Wegen Rissen im Mauerwerk: Das Dachgeschoss der Romanshorner Stadtverwaltung ist gesperrt

Aus Sicherheitsgründen wurde das oberste Geschoss des Hauses ab sofort gesperrt. Die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion sei bei mehreren Bauteilen ungenügend, schreibt die Stadt.

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(red) Der hohe Sanierungsbedarf beim rund 120-jährigen Gebäude sei bekannt und unbestritten, schreibt die Stadt Romanshorn in einer Mitteilung. Deswegen habe die Gemeindeversammlung kürzlich im Budget 2021 dafür auch einen Projektierungskredit von 200'000 Franken gesprochen.

Nachdem am Mauerwerk Risse aufgetreten waren, habe eine aktuelle Grobprüfung des Tragwerks den dringenden Handlungsbedarf aufgezeigt. Ein Ingenieursbüro habe der Dachkonstruktion eine ungenügende Tragfähigkeit attestiert, so die Stadt.

Das grosse Sitzungszimmer ist gesperrt

Als Massnahme sei das Dachgeschoss mit sofortiger Wirkung gesperrt worden. Betroffen ist davon vor allem das grosse Sitzungszimmer, in dem der Stadtrat normalerweise seine Sitzungen abhält. In den darunterliegenden Geschossen werde zusätzlich die Ableitung der Dachlasten überprüft, schreibt die Stadt. In den nächsten Wochen müssten verschiedene Bauteile entlastet oder ertüchtigt werden.

Kostenschätzungen für die Sicherungsmassnahmen des Dachgeschosses belaufen sich auf 10'000 bis 50'000 Franken. Nach diesen Sicherungsmassnahmen könne das Sitzungszimmer wieder benützt werden. Sollten die Räumlichkeiten im Dachgeschoss langfristig genutzt werden, wäre eine Überprüfung und Ertüchtigung der gesamten Dachkonstruktion und der Decke über dem zweiten Obergeschoss notwendig. Die Kosten dafür werden auf ungefähr 100'000 Franken geschätzt.

Keine weiteren Sofortmassnahmen erforderlich

Gemäss dem Bericht «Grobprüfung Tragwerk» des Ingenieurbüros seien derzeit keine weiteren Sofortmassnahmen erforderlich, da die Tragsicherheit der Grundstruktur knapp gewährleistet sei. Allerdings werde eine übergeordnete Beurteilung der Gesamtsituation empfohlen. Auch die Umsetzung der Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes sei derzeit nicht möglich, schreibt die Stadt. Nur mit einer Totalsanierung könnten sämtliche Defizite berücksichtigt werden und entsprechende Massnahmen umgesetzt werden.

Roger Martin, Stadtpräsident von Romanshorn

Roger Martin, Stadtpräsident von Romanshorn

Reto Martin

Nach einem Bericht von 2015 wäre dafür mit Kosten von bis zu 9 Millionen Franken zu rechnen. Stadtpräsident Roger Martin gibt zu bedenken:
«Bei einem solchen Investitionsbedarf stellt sich die Frage, ob eine zentrale Verwaltung in einem bestehenden Gebäude oder ein Neubau langfristig nicht die zweckdienlichere und günstigere Lösung wäre.»