Wegen Fondue Chinoise: Metzgereien in der Region Kreuzlingen legen Extraschichten ein

Der Klassiker unter den Festtagsgerichten ist beliebt wie eh und je. Doch es werden zunehmend auch Alternativen angeboten und nachgefragt.

Hana Mauder Wick
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Georg Felber (rechts) von Kilo + Gramm Tägerwilen präsentiert mit Mitarbeiter Manuel Matossi Delikatessprodukte.

Georg Felber (rechts) von Kilo + Gramm Tägerwilen präsentiert mit Mitarbeiter Manuel Matossi Delikatessprodukte.

(Bild: Andrea Stalder)

Feines Fleisch zum Fest ist im Thurgau so beliebt wie die glitzernden Kugeln am Christbaum. «Weihnachten ist für mich das emotionalste Fest des Jahres», meint Klemenz Somm, Geschäftsführer vom Schrofen-Hof in Kreuzlingen.

«Aber natürlich stehen wir unter grossem Druck.»

Ein traditionelles Festmahl gibt es in Mostindien nicht. Doch seit Jahren steht das Fondue Chinoise in den Thurgauer Stuben an den Festtagen auf Platz eins. Auf dem Schrofen-Hof bedeutet das sehr viel Handarbeit. «Es wird etwas dicker geschnitten und gewinnt damit an Saftigkeit und Biss – kein Vergleich mit der tiefgekühlten Variante», meint der Fleischfachmann. An die 2000 Portionen richtet die 20-köpfige Equipe ab fünf Uhr in der Früh adrett auf den Platten an. Rind, Kalb und Poulet sind für ihn die Hauptakteure auf dem Teller.

Die Deutschen bestellen gerne Truthahn

Nebst der Fleischspezialität spielt, so erklärt Klemenz Somm, auch Geflügel eine wichtige Rolle. «Diesen Trend zu Truthahn, Ente oder Gans verdanken wir zum Teil der Zuwanderung aus Deutschland.» Das Traditions-Geflügel bezieht der Schrofen-Hof von einem Mörschwiler Produzenten, der für seine artgerechte Haltung einen guten Ruf geniesst. «Geniessen ohne Reue», formuliert es Klemenz Somm.

Diese Haltung teilt Georg Felber aus voller Überzeugung. Als Geschäftsführer im «Kilo + Gramm» in Tägerwilen sind für ihn nachhaltige Produkte und der Blick fürs Tierwohl das A und O. Das Herzstück des im November eröffneten Fachgeschäftes bildet die Metzger-Theke. Kulinarisches Ausprobieren ist hier keine Pflicht, aber Kür.

Ein Tipp für Geniesser ist das Fleisch vom Freilandschwein: «Es verbringt sein Leben mit Tageslicht und 200 Quadratmetern Platz», erklärt der Chef. Auch im neuen Fachgeschäft gilt das Fondue Chinoise als klarer Favorit für die Festtage. Als Alternative und Ergänzung zu bewährten Klassikern setzt man im «Kilo + Gramm» auf das Nicht-Alltägliche: Lamm-Chinoise zum Beispiel. «Wir sind sehr gespannt, wie das ankommt», meint Georg Felber.

Mit dem Abholen des Fleisches beginnen die Festtage

Bei der Ochsen-Metzgerei Wattinger beginnen die Vorbereitungen für die Festtage bereits im November. Dazu zählen die Schlachtung, die Lagerung und die Personalplanung. «Wir sind für unser frisch geschnittenes Fondue Chinoise und unseren Tischgrill bekannt», meint Lukas Wattinger, das jüngste Mitglied der Familie. Ebenfalls beliebt seien die Festtags-Spezialitäten im Teig.

«Ein Tipp: Beim Genuss von Fondue Chinoise gehört das rohe Fleisch aus hygienischen Gründen auf einen Extrateller»,

erklärt der Fachmann. Für die Pünktlichkeit und Qualität braucht es ein gut eingespieltes Team im Hintergrund: «An Weihnachten arbeiten wir in doppelter Belegschaft und starten bereits in den frühen Morgenstunden.» Das Abholen des Festmenüs am 24. ist in Altnau ein Fest für sich. «Wir bereiten vor dem Haus Glühwein», erzählt Lukas Wattinger. «Bei uns trifft sich die Bevölkerung zum Auftakt der Festtage.»

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