Wegen Umbau: Gottlieber Restaurants müssen für ein Jahr schliessen

Das Waaghaus und die Drachenburg machen Ende Jahr zu und sollen an Ostern 2022 in neuem Glanz erstrahlen. Dem Personal wurde gekündigt.

Martina Eggenberger Lenz
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Waaghaus (links) und Drachenburg werden demnächst einem grossen Umbau unterzogen.

Waaghaus (links) und Drachenburg werden demnächst einem grossen Umbau unterzogen.

Bild: Reto Martin

Noch im Sommer waren der Stiftungs- und der Verwaltungsrat zuversichtlich, das gastronomische Angebot in Waaghaus und Drachenburg zumindest eingeschränkt aufrechterhalten und die notwendigen Sanierungs- und Umbauarbeiten bei laufendem Betrieb durchführen zu können.

Nun hätten die dezidierte Analyse und die vertiefte Planung gezeigt, dass dies nicht möglich sein wird, teilt die Stiftung mit. Alternative Lösungen in Gottlieben seien eingehend geprüft worden, hätten sich aber schlussendlich als nicht praktikabel erwiesen.

Eigentlich eine gute Saison

Der Entscheid, die beiden Häuser per Ende Jahr für gut ein Jahr zu schliessen, sei nicht mehr zu vermeiden gewesen. «Dies ist umso enttäuschender, als die Ergebnisse aus Restauration und Logement, Corona zum Trotz, per Ende September sehr gut ausgefallen sind. Der Aufwand konnte gesenkt, die Einnahmen konnten erhöht werden», heisst es in der Mitteilung.

Die Teams auf operativer wie auf strategischer Ebene hätten sehr gut gearbeitet. Mit den neuerlichen verschärften Schutzmassnahmen und den daraus resultierenden Konsequenzen für Gastronomie und Hotellerie müsse für die Wintermonate mit deutlich schlechteren Ergebnissen gerechnet werden. Die beiden Häuser haben traditionell über den Jahreswechsel einige Wochen geschlossen. Das wird auch in diesem Jahr so sein. Allerdings werden Gastronomie und Hotellerie im Januar bis zum Beginn der Bauarbeiten aufgrund der sich abzeichnenden Rahmenbedingungen nicht wieder geöffnet.

Stiftungspräsident Niklaus Knüsel.

Stiftungspräsident Niklaus Knüsel.

Bild: Andrea Stalder

Acht Festangestellte müssen Ende Jahr gehen

Allen Mitarbeitenden musste gekündigt werden. Stiftungspräsident Niklaus Knüsel erklärt, die Saisonverträge seien bereits ausgelaufen. Von Kündigungen per Ende Jahr betroffen seien jetzt noch acht Mitarbeiter. Der Stiftungsrat bedauert sehr, dass dieser harte Entscheid nötig wurde. Gehen muss auch der erst im Frühling neu gewählte Direktor Steffen Volk.

Fünf Architekturbüros waren eingeladen worden, das neue Nutzungskonzept für Waaghaus und Drachenburg architektonisch zu fassen. Ihre Überlegungen und Ideen haben sie Mitte Oktober einer Jury präsentiert. Zwei Konzepte haben die Präsentationen klar dominiert und werden aktuell von der Baukommission unter der Leitung von Werner Messmer vertiefter geprüft. Der Entscheid für eines der Architekturbüros soll noch im November von Stiftungsrat und Verwaltungsrat gefällt werden.

Zwei Architekturbüros in der engeren Wahl

Die Planungsarbeiten für die Sanierungs- und Umbauarbeiten in Waaghaus und Drachenburg erfolgen in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege. Darüber hinaus haben beide Architekturbüros, die in der engeren Wahl sind, langjährige Erfahrung mit historischer Bausubstanz, schreibt die Stiftung. Waaghaus und Drachenburg sollen in anderthalb Jahren in neuem Glanz erstrahlen.

36 Zimmer und Suiten mit hohem Ausbaustandard werden zur Verfügung stehen. Das gastronomische Angebot wird zentral zubereitet und in unterschiedlichen Restaurationsräumen serviert werden. Dabei soll die Palette von einer einfachen Fischerstube bis zum sternegekrönten Spezialitätenrestaurant reichen.