Glosse

Räbeblatt: Was Weinfelden von Bussnang alles lernen kann: Fast alles!

Räbeblatt: Redaktorin Sabrina Bächi zeigt auf, was das südliche Nachbardorf der Stadt im Mittelthurgau alles voraus hat.

Sabrina Bächi
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Ruedi Zbinden, Gemeindepräsident von Bussnang, auf dem Ganggelisteg. Dieser bringt die Bussliger nach Weinfelden - und vor allem wieder zurück.

Ruedi Zbinden, Gemeindepräsident von Bussnang, auf dem Ganggelisteg. Dieser bringt die Bussliger nach Weinfelden - und vor allem wieder zurück.

Bild: Reto Martin

Ich gebe es zu: Ich bin mit Leib und Seele Bussligerin. Seit meiner Geburt lebe ich in der Gemeinde mit Zug. Weinfelden reizt mich als Wohnort nicht sonderlich, denn, seien wir mal ehrlich, Busslig ist sowieso viel besser.

Redakteurin Sabrina Bächi, Leiterin Ressort Weinfelden.

Redakteurin Sabrina Bächi, Leiterin Ressort Weinfelden.

Bild: Andrea Stalder

Historisch gesehen ist Bussnang als Sitz der gleichnamigen Freiherren im Mittelalter weitaus bedeutender als Weinfelden. Das lernt man im Schulhaus Hohenalber auch im Unterricht. Und mit dem EinZug der Firma Stadler hat sich die Gemeinde einen wahren Goldesel zugelegt.

Zudem: Was stört es uns, dass wir weder Post, noch Einkaufsmöglichkeiten haben? Wir wohnen so nah an Weinfelden, um dessen Vorteile zu geniessen, fahren abends aber mit Hochgenuss zurück aufs Land, wo wir unsere Seele baumeln lassen können. Im Vertrauen darauf, dass der Gmaandspräsi, welcher seit 15 Jahren das Schiff sicher über die unruhigen Wasser der Zeit lenkt, schon alles gut machen wird.

Internationale Bedeutung

Und wer immer noch nicht überzeugt ist, dass Bussnang wirklich wichtiger ist als Weinfelden, der soll doch mal Wikipedia befragen. Denn die Online-Enzyklopädie weist für Bussnang nebst einer deutschen auch eine englische Version auf – für Weinfelden jedoch nicht.

Während Weinfelden also versucht «mehr als zentral» zu sein, ist Busslig der Nabel unserer kleinen Regionalwelt. Immerhin haben die Weinfelder begriffen, dass es sich lohnt, einen Esel Bricklebrit anzusiedeln, wie etwa einen hier nicht genannten Grossverteiler. Das hilft, die von ihm eingeheimsten Steuererträge mittels Gutscheinen wieder zu verschenken.

Und sonst soll Weinfelden doch werbetechnisch noch eine Schippe drauflegen und sich, wie einst Ermatingen sehr erfolgreich, als langweiligste Stadt der Schweiz betiteln. Ohne Wega und sonstige Messen und Feiern stimmt das dieses Jahr mehr denn je.