Wasserball
«So etwas gab es noch nie in der Geschichte der Wasserballer»: Reaktionen zum Triumph des SC Kreuzlingen

Die Kreuzlinger Wasserballer haben sich mit einem 10:9-Sieg am Donnerstagabend den Schweizer-Meister-Titel gesichert. Rund 600 Zuschauer verfolgten das Spektakel. Sie brauchten starke Nerven.

Manuela Olgiati
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Zufriedene Gesichter unter den Wasserball-Fans im Schwimmbad Hörnli.

Zufriedene Gesichter unter den Wasserball-Fans im Schwimmbad Hörnli.

Bild: Manuela Olgiati

Italienisch, Englisch, Schwyzerdütsch – viele Sprachen sind zu hören in den Reihen der 600 Zuschauer, die am Donnerstagabend in der Badi Hörnli mit den Kreuzlinger Wasserballern mitfiebern – und um kurz nach 22 Uhr jubeln dürfen. Zu Beginn schaut eine Gruppe Männer noch skeptisch auf die Wasseroberfläche des Schwimmbeckens. Nach dem ersten Viertel steht es im vielleicht entscheidenden Finalspiel SC Kreuzlingen gegen Lugano NPS unentschieden, drei zu drei. «Nun müssen die Kreuzlinger Gas geben», sagt ein Zuschauer.

Max Wicker, der Präsident des SC Kreuzlingen, steht ganz oben auf der Tribüne mit Fahne und Glocke, wie in den vorherigen drei Finalspielen. «Es braucht vor allem starke Nerven», sagt Wicker. Diesmal bringt das hör- und sichtbare Zubehör Glück. Von Können spricht Michi Kern, ein Spieler des SC Horgen, der mit seinem Kollegen zuschaut. Im Publikum stehen ehemalige Wasserballer beisammen. Der sportliche Leiter der Wasserballabteilung, Trainer Sirko Roehl tue sein Bestes und bringe das Team voran, sagt einer.

Die Führungsriege des SC Kreuzlingen feiert den Meistertitel: Präsident Max Wicker, Kassier Kurt Höpli, Supporter-Präsident Patrick Staub und Supporter Christof Baumann.

Die Führungsriege des SC Kreuzlingen feiert den Meistertitel: Präsident Max Wicker, Kassier Kurt Höpli, Supporter-Präsident Patrick Staub und Supporter Christof Baumann.

Bild: Manuela Olgiati

Seit 70 Jahren ein grosser Fan der Kreuzlinger Wasserballer ist Ella Fuchs. «Hopp Chrüzlinge, hopp Yves», und weitere Namen ruft sie laut in Richtung Wasser. Fuchs hat noch nie ein Spiel verpasst. Auch diesmal sitzt sie mit den Kolleginnen in den Zuschauerreihen. So manch einer spricht am Ende des packenden Spieles etwas leiser. Ein Kratzen im Hals vom lauten Rufen macht sich bemerkbar. Aber das laute Rufen lohnt sich an diesem Abend.

Zwei Penaltys in den Schlusssekunden

Es bleibt dramatisch. 19 Sekunden vor Schluss steht der Titel auf der Kippe. Die Jury berät. Nach der kurzen Unterbrechung bekommen beide Teams je einen Penalty zugesprochen. Kreuzlingens Milan Petrovic und Luganos Federico Pagani tragen das Duell in den Schlusssekunden aus.

Max Wicker, Präsident SC Kreuzlingen

Max Wicker, Präsident SC Kreuzlingen

Bild: PD

«So etwas gab es noch nie in der Geschichte der Wasserballer», sagt Max Wicker. Überglücklich nimmt der Präsident das entscheidende Tor zur Kenntnis. Wenige Sekunden später ist das Spiel vorbei und Kreuzlingen sichert sich den Titel. Die Freude über den Sieg ist überall gross.

Dominik Egger, Chef Wasserball, SC Kreuzlingen.

Dominik Egger, Chef Wasserball, SC Kreuzlingen.

Bild: Manuela Olgiati

«Der SC Kreuzlingen bleibt die Nummer eins im Schweizer Wasserball», sagt Dominik Egger, Chef Wasserball. Die Kreuzlinger Wasserballer verteidigen den NLA-Titel, den sie 2019 an der letzten Meisterschaft noch vor der Coronapandemie erhalten haben. Applaus vom Publikum und Hurrarufe gibt es für den besten Spieler des Tages, für den Kreuzlinger Captain Robin Pleyer.

Kreuzlingens Goalie verteilt später Autogramme an die Kinder. «Ich bin stolz auf den Kreuzlinger Spieler», sagt ein Bub. Doch schliesslich sind die Teamleistungen der Wasserballer top. Es ist der zehnte Schweizer-Meister-Titel des 75-jährigen Vereins SC Kreuzlingen. «Nächstes Jahr wollen wir das Jubiläum endlich feiern», sagt Wicker.

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