Weinfelden
Die Solar Regio Weinfelden verdoppelt die Stromproduktion mit nur einer Anlage

Auf dem Dach des Impfzentrums hat die Genossenschaft Solar Regio Weinfelden eine 1250 Quadratmeter grosse Solaranlage in Betrieb genommen. Es ist die erste ihrer fünf Anlagen auf einem Privatgebäude.

Mario Testa
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Die beiden Gebäudebesitzer Silvan Wyer und Dominik Hasler (vorne) haben der Solar Regio Weinfelden mit Franz Portmann, Werner Aus der Au und Hans Wyss (hintere Reihe) ihr Dach zur Verfügung gestellt. Installiert hat die Panels Erich Stutz und sein Team von der Firma Fuchssolar.

Die beiden Gebäudebesitzer Silvan Wyer und Dominik Hasler (vorne) haben der Solar Regio Weinfelden mit Franz Portmann, Werner Aus der Au und Hans Wyss (hintere Reihe) ihr Dach zur Verfügung gestellt. Installiert hat die Panels Erich Stutz und sein Team von der Firma Fuchssolar.

Bild: Mario Testa

Während unten in der Industriehalle Impfwillige ihre Spritzen bekommen, wird auf dem Dach der ehemaligen Denipro Strom produziert. Seit einer Woche ist dort eine 1250 Quadratmeter grosse Solaranlage in Betrieb und ans öffentliche Netz angeschlossen. Sie gehört der Genossenschaft Solar Regio Weinfelden. «Es ist unsere fünfte und bisher grösste Anlage», sagt Genossenschaftspräsident Franz Portmann.

«Mit ihr verdoppeln wir auf einen Schlag unsere Kapazität. Zudem ist es die erste Anlage auf einem Privatgebäude. Zuvor waren es immer öffentliche Körperschaften.»

Die vier bisherigen Anlagen (siehe Kasten) liefern rund 225 KWh Strom pro Jahr, genug also um rund 65 Haushalte zu versorgen. Nun kommen mit der neuesten Anlage nochmals etwa 250 KWh dazu. Mittlerweile kann die Solar Regio also genug Strom liefern für über 130 Haushalte.

Risikofrei für die Gebäudeinhaber

Möglich gemacht haben die neueste Anlage die Besitzer des ehemaligen Denipro- und jetzigen Pomfri-Gebäudes, Dominik Hasler und Silvan Wyer. «Wir haben das Areal 2019 gekauft. Da ist Franz Portmann auf uns zugekommen mit dem Vorschlag, auf dem Dach eine Solaranlage zu installieren», sagt Hasler. Nach anfänglicher Skepsis hätten sie aber zugesagt.

«Wir sind immer noch an der Entwicklung des Areals und wollten daher kein finanzielles Risiko eingehen. Dazu haben wir nicht das Know-how für Solaranlagen. Die Anfrage der Solar Regio bot uns aber eine gute Möglichkeit.»

Die Genossenschaft hat einerseits genug Erfahrung mit Solaranlagen, andererseits auch genügend Kapital. Die ganze Anlage kostet rund 320'000 Franken. «So viel Geld hatten wir nicht auf der Seite, aber innert nur weniger Monate haben bisherige und neue Genossenschafter rund eine Viertelmillion eingeschossen. So haben wir diese Anlage finanzieren können», sagt Kassier Hans Wyss. Die Pomfri AG besitzt ihrerseits eine Option auf einen Kauf der Anlage zu einem festgelegten Preis.

Für die neue Solaranlage auf dem Pomfri-Gebäude besteht im nördlichen Teil noch Ausbaupotenzial.

Für die neue Solaranlage auf dem Pomfri-Gebäude besteht im nördlichen Teil noch Ausbaupotenzial.

Bild: Mario Testa

Der Solar Regio ist dabei auch die Preisentwicklung bei den Solarpanels entgegengekommen. Kosteten Panels mit einem Kilowatt Leistung bei der ersten Anlage noch rund 4000 Franken, ist es nun nicht einmal mehr die Hälfte. Gleichzeitig ist auch der Wirkungsgrad der Panels um über einen Drittel gestiegen.

Gutes Dach für die Anlage

Zwei Wechselrichter (oben) wandeln den Gleichstrom der Solarpanels in Wechselstrom für das Stromnetz.

Zwei Wechselrichter (oben) wandeln den Gleichstrom der Solarpanels in Wechselstrom für das Stromnetz.

Bild: Mario Testa

Die Solarpanels sind um rund 25 Grad gegen Süden geneigt. Dazu mussten die Solarteure der Fuchssolar nicht einmal Stützen einbauen. Die Scheddächer des Gebäudes kamen ihnen entgegen, da sie bereits die nötige Neigung aufweisen. «Die grösste Herausforderung war der Zeitdruck. Nach der Eröffnung des Impfzentrums durften wir auf dem Dach keinen Lärm mehr machen», sagt Fuchssolar-Projektleiter Erich Stutz.

Unter dem Dach in den Produktionshallen steht die weitere Infrastruktur für die Anlage. Zwei Wechselrichter machen aus dem Gleichstrom der Solarpanels Wechselstrom mit 440 Volt Spannung. Der Strom wird wenn möglich direkt im Pomfri-Gebäude verwendet. Allfällige Überschüsse verkauft die Solar Regio Weinfelden über das öffentliche Netz an andere Abnehmer wie Gemeinden, Firmen oder Private.

Solar Regio Weinfelden

Solarstrom seit zehn Jahren

Die Genossenschaft Solar Regio Weinfelden besteht seit dem 29. April 2010. Die erste Anlage mit 29'000 kWh/Jahr (29mWh) konnten die Genossenschafter ein Jahr später auf dem Feuerwehrdepot West in Betrieb nehmen, etwas später im selben Jahr bereits die zweite auf der Eishalle Güttingersreuti (110 mWh). 2103 folgte die dritte Anlage auf dem Dach der Sporthalle Paul-Reinhart (30 mWh) und 2014 die vierte auf dem Dach des Werkhofs Weinfelden (59mWh). Nach der neusten auf dem Pomfri-Gebäude ist bereits die nächste geplant auf dem Dach des Werkhofs Bürglen (85 mWh). Die Genossenschaft zählt derzeit 78 Mitglieder.

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