Weinfelden
Die höchste Thurgauerin redet von der Liebe und vom Brotteig

Grossratspräsidentin Brigitte Kaufmann sprach an der Bundesfeier der Stadt Weinfelden und der Kirchgemeinden über die Liebe und selbstgemachtes Brot.

Monika Wick
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Die höchste Thurgauerin, dieses Jahr die Uttwilerin Brigitte Kaufmann, hält traditionsgemäss die Festansprache zum 1. August in Weinfelden.

Die höchste Thurgauerin, dieses Jahr die Uttwilerin Brigitte Kaufmann, hält traditionsgemäss die Festansprache zum 1. August in Weinfelden.

Bild: Monika Wick


«Ich finde, dass 1.-August-Ansprachen zu den schwierigsten Auftritten überhaupt gehören», gesteht Brigitte Kaufmann. Die Präsidentin des Grossen Rates hält an der Bundesfeier, zu der die Stadt zusammen mit der Evangelischen und der Katholischen Kirchgemeinde eingeladen hat, die Festrede.

«Man sollte ja etwas Tiefgründiges sagen, aber so, dass auch das Herz angesprochen ist.»

«Zudem sollte man nach Möglichkeit niemandem auf die Füsse treten und eine einfache, klare Botschaft vermitteln, von der alle etwas mit nach Hause nehmen können», fügt Brigitte Kaufmann hinzu.

Ihr selbstauferlegtes Ziel hat sie erfüllt. Die Augen der Gäste, die sich wegen des unsteten Wetters in der Evangelischen Kirche versammelt haben, hängen an den Lippen der Politikerin. Brigitte Kaufmann erzählt von der Liebe, die sie als einfach und gleichzeitig als bedeutend einstuft und vom «Teig machen» in Bezug auf das gesellschaftliche und politische Leben.

«Der Schweizer Schriftsteller Gottfried Keller hat einmal gesagt ‹Wer den Teig selber macht, findet das Brot besser›. Ich bin überzeugt, dass auch Sie irgendwo am Teig machen sind, sei es in der Feuerwehr, in der Kirche, im Quartierverein oder in anderen Institutionen. Es ist euer ‹Teig machen›, dass die Gesellschaft trägt, auch in schwierigen Zeiten», sagt Brigitte Kaufmann.

Die Frage nach dem Singen der Nationalhymne

Im Vorfeld der Bundesfeier fand ein von Richard Häberlin, Pfarrer der Evangelischen Kirchgemeinde, Armin Ruf, Gemeindeleiter der Katholischen Kirchgemeinde und Ursi Häfner-Neubauer, Pastorale Mitarbeiterin der Katholischen Kirchgemeinde, gestalteter Gottesdienst statt. In seiner Predigt macht sich Richard Häberlin Gedanken zur Akzeptanz der Nationalhymne. Er fragt sich, warum die Fussball-Nationalmannschaft nicht singt oder bemerkt, dass viele nicht mehr als die erste Strophe des Schweizer-Psalms kennen. Der Pfarrer sagt:

Richard Häberlin Evangelischer Pfarrer

Richard Häberlin
Evangelischer Pfarrer

Bild: Donato Caspari
«Je höher der Wohlstandspegel steht, umso weniger wird gesungen.»

Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgt der Musikverein Weinfelden, der das Publikum mit einem Strauss aus traditionellen und zeitgemässen Stücken begeistert.

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