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Weg vom Kram, zurück zum Kern

Die Post ändert das Konzept ihrer Filiale in Amriswil und konzentriert sich wieder auf ihr ursprüngliches Geschäft.
Manuel Nagel
Daniel Dema und Janine Knup von der Post, sowie die beiden Politiker, Amriswils Stadtpräsident Gabriel Macedo und Nationalrat Hansjörg Brunner, schauen sich die neue Paketstation bei der Post Amriswil an. (Bild: Manuel Nagel)

Daniel Dema und Janine Knup von der Post, sowie die beiden Politiker, Amriswils Stadtpräsident Gabriel Macedo und Nationalrat Hansjörg Brunner, schauen sich die neue Paketstation bei der Post Amriswil an. (Bild: Manuel Nagel)

«Möchten Sie noch ein Los kaufen?», wurden Postkunden vor nicht allzu langer Zeit noch gefragt, nachdem sie zuerst beim Warten auf einen freien Schalter auf Bücher, Reiseaccessoires und andere Artikel gestarrt und anschliessend ihr Paket aufgegeben oder ihre Einzahlungen getätigt haben.

Tempi passati! Vorbei die Zeiten, als die Postfiliale mehr einem Gemischtwarenladen denn einem Dienstleistungsunternehmen glich. Die Amriswiler Post ist die zweite «Filiale der Zukunft» im Thurgau, wie es Daniel Dema vor rund zwei Dutzend geladener Gäste ausdrückte. Dema ist Leiter des Poststellengebietes Amriswil, das von Sulgen und inklusive Kreuzlingen die östliche Hälfte des Kantons umfasst. Es ist also Demas erstes Baby im neuen Gewand, denn die andere Filiale, die nach dem neuen Konzept gestaltet wurde, steht in der Hauptstadt Frauenfeld.

«Grüezi!» – In der «Filiale der Zukunft» werden die Amriswiler Postkunden nun persönlich in der Schalterhalle begrüsst. Auch das Ziehen von Nummern fällt ab sofort weg. (Bild: Manuel Nagel)

«Grüezi!» – In der «Filiale der Zukunft» werden die Amriswiler Postkunden nun persönlich in der Schalterhalle begrüsst. Auch das Ziehen von Nummern fällt ab sofort weg. (Bild: Manuel Nagel)

Etwas neidisch blickte Nationalrat Hansjörg Brunner schon in die neugestaltete Schalterhalle: «Amriswil hat hier die Nase wieder einmal vorne. Aber das ist gut und darf auch so sein. Ihr seid schliesslich ein wichtiger Standort im Thurgau», meinte Brunner, der zudem Präsident des kantonalen Gewerbeverbandes ist. Doch der Druckereiunternehmer aus Sirnach platzierte bei den Verantwortlichen der Post schon mal den Wunsch, eine der nächsten «Postfilialen der Zukunft» möge doch im Hinterthurgau eröffnet werden.

Eingeschlagener Weg sei der richtige

Doch er sei dankbar, so Brunner, dass die Post Investitionen in die Modernisierung tätige. Mit der Digitalisierung und dem veränderten Konsumverhalten der Leute stehe die Post vor denselben Herausforderungen wie das Gewerbe. «Sehr sympathisch finde ich auch die abgespeckte Schalterhalle», sagte der Präsident des Gewerbeverbandes. Es gebe nämlich genügend Detaillisten, die ein breites Kiosk- und Papeteriesortiment im Angebot hätten, dazu brauche es die Post nicht. Dafür aber brauche es sie für den qualitativ hochstehenden Service, den die Mitarbeitenden hinter den Schaltern böten - und deshalb sei der eingeschlagene Weg auch der richtige Weg, befand ein zufriedener Hansjörg Brunner.

Mehr Kundennähe und weniger Wartezeiten

Doch die Amriswiler Filiale hat nicht nur die allermeisten postfernen Artikel abgebaut, sie hat im Gegenzug ihr Serviceangebot erweitert. Zum einen fällt das Ziehen einer Nummer weg und die Kunden werden in der Schalterhalle von einem Mitarbeiter begrüsst. «Das ist auch für uns ungewohnt», sagte Janine Knup, die die Amriswiler Filiale führt. Bisher hätten ihre Mitarbeiter immer eine Scheibe zwischen sich und den Kunden gehabt.

Die Post verspricht sich dadurch mehr Kundennähe – gerade bei einem Beratungsgespräch, wie Daniel Dema anmerkte. Dadurch werde ein Schalter nicht mehr über längere Zeit blockiert, was auch weniger Wartezeiten für die übrigen Schalterkunden bedeute.

Stadtpräsident Gabriel Macedo lässt sich von Janine Knup, Leiterin Betrieb, die neue Paketstation erklären. Als Belohnung findet er etwas Süsses im Fach. (Bild: Manuel Nagel)

Stadtpräsident Gabriel Macedo lässt sich von Janine Knup, Leiterin Betrieb, die neue Paketstation erklären. Als Belohnung findet er etwas Süsses im Fach. (Bild: Manuel Nagel)

Mehr Effizienz soll auch die neue Paketstation in der Halle der Postfächer bringen, die während 24 Stunden geöffnet sein wird. Dort können Amriswiler nicht nur ihre Päckli jederzeit abholen, falls sie bei der Zustellung nicht zu Hause gewesen sind, sie können auch selber Päckli aufgeben. Die meisten der Pakete seien von oder für Zalando, verriet Janine Knup, als sie den Anwesenden bei einem Rundgang die Neuerungen erklärte. «Ein tolles Angebot, aber die Zalando-Päckli tun uns Gewerblern natürlich weh», sagte Hansjörg Brunner. Daran liesse sich leider nichts ändern - das könnten einzig und allein die Konsumenten.

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