Weinfelden
870 neue Stimmberechtigte und eine wichtige Wahl: Das steht den katholischen Kirchbürgern bevor

Am 12. Januar findet sich der Souverän der Katholischen Kirchgemeinde Weinfelden im Pfarreizentrum zusammen. Dabei geht es um das Budget 2022. Neu sind 870 Ausländerinnen und Ausländer stimmberechtigt. Das führt auch dazu, dass Gemeindeleiter Armin Ruf am 13. Februar erstmals in sein Amt gewählt werden kann.

Sabrina Bächi
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Die Stimmberechtigten der Katholischen Kirchgemeinde Weinfelden treffen sich zur Budgetversammlung.

Die Stimmberechtigten der Katholischen Kirchgemeinde Weinfelden treffen sich zur Budgetversammlung.

Bild: Reto Martin

Am kommenden Mittwoch trifft sich der Souverän der Katholischen Kirchgemeinde Weinfelden zur Budgetversammlung. Speziell daran dürfte sein, dass zu den bisherigen Stimmberechtigten von rund 2300 ungefähr 870 weitere dazu kommen. Da das Kirchenrecht per 1. Januar geändert hat, sind nun auch Ausländerinnen und Ausländer stimm- und wahlberechtigt, die über einen Ausweis mit Status B und C verfügen. Das hat auch für die Gemeinde ganz direkte Folgen.

Der Priester, Mathaeus Varughese, sowie auch Gemeindeleiter Armin Ruf werden an der Versammlung erstmals auch mit Stimmrecht dabei sein. Des Weiteren können die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger Armin Ruf als Gemeindeleiter – wie sonst üblich – in sein Amt wählen. «Bis anhin war Armin Ruf Angestellter der Kirchgemeinde. Der Souverän hatte entsprechend wenig mitzureden», erklärt Roger Häfner-Neubauer, Präsident der Katholischen Kirchgemeinde.

Gemeindeleiter Armin Ruf bei der Marienstatue im Pfarreizentrum.

Gemeindeleiter Armin Ruf bei der Marienstatue im Pfarreizentrum.

Bild: Johanna Lichtensteiger

Da die Katholische Kirche das duale System kennt, muss auch das Bistum das Einverständnis zu Rufs Wahl geben. «Wir gehen davon aus, dass der Wahlantrag genehmigt wird.» Am 13. Februar können die Stimmberechtigten an der Urne dann Armin Ruf erstmalig in sein Amt wählen. «Für den Vorstand bedeutet dies auch, dass wir wieder sieben stimmberechtigte Mitglieder haben. Bis anhin fungierte Armin Ruf als beratendes Mitglied in unserem Gremium. Wir begrüssen natürlich, wenn er auch ein Stimmrecht hat», sagt Häfner.

Neuer Name für die Behörde

Ebenfalls geändert hat sich der Name des Vorstandes. Hiess die Behörde bis anhin Kirchenvorsteherschaft, so heisst sie neu nun Kirchgemeinderat. Auch die Mitglieder des Kirchgemeinderats werden am 13. Februar gewählt. Es stellen sich alle Bisherigen für eine weitere Legislatur zur Verfügung.

Auch der Umbau der Katholischen Kirche wird ein Punkt sein, über den an der Versammlung informiert wird.

Auch der Umbau der Katholischen Kirche wird ein Punkt sein, über den an der Versammlung informiert wird.

Bild: Andrea Tina Stalder

Der Legislaturbeginn ändert sich ebenfalls. «Neu ist es wie bei den politischen Gemeinden, die Legislatur beginnt am 1. Juni.» Roger Häfner-Neubauer hat als Präsident deshalb die Situation, dass er bereits nach zwei Jahren im Amt zur Wiederwahl antreten muss, da die jetzige Legislatur nur dreieinhalb Jahre dauert.

Ausführlichere Erklärungen für die neuen Stimmberechtigten

Auf der Traktandenliste von der Versammlung befinden sich lediglich drei Punkte. Das Budget 2022 ist dabei Hauptakteur (siehe Kasten). Bei den Informationen aus dem Kirchgemeinderat wird Häfner auf den Stand der Bauarbeiten in der Kirche aufmerksam machen. Die Anwesenden haben zudem die Möglichkeit, vor oder nach der Versammlung die frisch renovierte Küche zu besuchen. «Besonders an dieser Versammlung könnte sein, dass ich sie auf Hochdeutsch führe», erklärt Häfner.

Budget 2022

Das Budget der Katholischen Kirchgemeinde Weinfelden schliesst bei einem Aufwand von 2,2 Millionen Franken und einem Ertrag von 2,15 Millionen Franken mit einem Aufwandüberschuss von rund 46000 Franken. «Das Defizit kann aufgrund der guten Eigenkapitalausstattung verantwortet werden», schreibt der Kirchgemeinderat. (sba)

Die neu stimmberechtigten Mitglieder könnten dies wünschen. «Wir haben uns auch vorgenommen, die Prozesse und Abläufe an der Versammlung etwas genauer zu erklären, damit sie für alle verständlich sind.» Immerhin seien 870 neue Stimmberechtigte nicht wenig. «Es ist eine markante Zahl, aber ich vermute, das Interesse wird sich etwa auf dem gleichen Niveau wie bei den schweizerischen Kirchbürgern befinden», sagt Häfner. Er rechnet mit gut 20 Personen.

Roger Häfner-Neubauer, Präsident Katholische Kirchgemeinde.

Roger Häfner-Neubauer, Präsident Katholische Kirchgemeinde.

Bild: Andrea Tina Stalder
«Natürlich freuen wir uns über alle, die kommen. Aber ganz besonders auch über neue Mitglieder.»

Obwohl es aufgrund der Pandemie nicht unbedingt der beste Zeitpunkt für einen Einstieg in das politische Leben sei, mutmasst Häfner. «Wir können die Versammlung mit Maskenpflicht und Abstand aber gut durchführen, es hat genügend Platz für alle.»

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