Wegen Lausbefall: Geschützter Baum beim «Hubhof» in Romanshorn stirbt

Eine geschützte Zeder in Romanshorn zeigt sich braun statt grün. Schuld ist ein Schädling. Die Stadt macht den Schädling allein dafür verantwortlich. Ob die Zeder gegebenenfalls ersetzt wird, prüft die Stadt.

Alessa Sprinz
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Die Atlas-Zeder und der Mammutbaum vor der «Hubhof»-Überbauung.

Die Atlas-Zeder und der Mammutbaum vor der «Hubhof»-Überbauung.

Bild: Andrea Stalder

Der Atlas-Zeder gegenüber des Einkaufszentrums Hubzelg geht es schlecht. Die Erklärung dafür ist ein Lausbefall. Bis dato haben die Tiere der Art Cinara cedri zwei Austriebe des Gehölzes dieses Jahr verhindert. Es sei unwahrscheinlich, dass sie ein drittes Mal versuche, Nadeln zu bilden, schreibt Rolf Müller, Kommunikationsverantwortlicher der Stadt Romanshorn, auf Anfrage.

Bereits 2015 zeigten Untersuchungen, dass der Baum deutlich geschwächt ist. Zu diesem Schluss kam eine Bauverträglichkeitsprüfung im Zusammenhang mit der Überbauung «Hubhof», in deren Nähe die Zeder steht. Trotzdem blieb sie stehen, weil sie geschützt ist. Ebenso wie der riesige Mammutbaum direkt daneben.

Die Stadt habe vor und während der Bauphase aktiv Baumschutz betrieben. «Auch bauseits wurde das Baumschutzkonzept gewissenhaft und konsequent umgesetzt», schreibt Müller. In Bodenproben waren keine Schadstoffe nachzuweisen. Erst im letzten Frühling verschlechterte sich der Zustand des Baumes rasant. Die Stadt macht den Schädling allein dafür verantwortlich. Ob die Zeder gegebenenfalls ersetzt wird, prüft die Stadt. Der Baum ist zwischen 150 und 200 Jahren alt. Atlas-Zedern können bis zu 900 Jahre alt werden.

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