Wahlen in Bottighofen: Beat Müller will Klarheit in die Pensen-Frage bringen

Der Kandidat, der im ersten Wahlgang am meisten Stimmen erreicht hat, glaubt an eine Lösung im Konflikt um die Stellenprozente des Gemeindepräsidenten. Er sagt, er würde eine Wahl auf jeden Fall annehmen.

Martina Eggenberger Lenz
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Beat Müller will in Bottighofen Gemeindepräsident werden. (Bild: Andrea Stalder)

Beat Müller will in Bottighofen Gemeindepräsident werden. (Bild: Andrea Stalder)

In den jüngsten «Bottighofer Nachrichten» meldet sich die Gemeindebehörde noch einmal wegen der Diskussion um das Arbeitspensum des Gemeindepräsidenten zu Wort. Es wird erneut auf einem 50-Prozent-Pensum beharrt. Im Text steht, dass das Präsidium «schon seit einiger Zeit» mit diesem Pensum bewältigt werde. Die reduzierte Präsenzzeit sei mit keinen Einschränkungen für die Bevölkerung verbunden. Die Reduktion sei mehrheitlich auch nicht wahrgenommen worden. Ein höheres Pensum ergebe nicht automatisch eine bessere Verfügbarkeit für die Bevölkerung. Das würden Beispiele von Nachbargemeinden zeigen. Unterzeichnet ist das Schreiben mit «Gemeindebehörde».

Stellungnahme war nicht abgesprochen

Beat Müller, der Kandidat, der am 25. November am meisten Stimmen für sich gewinnen konnte, reagiert mit einer eigenen Stellungnahme auf den Bericht. Er kritisiert, dass der Text mit Gemeindebehörde unterzeichnet ist. Dabei habe Gemeindepräsident Urs Siegfried den Artikel nicht mit seinen Gemeinderatskollegen abgesprochen. Siegfried bestätigt auf Anfrage, dass er der alleinige Verfasser ist.

Müller, der bekanntlich ein Pensum von mindestens 70 Prozent anstrebt, betont, dass Urs Siegfried sehr wohl zu 70 Prozent angestellt und entlöhnt sei. Es habe nie eine Pensenanpassung gegeben, wie das im Artikel sugeriert werde. Der Gemeindepräsident begründe seine reduzierte Arbeitstätigkeit mit Kompensationen.

Eine Überzeitkompensation im Umfang von 20 Prozent über einen längeren Zeitraum zeigt auf, dass der Aufwand in gewissen Zeiten massiv höher als 70 Prozent gewesen sein muss,

betont Müller. Weiter geht es um die Reorganisation der Verwaltung. Siegfried schreibt, diese sei kurz vor Abschluss. Beat Müller hingegen sagt, in den eineinhalb Jahren seiner Amtszeit sei der Gemeinderat über keine wesentlichen Änderungen informiert worden. Thema seien lediglich die Regelungen von Stellvertretungen gewesen. Es seien weder neue noch zusätzliche Stellen ausgeschrieben oder besetzt worden. Urs Siegfried will zu den angesprochenen Themen keine Stellungnahme mehr abgeben.

Die Neuen dürfen entscheiden

Beat Müller hat sich auch beim Generalsekretär des Departementes für Inneres und Volkswirtschaft erkundigt, wie das mit der Festlegung des Pensums ist. Die zentrale Aussage sei, dass es absolut möglich wäre, dass der neu zusammengesetzte Gemeinderat nach Amtsantritt diese Frage noch einmal diskutiert und dann anders entscheidet als in der aktuellen Konstellation. Falls Müller am 10. Februar gewählt würde, gäbe es noch einmal einen freien Sitz und somit zwei neue Köpfe. Der Kandidat, der im Gegensatz zu seinen Mitkonkurrenten als einziger einen höheren Beschäftigungsgrad anstrebt, hält aber auch klar fest: «Ich würde die Wahl so oder so annehmen. Auch mit der gewissen Unsicherheit, die für mich bleibt. Ich bin überzeugt, dass sich eine gute Lösung ergibt.»