenfeld. «Es ist ein Autofilm, deshalb drehten wir viel auf Strassen», sagt der Regisseur. «Dafür haben wir ganz liebe E-Mails geschrieben, wo wir unser Projekt genau erklärten.» Neben dem Amt für Sicherheit hätten sie auch Schulen und Private angefragt.

Bei der Stadt Weinfelden reichten sie nicht nur Gesuche für Drehgenehmigungen ein, sondern auch eine Projektidee, um ihr nicht konkret existierendes Budget durch den Kulturpool Mittelthurgau zu ergänzen. «Den grössten Teil des Filmes haben wir selbst finanziert, Profit war nicht das Ziel», sagt Röthlisberger. Grob schätze er, dass etwa 40'0000 Franken in das Projekt flossen.

Im Film kommen schnelle Autos und Strassenrennen vor.

Im Film kommen schnelle Autos und Strassenrennen vor.

Bild: PD/ Moodfilms Randy Jost

Sie haben gelernt und vergrössert

Der Weinfelder Noa Röthlisberger ist leidenschaftlicher Filmemacher und übernimmt nun zum dritten Mal die Regie für ein Filmprojekt, doch er wirkte bereits an vielen weiteren Projekten als Produzent und Kameramann mit. Diese Erfahrung nützt er nun für «Nightracer».

«Verglichen mit vergangenen Projekten konnten wir diesmal bezüglich computergenerierter Bilder ein Level hochfahren.»

Durch diesen Kurzfilm habe er gelernt, wie wichtig die Geschichte eines Filmes ist. «Die Effekte können noch so gut sein, wenn die Storyline nicht stimmt, bringt es nichts.»

Noa Röthlisberger während eines Drehs in Frauenfeld mit Schauspieler Gregory Reymont.

Noa Röthlisberger während eines Drehs in Frauenfeld mit Schauspieler Gregory Reymont.

Bild: PD/Moodfilms, Randy Jost

Geplant war, den Kurzfilm von rund 30 Minuten innerhalb eines Monats von der Idee bis auf die Leinwand zu bringen. «Doch es kam anders als geplant. Es wurden schliesslich zwei Jahre», sagt der Filmproduzent. Unter anderem seien sie anfangs nicht gut vorbereitet gewesen, dann habe sich der Hauptdarsteller ein Bein gebrochen, Corona übernahm eine weitere Rolle und teilweise wurden Drehorte spontan abgesagt. «Wir konnten von dieser zusätzlichen Zeit jedoch profitieren», sagt der 22-Jährige:

«Es kamen neue Leute und Szenen hinzu. <Nightracer> ist insgesamt gewachsen.»

Eine weitere Schwierigkeit war, Zeit für die Dreharbeiten zu finden. Röthlisberger sagt: «Wir konnten nur an Wochenende drehen und da der Film in der Nacht spielt, war es doppelt so schwierig, eine Crew von 20 Personen zusammenzustellen, die wöchentlich bereit war, Nachtschichten zu machen.» Da viele unter der Woche arbeiten, habe der fehlende Schlaf aufs Gemüt geschlagen. «Es war eine Herausforderung, das Privatleben, die Arbeit und den Dreh zu balancieren.» Röthlisberger arbeitet als Produktionsassistent.

Insgesamt waren es rund 70 Personen, welche Zeit in den Film investierten. Sie übernahmen zahlreiche Arbeiten und stecken Herzblut in das Projekt. «Wir waren ein buntes, junges Team von 17- bis 23-Jährigen.» Die Schweizer Filmszene sei klein und da kenne man sich.

Um einen grösseren Markt zu erforschen und mit mehr Menschen zusammen arbeiten zu können, möchte Röthlisberger eines Tages nach Deutschland expandieren. «Doch nicht in absehbarer Zukunft.» Absehbar ist jedoch die Premiere am Samstag, 11. Dezember, im Liberty-Kino Weinfelden um 17 Uhr und was in Noa Röthlisbergers Zukunft kommt: weitere Filmprojekte.

«Mein Ziel sind richtige Spielfilme und vom Filmemachen zu leben.»

Hinweis: Informationen und Tickets unter www.nightracershort.com

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