Weinfelden
Das Staunen der Kinder: Bald ist das neue Primarschulhaus Martin Haffter fertig

Seit 15 Monaten dauern die Bauarbeiten am Ersatzneubau des Primarschulzentrums Martin Haffter. Kurz vor Bauabschluss dürfen es diese Woche alle Kinder ein erstes Mal in Augenschein nehmen.

Mario Testa
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Die Schülerinnen und Schüler staunen über den Lichthof in den sie künftig direkt aus dem Schulzimmer schauen können.

Die Schülerinnen und Schüler staunen über den Lichthof in den sie künftig direkt aus dem Schulzimmer schauen können.

Bild: Donato Caspari

«Das ist der Haupteingang. Hier betretet ihr künftig das Schulhaus. Die Schiebetüren öffnen dann automatisch», sagt Remo Vollenweider – «Cool!», rufen die vielen Schulkinder, welche dem Projektleiter der Implenia bei seinen Ausführungen zum neuen Schulhaus zuhören. Die automatischen Schiebetüren sind aber noch nicht der Höhepunkt der Führung durchs neue Schulhaus Martin Haffter.

Besonders der grosse Mehrzweckraum hat es den Zweitklässlern angetan. Sie tanzen zur Musik des Baustellenradios auf der Bühne herum. Alle tragen einen gelben Helm und überall gibt es für sie etwas zu staunen. Auch ihr künftiges Schulzimmer inspizieren sie. Noch ist es im Rohbau und auch die Wandtafel fehlt noch.

Zweitklässlerin Olivia.

Zweitklässlerin Olivia.

Bild: Donato Caspari

«Mir gefällt das neue Schulhaus sehr gut. Vor allem, dass es so viel Holz hat», sagt Olivia. Ihre Kollegin Naya ist da kritischer. «Mir gefällt's auch, aber es ist schade, ist so vieles angemalt. Holz alleine wäre noch schöner.»

Projektwoche für alle Kinder

Die Führung durch ihr künftiges Schulhaus gehört zur Projektwoche «Bauen und Konstruieren». Während der ganzen Woche beschäftigen sich alle Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse mit dem Thema. Die einen bauen Insektenhotels, andere kleine Häuser aus diversen Materialien und wieder um andere sogar eine echte Sofaecke aus Holzpaletten, welche künftig als gemütliche Leseecke in der neuen Bibliothek dienen soll.

Die einen Kinder inspozieren das Baumaterial, die anderen schleppen Maskottchen Haffti durch die Baustelle.

Die einen Kinder inspozieren das Baumaterial, die anderen schleppen Maskottchen Haffti durch die Baustelle.

Bild: Donato Caspari

«Unser Leitmotiv seit dem Baustart ist ‹Üses Holz – Üsen Stolz›. Eigentlich hätte die dazu gehörende Projektwoche schon letztes Jahr stattfinden sollen, aber das hat wegen Corona nicht geklappt», sagt Schulleiter Jean-Philippe Gerber. Dieses Jahr sei der Projektwoche nichts mehr im Weg gestanden. Statt zu Beginn des Schulhausbaus, findet sie nun halt am Ende dieser Phase statt. Auf die Spuren des Holzes, welches hauptsächlich für den Neubau verwendet wurde, haben sich die Schülerinnen und Schüler aber schon vergangenes Jahr gemacht.

Schulleiter Jean-Philippe Gerber.

Schulleiter Jean-Philippe Gerber.

Bild: Andrea Stalder
«Die Kinder sind zuerst mit dem Förster in den Wald, dann haben sie eine Sägerei besucht und zuletzt auch eine Schreinerei.»

Das neue Schulhaus sei absolut Gesprächsthema bei den Kindern. «Es herrscht Aufbruchstimmung, auch unter der Lehrerschaft», sagt Gerber, der das Bau-Maskottchen Haffti mit auf die Besichtigung der Baustelle trägt. Bald schon hat der grosse Teddy aber neue Träger gefunden – eine ganze Schar Kinder schleift ihn mit durch die vielen Räume des neuen Schulhauses.

Der hölzerne Ersatzneubau und dahinter das bald 50-jährige Primarschulhaus Martin Haffter.

Der hölzerne Ersatzneubau und dahinter das bald 50-jährige Primarschulhaus Martin Haffter.

Bild: Mario Testa

Bauabschluss in den Sommerferien

Dem Gebäude, an dem nun seit 15 Monaten gebaut wird, sieht man innen noch nicht an, dass es in gerade mal zwei Monaten fertig sein soll. «Der Übergabetermin ist für Ende Juli geplant», sagt Projektleiter Remo Vollenweider.

«Es wird sportlich, aber wir schaffen das.»
Remo Vollenweider, Projektleiter Implenia.

Remo Vollenweider, Projektleiter Implenia.

Bild: Donato Caspari

Es habe während der Bauzeit keine Überraschungen gegeben. Und zum richtigen Zeitpunkt, beim Aufrichten der Holzelemente, habe auch das Wetter gut mitgespielt. «Aber Corona war eine zusätzliche Herausforderung.» Das Interesse der Kinder während der Führungen durch die Baustellen sei unterschiedlich, sagt Vollenweider. «Aber sie sind sehr gut informiert, ich staune, wie viel sie über das Bauen wissen. Man merkt, dass die Lehrpersonen das Thema mit den Kindern auch im Unterricht aufgreifen.»

Umzug

Kinder packen nach den Sommerferien mit an

Den grossen Umzug vom alten ins neue Schulhaus plant Jean-Philippe Gerber für Ende August. «Bauabschluss ist ja mitten in den Sommerferien. Und wir wollen, dass die Kinder mithelfen können beim Umzug. Deshalb findet er erst nach den Sommerferien statt», sagt der Schulleiter.