Weil Grenze zu Deutschland geschlossen ist: Schweizer Kunden holen ihre Päckli nun am Emmishofer Zoll in Kreuzlingen ab +++ Update: Grenzwache untersagt Angebot

Seit Deutschland die Grenzübergänge geschlossen hat, können die Kunden aus dem Nachbarland ihre Pakete nicht mehr in Konstanz abholen. Mandy Klein, die Inhaberin von www.lieferadresse-konstanz.de, liefert die Pakete ihrer Schweizer Kunden deshalb nun an den Emmishofer Zoll.

Rahel Haag
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Mitarbeiter der Vüch Security patrouillieren am Dienstag an der Kunstgrenze zwischen Kreuzlingen und Konstanz.

Mitarbeiter der Vüch Security patrouillieren am Dienstag an der Kunstgrenze zwischen Kreuzlingen und Konstanz.

Andrea Stalder
Update

«Leider ist es uns nicht mehr möglich, die Pakete an der Grenze zu übergeben. Wir müssen uns an die Vorgaben der Schweizer Grenzwache halten», heisst es auf der Homepage von Lieferadresse-Mandy Klein in Konstanz. Sie bot aufgrund der Grenzschliessungen ihren Kunden an, die Pakete am Emmishofer Zoll abzuholen.

Sie und andere Anbieter, wie etwa Grenzpaket.ch, bieten den Kunden nun an, die Pakete verzollen lassen und direkt in die Schweiz zu schicken.

Lieferadresse-Konstanz.de oder Grenzpaket.ch


Mandy Klein hat ein Problem. Die Konstanzerin nimmt ennet der Grenze Pakete für Schweizer Kunden entgegen und hat daraus ein erfolgreiches Geschäft gemacht. Doch seit Deutschland die Grenzübergänge geschlossen hat, können die Kunden aus dem Nachbarland ihre Pakete nicht mehr abholen. «Deshalb habe ich schon zwei Nachtschichten hinter mir», sagt sie. Zwischen 400 und 500 Mails habe sie beantworten müssen.

«Die Kunden sind verunsichert.»
Mandy Klein, Inhaberin von www.lieferadresse-konstanz.de.

Mandy Klein, Inhaberin von www.lieferadresse-konstanz.de.

(Bild: Nicole D'Orazio)

Doch Klein gibt sich nicht so schnell geschlagen. Am Dienstag hat sie vom Zoll die Erlaubnis bekommen, die Pakete am Emmishofer Zoll ihren Schweizer Kunden übergeben zu dürfen. «Das ist toll», freut sich Klein.

Wer den Service gegen Aufpreis wünscht, müsse ihr dies per Mail jeweils bis 16 Uhr mitteilen. Anschliessend können die Kunden ihre Pakete um 17 Uhr am Zoll abholen. «Wir werden die Pakete mit einer Ape und einem Lastenfahrrad transportieren», sagt Klein, «so viele sind es ja nicht.»

Dringende Pakete mit Medikamenten

Froh über den Service dürften insbesondere jene Kunden sein, die auf ein wichtiges Paket warten. «Unter anderem handelt es sich dabei um Medikamente für Haustiere oder die Kunden selber», sagt Klein. Eine weitere Variante sei, dass sie die Pakete mit der Post versende. Am Montag habe sie rund 30 Pakete für den Versand vorbereitet.

Von den Kunden habe sie bisher viele «schöne Rückmeldungen» bekommen. Wut oder Unverständnis sei ihr bisher nicht entgegen geschlagen. Sie sagt:

«Als erste Massnahme haben wir die Lagerkosten ausser Kraft gesetzt.»

Sprich: Der Grundpreis der Pakete gilt so lange, bis die Grenzen zwischen Deutschland und der Schweiz wieder geöffnet werden. «Das schätzen die Kunden sehr.»

Aktuell würden sich die Pakete bei ihr aber noch nicht stapeln. «Wir verfügen insgesamt über drei Standorte», sagt Klein. Das Lager in Singen verfüge über 500 Quadratmeter.

«Wir haben also noch Platz.»
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