Weinfelden
Das sind die acht Kandidaten für die Synode: eine Übersicht

Die Evangelische Kirchgemeinde Weinfelden kann am kommenden Montag fünf Personen als Synodale wählen und in das Parlament der Landeskirche schicken. Zwei treten zur Wiederwahl an, sechs stellen sich neu zur Wahl.

Sabrina Bächi
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Am kommenden Montag wählen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in einer geheimen Wahl ihre fünf Synodale. Es sind die Vertreter für das kirchliche Parlament der Landeskirche Thurgau. Fünf Stimmen also, die Weinfelden ins Rennen schicken kann, um das evangelisch-kirchliche Leben im Kanton mitzubestimmen. Überrascht sind die Kandidaten, die sich zur Wahl stellen vor allem über eines: über die Zahl der Konkurrentinnen und Konkurrenten. Denn drei von den acht werden leer ausgehen. Für alle acht Kandidaten kein Problem, wie sie auf Nachfrage bestätigen. Hier eine Übersicht über die acht Kandidaten – die zwei Bisherigen und die neuen nach dem Alphabet:

Daniel Bühler-Koch

Daniel Bühler-Koch, bisher

Daniel Bühler-Koch, bisher

Bild: PD

Er ist den Gemeindemitgliedern als Pfarrer bestens bekannt. Des Weiteren würde Daniel Bühler-Koch mit der Wiederwahl bereits die zweite Legislatur bestreiten. «Eine Wiederwahl würde mich freuen, es brauchte seine Zeit, sich einzuarbeiten.» Deshalb sei er auch motiviert, weitere vier Jahre anzuhängen. Im Kirchenparlament gehe es ums Weichenstellen für die Zukunft, was ihn sehr reize. «In vielen Punkten haben die Entscheide der Synode dann auch ganz direkt Auswirkung auf die einzelnen Gemeinden.» Obschon er als Pfarrer sicherlich die Basis vertrete, sei es ihm sehr wichtig, auch auf Sorgen und Nöte von Menschen zu hören, die nur selten in die Kirche gehen.

Hans Peter Niederhäuser

Hans Peter Niederhäuser, bisher.

Hans Peter Niederhäuser, bisher.

Bild: PD

Er ist der zweite im Bunde der Bisherigen, die sich zur Wiederwahl stellen. Hans Peter Niederhäuser will sich explizit für alle Kirchbürger einsetzen. «Es ist mir ein Anliegen, dass die Landeskirche pluralistisch ist und eben nicht nur die Kerngemeinde im Blick hat, sondern alle Kirchbürger im Parlament eine Vertretung haben», sagt er. Niederhäuser war Wahlkampfleiter von Christina Aus der Au – auch ein Ausdruck dafür, dass er sich frischen Wind wünschte. Nun möchte er die Aufbruchstimmung auch erleben und deshalb noch eine weitere Amtszeit als Synodale anhängen. Er ist für eine Kirche, die unterschiedliche Frömmigkeiten zulässt und auch lebt.

Sandra Güttinger

Sandra Güttinger, neu

Sandra Güttinger, neu

Bild: PD

«Ich wurde von einem Gemeindemitglied angefragt, ob ich als junge Mutter mitmachen möchte», sagt Sandra Güttinger. Sie stellt sich neu zur Wahl und will im Kirchenparlament die Generation und die Anliegen von Familien und jungen Eltern vertreten. «Ich empfinde es als wichtig, dass diese Gruppe ebenfalls vertreten ist», sagt die 35-jährige Sachbearbeiterin. Sie wolle bei einer Wahl dazu beitragen, dass die Kirche ein Ort des Austausches und des Zusammenseins sei. «Offen für alle», sagt sie. Gerade auch in Gesprächen mit Menschen, die nicht aktiv am Kirchenleben teilnähmen, sei es gut den Kontakt zu pflegen und so auch Vorurteile abzubauen.

Michael Mente

Michael Mente, neu.

Michael Mente, neu.

