Wandertipp: Zwischen Appenzell und
St.Gallen

Der Weg von Heiden nach Wienacht-Tobel wäre unspektakulär, hätten die Etappenziele nichts Unvergleichliches.

Miguel Lo Bartolo
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10 Bilder

Die Wanderung im Überblick

Start: Heiden, Bahnhof
Ziel: Aussichtspunkt, Rorschacherberg
Strecke: 7,4 Kilometer
Wanderzeit: 1 Stunde 50 Minuten
Aufstieg: 149 Meter 
Abstieg: 302 Meter
Ausrüstung: Trekking- oder Wanderschuhe; die Strecke ist wegen des steilen Aufstiegs nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: Hirschen, Grub SG, Mi–Fr 8.30–22 Uhr, So 8.30–22 Uhr; Rossbüchel, Grub SG, Mo–Sa 11–23 Uhr, So 11-22 Uhr Parkplätze: Oberer Werdbüchel
Öffentlicher Verkehr: Postauto oder Appenzeller Bahnen Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000, Blatt 1075 Rorschach

Heiden

Die Wanderung beginnt am Bahnhof Heiden, im Appenzeller Vorderland. Das Dorf ist zwischen Eichen- und Freudenberg situiert und unter anderem für seinen ländlichen Raum und seine Molkenkuren bekannt. Links neben der Autogarage der Appenzeller Bahnen in Bahnhofsnähe kann das erste Mal ein schöner Ausblick Richtung Bodensee genossen werden. Der Weg führt über die beiden Grub zum Fünfländerblick, dem Höhepunkt der Reise. Durchläuft man Wienacht-Tobel, das zusammen mit Lutzenberg die gleichnamige Gemeinde bildet, gelangt man zu einem weiteren Aussichtspunkt.

Der erste Wegweiser an der Bahnhofsstrasse zeigt Richtung Rorschach. Man umläuft die evangelischen Kirche Heiden und findet sich schliesslich auf der Seeallee wieder. Die erste, etwa zwanzigminütige Etappe hat das appenzellische Grub zum Ziel. Der Seeallee folgt man, bis sie in die Gruberstrasse mündet – vorbei am Hotel Heiden, ein 4-Sterne-Wellness-Resort, und einem Eisfeld, das wohl nicht mehr allzu lange in Betrieb sein dürfte. Über die Ebnistrasse erschliesst sich der Weg nach Grub.

Hängebrücke Grub

An der Feuerstelle Waldpark können die bereits Erschöpften eine vitalisierende Bratwurst verputzen, um den restlichen Weg mit der nötigen Dynamik anzupacken. Nur wenige Meter weiter: ein erster Scheideweg. Der Weg Richtung Grub kann auch weiterhin der Hauptstrasse entlang bestritten werden. Als Option empfiehlt sich aber bei schönem Wetter die Route über die Gruber Hängebrücke, die nicht nur zwei Gemeinden, sondern auch zwei Kantone miteinander verbindet.

Dafür braucht man nur an der Ebni rechts in Richtung Frauenrüti abzubiegen und nach zirka 300 Metern etwas Mut zu fassen. An diesem sollte dann bestenfalls über die vollen 180 Meter der Hängebrücke festgehalten werden. Hier gilt es, eine altbekannte Redensart zu vergessen. Den Mutigen gehört nicht die Welt, sondern nur ein Schwindel erregender Moment über dem Mattenbachtobel. Wählt man allerdings die unspektakulärere der beiden Routen, so führt die Hauptstrasse über zirka 800 Meter nach Grub. Dort verbindet eine kleine Brücke über dem Steinlibach die Kantone.

Aufstieg

In Grub SG angekommen folgt man den Wegweisern zum Fünfländerblick. An der Sonnentalstrasse wartet schon der nächste Scheideweg: Genehmigt man sich noch einen Kaffee im «Hirschen» oder beisst man auf die Zähne, wohlwissend, dass der aufreibendste Teil des Weges unmittelbar bevorsteht? Letzteres natürlich.

Wer den Aufstieg meistern möchte, sieht sich mit einer Strecke von gut 400 Metern konfrontiert, und muss dabei gefühlt ebenso viele Höhenmeter bewältigen. Nach dem steilen Hang dürften auch erfahrene Wanderer etwas aus der Puste sein. Zur Not steht auf halbem Weg noch ein Bänklein. Die Aussicht lässt allerdings zu wünschen übrig.

Fünfländerblick

Oben angekommen wird man schnell feststellen, dass sich die Strapazen auszahlen. Ein Anblick, der atemberaubender kaum sein könnte, belohnt den ermüdeten Wanderer. Der Fünfländerblick verdankt seinen Namen einer Zeit, in der Baden, Wrüttemberg und Bayern noch als einzelne Länder gezählt wurden.

Aussichtspunkt Rorschacherberg

Die Wanderung wieder aufzunehmen würde schwerfallen, wäre da nicht ein weiterer Aussichtspunkt, den man anpeilen könnte. Zudem geht es von nun an bloss noch bergabwärts. Auf einem schmalen Waldweg durch den Korporationswald von Eggersriet und Rorschacherberg gelangt man nach Wienacht-Tobel. Wer noch eine Runde in der «Halbgemeinde» drehen möchte, dem sei es ans Herz gelegt. Ansonsten führt der schnellste Weg zum Aussichtspunkt entlang der Hauptstrasse Richtung Rorschacherberg.

Hier finden Sie das PDF zum gleichnamigen Print-Artikel.

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