Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Wakepark Romanshorn: Erfolgloser Schlichtungsversuch

Die Kritik wird lauter. Der örtliche Wasserskiclub fühlt sich hintergangen.
Tanja von Arx
Der beliebte Wassersport mit Brett und Lift sorgt für Diskussionen. (Bild: Reto Martin, Kefikon, 13.07.2018)

Der beliebte Wassersport mit Brett und Lift sorgt für Diskussionen. (Bild: Reto Martin, Kefikon, 13.07.2018)

Man habe sich gewundert. So meldet sich der Wasserskiclub Romanshorn (WSCR) zu Wort, und zwar in Zusammenhang mit einem Artikel unserer Zeitung darüber, dass der geplante Wakepark auf dem Bodensee dieses Jahr nun doch nicht realisiert wird. «In der Darstellung des tragenden Vereins fehlen wichtige Fakten.»

Schriftliche Unterlagen vorenthalten

Laut Michaela Daffner-Brander, im Vorstand des WSCR für die Aussenkommunikation zuständig, grundlegend: Der zuständige Wakeparkverein habe einen Bauantrag für den Lift gestellt, bei dem sich «der entsprechende Standort im Seepark erheblich von dem unterschied, der uns an der Generalversammlung zur Absegnung vorgelegt wurde». 2016 sei das Ansinnen dreier Clubmitglieder zuerst mehrheitlich abgelehnt worden, vor allem aus finanziellen Gründen. «Sie verfolgten das Projekt unabhängig vom WSCR weiter und legten einen Standort-Plan vor, dem man dann mehrheitlich zustimmte.» Nachfragen zum Liftbau seien immer positiv beantwortet worden, aber eher allgemein mit «läuft alles». «Trotz mehrmaliger Aufforderung enthielt man uns schriftliche Unterlagen vor.» Pikanterweise sei ein Wakepark-Vorstandsmitglied im WSCR für den Kontakt zu den Behörden zuständig. «So versäumten wir die wichtige Einsprachefrist als Konzessionsnehmer.»

Antrag auf Unterlassung und Baustopp

Daffner-Brander sagt: «Sobald uns Gerüchte über einen stark veränderten Standort zu Ohren kamen, nahmen wir Kontakt mit dem Bauamt auf.» Ein runder Tisch sei einem zugesagt worden. «Doch stattdessen fingen die Bagger im Seepark an, zu buddeln, weshalb wir auf Anraten des Bauamtes umgehend einen Antrag auf Unterlassung und Baustopp stellten.» Der Grund laut eigenen Angaben: «Die Liftanlage sollte jetzt direkt durch unsere seit mehr als fünfzig Jahren konzessionierte Wasserfläche gebaut werden.» Die Behörden hätten einen denn nie über das Bauvorhaben informiert. «Den Kanu-Club beispielsweise schon.» Man habe juristisch erklärt bekommen, dass das nicht nötig gewesen wäre, sagt Daffner-Brander.

Mehr als Wasserski

Der Wasserskiclub Romanshorn fährt seit über fünfzig Jahren vor dem Gelände des Seeparks mit Booten Wasserski und Wakeboard. Die Mitglieder wakesurfen auch und verbringen spasseshalber Zeit auf der Banane oder dem Tube, ebenso ihre Gäste. Die Aktivitäten sind umweltverträglich für See, Land und Bevölkerung, für das Areal gelten strenge Auflagen. (tva)

Ein kurzfristiger Schlichtungsversuch unter Aufsicht des Bauamtes hätte keine Einigung gebracht. «Das Amt entschied Ende Juli, dass der Lift nach wie vor gebaut werden dürfe, allerdings etwas weiter rechts Richtung Inseli-Hafen.» Es sei damit den Ausführungen des Wakeparkvereins gefolgt, dass eine Steinplatte das Befahren weiter rechts unmöglich machen würde. «Eine eigene Begehung ergab jedoch, dass die Steinplatte erheblich tiefer liegt als vom Wakeparkverein vorgetragen.» Eigene Bedenken die Sicherheit betreffend seien als nicht massgeblich erachtet worden, sagt Daffner-Brander. «Stattdessen hat die Stadt dahingehend argumentiert, dass die Wasserfläche für alle da sei und kein Verein schlechter gestellt werden dürfe als der andere.»

Besonders stösst dem WSCR auf, dass «der Vorstand des Wakeparkvereins nicht mit Namen hinsteht und damit zumindest billigend in Kauf nimmt, mit uns und unserm guten Ruf verwechselt zu werden.» Daffner-Brander sagt, dass der WSCR nichts mit dem Lift-Bau oder dem dafür initiierten Crowdfunding zu tun habe.

«Wir distanzieren uns ausdrücklich.»

Der WSCR finanziere sich ausschliesslich über Mitgliederbeiträge und vor allem durch Private, Firmen und Gäste-Gruppen, die ihre Freizeit mit einem auf dem See verbrächten. «Die Kosten hierfür entsprechen fast den Selbstkosten für Anlage, Boote und Equipment, das wir zur Verfügung stellen.» Manpower mit Instruktor und Bootsfahrer werde ehrenamtlich angeboten.

Daffner-Brander betont, dass der WSCR grundsätzlich nichts gegen den Wakepark oder den tragenden Verein habe. «Allerdings wünschen wir uns offene, ehrliche Kommunikation und gegenseitige Rücksichtnahme.» Sie könne sich denn auch nicht so recht vorstellen, wie sich die Liftmasten und der Container für das Lift-Equipment im Seepark machen würden.

«Wir vertrauen in die Behörde»

Der Wakepark sagt auf Rückfrage hin: «Im Zentrum steht die Förderung des Wassersports in der Hafenstadt, dies für die Region Thurgau und St. Gallen.» Man habe nun die Initiative ergriffen, eine weitere wassersportliche Attraktion für Jugendliche und Familien zu realisieren. «Wir agieren unabhängig von anderen Vereinen und haben deshalb das Projekt bei den städtischen und kantonalen Behörden eingereicht.» Des Weiteren habe man vollstes Vertrauen in die Behörde, und dass diese im Sinne der Bevölkerung sowie der Förderung des Wassersports auf öffentlichem Grund das Projekt bewilligt habe. «Wir sind überzeugt, dass der Wakepark auf grossen Anklang bei der Bevölkerung stossen wird. Auch darum, weil die Anlage umweltschonend betrieben wird, sich sehr gut ins Ortsbild integrieren und sich im Herbst einwandfrei entfernen lässt.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.