Bild: Reto Martin

Für den Historiker ist der Entschluss, sich in die Legislative wählen zu lassen, lange gereift. «Die Kirche tut so viel Gutes und Wichtiges, deshalb möchte ich nun etwas zurückgeben.» Aufgrund seiner beruflichen Erfahrung in Zusammenhang mit der zürcherischen Landeskirche und seinem jetzigen beruflichen Umfeld beim Kanton kenne er die politischen Prozesse. «Und ich bringe ein gutes Netzwerk mit.» Wichtig ist ihm, dass die Kirche ihren reformatorischen Grundsätzen treu bleibt und sich immer wieder selbst reflektiert und eben auch reformiert. «Meine Haltung ist, dass ich zuhören aber auch mitdiskutieren will», sagt der 45-Jährige.

Felix Romann, neu

Felix Romann, neu

Bild: PD

Felix Romann

Felix Romann ist in der Behörde der evangelischen Kirchgemeinde und dort als Kirchenpfleger engagiert. Nun will der Leiter Finanzen und Infrastruktur bei der Südostbahn sein Wissen im Parlament der Landeskirche einbringen. «Zudem bin ich an mehreren Stellen der Nachfolger von Eugen Schmitter, das wäre auch im Parlament so. Ich persönlich fände das schön, ein weiteres Mal in seine Fussstapfen zu treten.» Seine Motivation für die Wahl war, dass er mitgestalten will und auch «die Kirche vom etwas verstaubten Image zu befreien». Zudem werde im Parlament vieles bestimmt, was direkte Auswirkungen auf den Alltag jeder Kirchgemeinde habe, das reize ihn.

Monika Schuppli

Monika Schuppli, neu

Monika Schuppli, neu

Bild: PD

«Die Kirchenaustritte und der Mangel an Pfarrpersonen machen mir schon Sorgen. Deshalb habe ich mich entschieden, mich dafür einzusetzen, dass die Kirche, der Glaube und die Traditionen wieder attraktiver werden», sagt Monika Schuppli. Denn die Kirche habe viele gute Angebote und gerade in der Pandemiekrise habe sie gemerkt, dass sich die Leute nach Spiritualität sehen und der Glaube wieder wichtig geworden ist. Sie besuche zudem regelmässig den Gottesdienst und sehe, was die Leute brauchen. Ihre Motivation sei, hier ihr Netzwerk als Beraterin einzusetzen und Brücken zwischen den verschiedenen Ausrichtungen in der Landeskirche zu schlagen.

Ursi Senn-Bieri

Ursi Senn-Bieri, neu

Ursi Senn-Bieri, neu

Bild: Mario Testa

Die Weinfelder Stadträtin möchte auch noch Legislativerfahrung sammeln. Denn in einem Parlament war sie bisher noch nie tätig. «Es reizt mich, diese Seite auch noch kennen zu lernen», sagt sie. Zudem verfüge sie aufgrund ihrer Tätigkeit als Stadträtin auch über ein gutes Netzwerk und bringe Erfahrung mit den unterschiedlichsten Organisationen mit. «Wichtig finde ich, dass die Landeskirche integrierend und verbindend ist.» Zudem würde sie sich freuen, mit Christian Aus der Au zu arbeiten. «Ihre erfrischende und progressive Art gefällt mir.» Nun hoffe sie, dass die Stimmberechtigten die Chance wahrnehmen und auch an die Versammlung kommen, um ihre Vertreter zu wählen.

Samuel Zaugg

Samuel Zaugg, neu

Samuel Zaugg, neu

Bild: PD

Der jüngste im Bund der Kandidaten ist der 28-jährige Samuel Zaugg. Obwohl er erst seit den Sommerferien in Weinfelden tätig und erst seit kurzem hier wohnt, habe er sich schnell eingelebt. «Meine Frau und ich wurden sehr freundlich aufgenommen, wir brauchten nicht lange, um hier anzukommen», sagt er. Weinfelden sei bereits jetzt seine Herzensgemeinde und er wolle als Dank auch etwas zurückgeben, sagt der Sozialdiakon. Er wünscht sich, dass die Kirche die Relevanz im Leben der Menschen nicht verliert. Denn sie sei mehr als nur Gottesdienste. «Es ist eine Gemeinschaft.» Er wolle dazu beitragen, zu zeigen, was die Kirche für die Menschen alles sein und bewirken kann.

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