Das erste digitale Stadtgespräch kam bei den Amriswilern gut an, «aber in Zukunft wieder in der Beiz», meinte einer der Teilnehmer

Amriswils Stadtpräsident Gabriel Macedo lud die Bevölkerung am Mittwochabend zum digitalen Stadtgespräch.

Manuel Nagel
Drucken
Teilen
Bis 37 Teilnehmer haben sich im digitalen Stadtgespräch eingeloggt und dabei Fragen an die Experten gestellt. Stadtpräsident Gabriel Macedo (links oben) lud folgende Gäste ein: Schulpräsident Christoph Kohler (rechts oben), Gewerbevereinspräsident Christoph Roth (links Mitte), APZ-Leiter Dominique Nobel (Mitte), Stadtrat Richard Hungerbühler (unten Mitte) und REA-Geschäftsführer Urban Kronenberg (rechts unten).

Bis 37 Teilnehmer haben sich im digitalen Stadtgespräch eingeloggt und dabei Fragen an die Experten gestellt. Stadtpräsident Gabriel Macedo (links oben) lud folgende Gäste ein: Schulpräsident Christoph Kohler (rechts oben), Gewerbevereinspräsident Christoph Roth (links Mitte), APZ-Leiter Dominique Nobel (Mitte), Stadtrat Richard Hungerbühler (unten Mitte) und REA-Geschäftsführer Urban Kronenberg (rechts unten).

(Bild: Screenshor Internet)

Der Gastgeber hatte etwas Anlaufschwierigkeiten, denn man hörte ihn zwar, aber die Kamera liess sich nicht einschalten. Gabriel Macedo liess sich davon nicht aus der Ruhe bringen, und hatte die optische Panne nach kurzzeitigem Ausloggen behoben. Der Stadtpräsident lud zu diesem digitalen Stadtgespräch noch fünf Gäste ein.

Das war eine gute Idee, denn so konnten die mehr als 30 eingeloggten Amriswilerinnen und Amriswiler sich erstmal aufs Zuhören beschränken, bevor sie dann in der zweiten Hälfte doch noch via Chat einige Fragen an die Experten gestellt haben.

So verriet Christoph Kohler, dass die Schule mit dem Lockdown auf dem linken Bein erwischt wurde. Doch der Schulpräsident windete seinen Lehrpersonen ein Kränzchen dafür, dass sie innert kürzester Zeit einen Fernunterricht auf die Beine gestellt hätten. Und er sagte abschliessend:

«Jetzt freuen wir uns auf den 11. Mai», wenn wir die Kinder wieder in der Schule begrüssen dürfen».

Dominique Nobel, Leiter des Alters- und Pflegezentrums, gab bekannt, dass im APZ bislang niemand positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Und er wartete mit einer Neuerung auf – einer Besucherbox, die erst gerade aufgestellt wurde. «Wir haben bereits 70 Termine», sagte Nobel und schloss daraus, dass die Sehnsucht, sich wieder zu sehen, sehr gross sei.

Der Präsident des Gewerbevereins, Christoph Roth, plädierte dafür, die lokalen Geschäfte zu unterstützen, wofür er von einer Teilnehmerin ein «Super Aussage» bekam. Nach etwa 20 Minuten trudelten dann auch die ersten Fragen der Zuhörer ein, das Eis war gebrochen.

Ein Amriswiler wollte wissen, weshalb die Stadtverwaltung im Gegensatz zur Stadt Kreuzlingen geschlossen sei. Die Antwort war natürlich Chefsache. Macedo erklärte:

«Wir wollten unser Personal schützen.»

Aber auf Voranmeldung habe man jederzeit alles bekommen. Zudem sei das mit den anderen Gemeinden im Oberthurgau abgesprochen gewesen. Am 11.Mai werde man aber die Türen zum Stadthaus wieder öffnen.

Auf fast alle Fragen gab es auch eine Antwort

Aber es gab auch Fragen, die konnten Macedo und seine Gäste nicht beantworten. Wann die Sportanlagen wieder geöffnet würden, wollte jemand wissen. «Da der Bundesrat erst vor wenigen Stunden darüber informiert hat, konnten wir uns noch nicht damit auseinander setzen», sagte der Stadtpräsident.

Und Schulpräsident Kohler wollte sich auch nicht auf die Äste hinaus wagen, ob die Coronakrise «bekannte oder vermutete negative Auswirkungen im Schulbereich» habe. Gewerbevereinspräsident Christoph Roth, der von Gabriel Macedo um eine Prognose für das Gewerbe gebeten wurde, hätte ebenfalls gerne eine Kristallkugel gehabt. Er sagte:

«Ich bin aber ein positiver Mensch und guter Dinge, auch wenn wir eine Bremsspur in der Konjunktur haben werden.»

Nach der geplanten Stunde hing Macedo noch spontan eine Viertelstunde an – zur Freude der Teilnehmer. «Besten Dank an alle. Gute Sache, dieses digitale Stadtgespräch», schrieb ein Teilnehmer zum Schluss in den Chat. «Soll ich also in Zukunft digitale Stadtgespräche machen, oder mich wieder in der Beiz mit der Bevölkerung treffen?», wollte Gabriel Macedo von Schulpräsident Kohler wissen. Der antwortete unmissverständlich:

«Was für eine Frage!
Natürlich wieder in der Beiz.»